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Matchplay für alle! Turnierserie lockt Amateure auf den Platz

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20. Apr 2015
Im Matchplay-Modus geht es Mann gegen Mann wie etwa beim Ryder Cup. (Foto: Getty)
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Beim Matchplay messen sich Golfer im direkten Duell. Eine Lochspiel-Turnierserie sorgt auch bei deutschen Amateuren für Wirbel.

Normalerweise sind Golfer Einzelspieler: Wer über 18 Loch die wenigsten Schläge benötigt, gewinnt. Dieses sogenannte Zählspiel ist jedoch nicht die ursprüngliche Variante des Golfspiels. Zuvor stand das Lochspiel – englisch: „Matchplay“ – auf dem Programm. Im Matchplay geht es Mann gegen Mann bzw. Frau gegen Frau und es siegt nicht der Spieler mit den wenigsten Schlägen, sondern der, der die meisten Löcher gewinnt.

Außerdem können Teams gegeneinander antreten. Ist dies der Fall, gibt es für jedes gewonnene Spiel einen Punkt, egal wie hoch es das jeweilige Team für sich entscheiden konnte. Am Ende gewinnt das Team, das mehr Punkte hat (nicht unbedingt das, dessen Spieler mehr Löcher gewonnen haben).


Faszination Matchplay: So funktioniert’s

Beim Matchplay treten Spieler einzeln oder im Vierer gegeneinander an und kämpfen an jedem Loch darum, einen besseren Score zu spielen als das Gegnerteam. Der Spieler, der auf dem jeweiligen Loch den niedrigsten Score erreicht, gewinnt dieses. Bei gleicher Schlaganzahl wird das Loch geteilt. Wer im Verlaufe des Spiels mehr Löcher für sich entscheiden kann, gewinnt das Match. Im Falle eines Teamwettbewerbs erhält das Sieger-Team einen Punkt.

Bei Gleichstand der Spieler nach 18 Löchern (all square) wird das Match geteilt. Jede Mannschaft erhält dann einen halben Punkt – so ist es auch bei den wohl bekanntesten Matchplay-Events üblich, dem Ryder Cup und dem Solheim Cup. Würde es beim Ryder Cup nach allen Matches 14:14 nach Punkten stehen, würde der Titelverteidiger den Sieg mit nach Hause nehmen. Zu diesem außergewöhnlichen Szenario wäre es im Jahre 2012 fast gekommen, hätte Martin Kaymer seinen Putt auf der 18 nicht verwandelt:

Handelt es sich allerdings um ein Einzelturnier wie zum Beispiel das WGC Cadillac Matchplay, wird so lange weitergespielt, bis einer der Spieler ein (Extra-)Loch und damit das Spiel gewinnt (sudden death).

Besonderheiten des Lochwettspiels

Besonders am Matchplay-Modus ist, dass ab einem gewissen Spielstand nicht mehr weitergemacht wird. Dies ist dann der Fall, wenn ein Spieler mehr Löcher Vorsprung hat, als noch zu spielen sind. In diesem Fall hat der Gegner keine Chance mehr, das Spiel zu gewinnen, selbst wenn er alle noch verbleibenden Löcher für sich entscheidet. So lautet bei einem Vorsprung von drei Löchern nach 16 gespielten Bahnen das Ergebnis 3&2. 1Up heißt das Ergebnis, wenn ein Teammitglied sein Spiel mit einem Loch Vorsprung gewinnt.

Eine weitere Besonderheit des Matchplays ist die Möglichkeit, dem Gegner einen Schlag oder ein Loch zu ’schenken‘. Bei den geschenkten Schlägen handelt es sich um Putts, die so kurz sind, dass der Spieler sich sicher ist, dass der Gegner ihn einlochen wird. Dies passiert häufig auch zum Halb. Ein Loch wird immer dann geschenkt, wenn es dem Spieler aussichtslos erscheint, dieses Loch noch zu halbieren. Dies geschieht, wenn der Spieler zum Beispiel mit vier Schlägen noch nicht im Loch ist und der Gegner so dicht am Loch liegt, dass drei Putts unmöglich sind.

