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Rory McIlroy: „PGA Tour sollte European Tour am besten kaufen“

Player leidet mit Old Course, „Lefty“ hält‘s mit Goethe, 40-Sekunden-Regel wird getestet, US-Fans kriegen Zunder. Die Back Nine.

Rory McIlroy mit Schauspieler Jamie Dornan bei der Alfred Dunhill Links Championship. (Foto: Getty)
Rory McIlroy mit Schauspieler Jamie Dornan bei der Alfred Dunhill Links Championship. (Foto: Getty)

Offenes Wort: Rory McIlroy nimmt mal wieder kein Blatt vor den Mund. Oder anders: Wenn es im ersten sieglosen Jahr des Nordiren seit 2008 schon nichts zu feiern gibt, dann soll wenigstens was zum vielzitierten „State of the Game“ herauskommen. Also sprach der vierfache Majorsieger nicht nur über seine persönlichen Ziele, sondern auch über das Golfgeschehen generell. Zum Beispiel in Sachen Status der European Tour gegenüber der PGA Tour: „Es wäre das beste, wenn die PGA Tour die European Tour einfach kauft. Als Tochterfirma führt die dann die europäischen Turniere durch, dazu gibt es neben den Majors noch vielleicht zwölf andere große Turniere auf der ganzen Welt – wie im Tennis.“ Es ist die schon lange debattierte World Tour, die für McIlroy „kommen wird und auch kommen muss“.

Zum European Tour" target="_blank">Ryder Cup hat McIlroy ebenfalls eine besondere Meinung, beflügelt durch den starken Auftritt der Amerikaner unlängst beim President‘s Cup. „Die Burschen im US-Team – Jordan Spieth, Justin Thomas, Patrick Reed, Rickie Fowler, Daniel Berger – sind so gut und noch so jung. Da werden wir nicht nur 2018 in Paris ziemlich gefordert sein, sondern in den nächsten zehn Jahren. Aber umso schöner ist es, wenn wir sie dann besiegen!“

Player beklagt Fishers Old-Course-Rekord

Gemischte Gefühle: Mit einem lachenden und einem weinenden Auge resümierte Ross Fisher gestern seinen 61er Platzrekord auf dem Old Course zu St. Andrews. Denn es hätte gut auch eine 59 oder zumindest 60 werden können, wenn der 36-jährige Engländer am Schlussloch der Alfred Dunhill Links Championship ein auf der 18 durchaus nicht utopisches Eagle gespielt hätte. Stattdessen verzitterte Fisher den Birdie-Putt. „Mist“, sagte er anschließend dazu: „Aber ich beklage mich über die 61 nicht.“ Stattdessen gönnte er sich ein Bier.

Das Lamento nahm ihm dann Gary Player ab. „Es ist traurig zu erleben, wie die Ikone Old Course durch das moderne Material, durch die heutigen Schläger und Bälle, besiegt wird“, sagte der Südafrikaner. Er spielt damit auf dem seit langem schwelenden Diskurs zwischen horrend teurer sowie in vielfacher Hinsicht nicht zeitgemäßer Anpassung der Platzarchitektur und einer vergleichsweise mühelosen leichten Eindämmung des Materials an.



Phil Mickelson, der Genießer

„Verweile doch, du bist so schön“: Nicht nur Goethe preist im „Faust“ den Augenblick, auch Phil Mickelson hat einen Sinn fürs Innehalten, und beweist damit sein komisches Talent. „Nehmen wir uns einen Moment, um zu bewundern, dass ich gerade das Fairway getroffen habe“, wandte sich „Lefty“ am Sonntag der Safeway Open nach einem gelungenen Drive an die Fans. Mickelson traf im Verlauf des Turniers lediglich 15 von 56 Spielbahnen, am Ende war es mit Platz T3 dennoch das beste Ergebnis seit 15 Monaten.

In Österreich: European Tour bringt „Shot Clock“

Die European Tour hat einen Tick: Bei der Lyoness Open 2018 (7. bis 10. Juni) kommt im Kampf gegen Slow-Play erstmals die sogenannte „Shot Clock“ zum Einsatz, mit der die Maximaldauer für Schlagvorbereitungen getaktet werden soll. Demnach hat ein Spieler am Ball 40 Sekunden Zeit, bis der Schlag ausgeführt werden muss. Jeder Flight hat einen Schiedsrichter, bei Zuwiderhandlung ist ein Strafschlag fällig. Das Spielerkomitee der European Tour steht hinter dieser Innovation, wenngleich Komiteemitglied David Howell befürchtet, dass es dann „keine großartigen Rettungsschläge“ mehr geben werde, weil den Akteuren die Zeit zum Abschätzen und Vorbereiten fehle.