Das ‚Schenken‘ ist etwa beim Ryder Cup häufig zu sehen. In folgendem Video schenkt beispielsweise Justin Rose Phil Mickelson den letzten Schlag auf der 17. Der US-Amerikaner muss daraufhin nicht mehr lochen.

Die großen Matchplay-Turniere

Obwohl das Zählspiel das Lochspiel weitestgehend abgelöst hat, ist die Matchplay-Variante auch bei den Pros nicht vollständig aus dem Turnierkalender verschwunden.

Ryder Cup

Berühmte Beispiele für Turniere, die den Modus verwenden, sind etwa der bereits erwähnte Ryder Cup, den Team Europa 2014 mit 16,5 zu 11,5 gewann. Außerdem ist im Rahmen der World Golf Championships (WGC) ein Matchplay-Wettbewerb angesetzt. An diesem nehmen alljährlich die 64 besten Spieler der Weltrangliste (OWGR) teil und messen sich in zahlreichen Matchplay-Spielen. Im letzten Jahr hat Jason Day die WGC-Accenture Match Play Championship nach fünf Extralöchern gegen Victor Dubuisson für sich entschieden.

 

Solheim Cup 2015 in Deutschland

Auch im Damengolf wird auf den Matchplay-Modus zurückgegriffen. Das wichtigste Lochspiel-Turnier ist hierbei der Solheim Cup, der in diesem Jahr in Deutschland – genauer in St. Leon-Rot – ausgetragen wird und im Prinzip dem Ryder Cup der Männer entspricht. Vom 18. bis zum 20. September 2015 werden also wieder zwölf Europäerinnen gegen zwölf Amerikanerinnen im Matchplay-Modus in 28 Matches gegeneinander antreten. Die letzten beiden Male konnte das europäische Team gewinnen.

Matchplay-Turnierserie vereint Deutschlands Golfclubs

Matchplay ist nach wie vor ein überaus populäres Format sowohl unter Amateuren und Breitensportlern. Da jedoch nicht allzu viele Turniere für Matchplay-Fans angeboten werden, wurde vor nunmehr 16 Jahren die Turnierserie „MATCHPLAY“ von der Golf Marketing GmbH ins Leben gerufen. Heutzutage besteht diese aus drei verschiedenen Formaten: Dem „Garmin Match­play“, für Damen & Her­ren ab einem Alter von 18 Jahren, dem reinen Damen-Wettbewerb „For Ladies only“ und dem Turnier „For best age“, in welchem sich Golfer und Golferinnen ab einem Alter von 40 Jahren messen.

Amateure können an dem Wettbewerb teilnehmen, wenn sie mindestens 18 Jahre alt sind und sich ihr Heimatgolfclub für die Serie angemeldet hat, was zurzeit auf etwa 200 deutsche Vereine zutrifft. Die Matchplay-Serie bringt alljährlich rund 15.000 Golfer und Golferinnen auf’s Grün und lockt Spieler mit Sachpreisen, einer sogenannten „Matchplay Card“, die ein vergünstigtes Golfspiel in verschiedenen Clubs in ganz Europa ermöglicht, und einem exklusiven Finale, das diesmal in Lissabon stattfinden wird.

Matchplay-Finale 2015 in Lissabon

Für das Finale 2015 in Lissabon qualifizieren kann sich, wer zwischen April und September einen clubinternen Lochspielwettkampf übersteht und sich danach auf regionaler Ebene beweist. Die Besten der Besten reisen dann nach Portugal und werden dort die einmalige Möglichkeit haben, den von Robert Trent Jones Jr. designten Penha Longa Golfkurs zu bespielen. Außerdem können alle Spielerinnen und Spieler die hoffentlich erfolgreiche Reise auf der MS Europa bei einer stilvollen Abendveranstaltung an Deck des Kreuzfahrtschiffes ausklingen lassen.

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Carina Olszak

Carina Olszak - Freie Autorin bei Golf Post

Profigolf ist Carinas Spezialgebiet. Jede Woche verfolgt sie die Geschicke der Profis auf den internationalen Touren und hat besonders viel Spaß am Aufstieg der jungen Wilden. Ihr Wunschflightpartner für eine Golfrunde: Rory McIlroy.
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