Audrey Leishman: Kritik an US-Fans

Vernichtendes Urteil: Nach dem Presidents Cup hat sich Audrey Leishman, Ehefrau des australischen „Internationalen“ Marc Leishman, auf ihrem Blog sehr kritisch über die Stimmung auf Liberty National und das Verhalten der US-Fans geäußert. „Das war nicht das Golf, wie ich es als ,Gentleman‘s Sport‘ kenne“, schrieb die Amerikanerin über ihre Landsleute. Unter anderem heißt es in Leishmans Blog: „Ich habe oft gedacht, wie das auf Kinder wirkt. Zum Beispiel, dass um 7 Uhr morgens schon getrunken wurde. Die Menge hat gute Schläge ausgebuht und verpasste Putts bejubelt. Es gab Anzüglichkeiten für eine attraktive Frau und dann Schmähungen für ihren Mann auf dem Platz. Ich war froh, dass unsere Jungs nicht dabei waren und erleben mussten, wie die Leute ihren Vater, ihren Helden, behandelt haben.“ Solche Verhaltensweise waren u. a. schon beim Ryder Cup 2016 in Hazeltine zu beobachten, jetzt hat die Unsitte der oft diffamierenden Zwischenrufe vom Rand amerikanischer Fairways offenbar eine neuen unrühmlichen Höhepunkt erreicht. Audrey Leishman bekam für ihren „couragierten Artikel“ übrigens eine Menge Zuspruch aus dem Aktivenlager.





Tiger Woods schwingt „smooth“

Geschmeidig wie eine Katze: „Smooth iron shots“ hat Tiger Woods sein neuestes golferisches Lebenszeichen betitelt. Das Twitter-Video zeigt den 14-fachen Majorsieger beim Training mit den langen Eisen, und der Schwung sieht wirklich gut aus. Fortschritte gegenüber den 60-Yard-Pitches von neulich sind es allemal, aber die Frage „Comeback oder Rücktritt?“ wird damit natürlich längst nicht beantwortet. Über so einen Schwung würde sich freilich jeder Hobbygolfer freuen…

Tommy Armour III mit den Schlägern des Opas

Fundstück: Das Video ist schon ein Jahr alt; und auch die Golfschläger, die darin verwendet werden, sind alles andere als neu. Aber genau deswegen ist sehenswert, wie sich der US-Pro und zweifache PGA-Tour-Sieger Tommy Armour III (57), immerhin Enkel des großen dreifachen Majorsiegers Tommy Armour, mit fast museumsreifem Material aus der Ära seines Opas schlägt… Und es passt ganz gut zu Gary Players Lamento über die 61 von Ross Fisher auf dem Old Course von St. Andrews (siehe oben). Armour III verlor übrigens heuer seinen 2003 aufgestellten Rekord für das niedrigste 72-Loch-Turnierergebnis von 254 Schlägen an Justin Thomas, der beim Sony-Open-Sieg auf Hawaii 253 Schläge benötigte.

Für ‘nen Burger: Trunkenheitsfahrt im Cart

Essen auf Rädern: Die Polizei in der englischen Grafschaft Northamptonshire hat einen Mann verhaftet, der mit einem gestohlenen Golfcart unter Alkoholeinfluss auf einer Bundesstraße fuhr. Der Mann hat das Gefährt in einem Golfclub in Towcester gestohlen und wollte damit zu einem McDonald‘s fahren. Als die Polizei den Betrunkenen auf der A45 bei Daventry stoppte, war er bereits eine Stunde unterwegs und hatte 22 Kilometer zurückgelegt. Die Blutprobe ergab den doppelten Wert des gesetzlichen Limits.

Trickshots, die in die Hose gehen

Das Letzte: Zum Schluss noch einer aus der Serie „Trickshots, die in die Hose gehen“, und zwar wörtlich. Das aber wenigstens vor großer Kulisse. Die Konstellation von Driver und Opfer ist zwar bekannt, aber es ist doch erstaunlich, dass sich immer noch Freiwillige für diesen Unsinn finden:

Adventskalender 2018: 13. Dezember mit dem Golf Club St. Leon-Rot

Gewinne hinter dem 13. Türchen des Golf Post Adventskalenders vier Greenfees inklusive zwei Carts für den Golf Club St. Leon-Rot.

Auf der Suche nach dem Lieblingsschläger

Das Golfbag steckt voller Schläger und nur 14 davon dürfen mit auf die Runde. Die Frage ist jedoch welcher davon am besten läuft und somit zu Deinem persönlichen Lieblingsschläger wird.

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