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Zum Masters Tournament: Augusta – Eine Stadt verändert sich

06. Apr 2016
Wenn die Patrons zum Augusta National strömen, um beim Masters Tournament die besten Golfer der Welt zu sehen, verändert sich auch das Bild der Stadt. (Foto: Getty)
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Das Masters Tournament bedeutet nicht nur für die Golfwelt den Ausnahmezustand, auch am Standort des Turniers passiert so einiges.

Obwohl Augusta die zweitgrößte Stadt im US-Bundesstaat Georgia ist (hinter Atlanta), ist es doch eine recht verschlafene kleine Stadt. Keine großen Verkehrsprobleme, kaum Hochhäuser und man muss die Wohnungstür auch nicht partout abschließen. So zumindest ist Augusta die meiste Zeit im Jahr – außer etwa zwei Wochen Anfang April wenn Augusta plötzlich die Aufmerksamkeit der gesamten Golfwelt auf sich zieht: dann nämlich, wenn das erste Major des Jahres in Augusta gespielt wird.

Als einziges der Majors wird das Masters jedes Jahr am gleichen Ort und auf dem gleichen Platz gespielt. Zu Hause ist das Masters seit 1934 im Augusta National Golf Club, der Klub der das Turnier ins Leben gerufen hat. Art Spander ist in diesem Jahr zum 50. mal als Journalist vor Ort und erinnert sich noch an Zeiten als das Masters kaum Leute nach Augusta lockte. „Anfangs war es so, dass Familien in Augusta fast schon gebeten wurden als Zuschauer zum Masters zu kommen. Wenn man einmal auf der Einladungsliste stand, war man immer drauf.“
Nachdem die Berichterstattung und vor allem das Fernsehen so wichtig wurden, wollten plötzlich tausende und dann zehntausende beim Masters dabei sein. Das hat dann natürlich das Stadtbild geändert, zumindest in der Masters Zeit.“

Es ist das Beste was Augusta passieren konnte

John Sailors, der schon fast 20 Jahre in Augusta lebt und mit einer einheimischen Frau verheiratet war, sieht das Masters als überaus positives Ereignis. „Natürlich muss man gewisse Abstriche machen. Wenn ich zum Beispiel in die Stadt muss brauche ich während der Masters Woche ein halbe Stunde, sonst bin ich in 10 oder 15 Minuten dort.“
Aber sehr, sehr viele Familien haben auch einen ganz persönlichen Bezug zum Masters. Sei es, dass sie ihr Haus oder Zimmer vermieten, sei es, dass sie in der Gastronomie oder in irgendwelchen Geschäften arbeiten die viel mit den Patrons – wie Augusta National die Masters Besucher nennt – zu tun haben.
Da der Augusta National ein rein privater Klub ist und die Mitglieder meist zu den schwer betuchten Amerikanern gehören, ist er nicht unbedingt auf alle Einnahmequellen angewiesen. So kann man zum Beispiel nur während der Spielwoche Masters Merchandising kaufen. Es gibt außerhalb dieser Woche keine Möglichkeit, T-Shirt, Kappen oder die berühmten Masters Flaggen zu kaufen.
Obwohl sich durch ein Masters Geschäft, dass das ganze Jahr geöffnet wäre, sicherlich sehr viel Geld zu verdienen wäre, gibt es so etwas nicht. Dadurch hat sich Augusta auch nicht zu einem Pilgerort für Golffanatiker entwickelt. Für Sailors ist das mit ein Grund warum das Verhältnis zwischen dem Masters einerseits und der Stadt anderseits ein gutes geblieben ist.
Jeder weiß wann die Masterswoche ist, jeder weiß was es bedeutet, dass es etwas voller wird und dass man etwas mehr Geduld haben muss. Aber jeder weiß auch, dass es eben nur diese eine Woche ist, oder wenn man genau sein will, wahrscheinlich auch eine Woche vorher. Aber dann ist alles vorbei und wir bekommen unser Augusta wieder zurück.“

Richtig zuschlagen während des Masters Tournament

Einige in der Service-Industrie sehen die Masterswoche auch als Möglichkeit mal richtig zuzuschlagen. Joyce Petrick führt mit ihrer Schwester ein Restaurant. „Bei uns bleiben die Preise gleich. Es gibt aber auch Restaurants, die die Preise richtig hochsetzen. Ich denke allerdings, dass das nicht sehr gut für ihr eigenes Geschäft ist. Lokale Kunden, auf die sie während der nicht-Masterswoche angewiesen sind, werden dadurch nur verärgert.“
Hotels sehen das wohl etwas anders und kein Hotel bietet Zimmer zum normalen Preis an. Im besten Fall zahlt man das Doppelte, meist aber auch wesentlich mehr. Allerdings ist es auch nicht gesagt, dass alle Zimmer einen Besucher finden. Selbst am Sonntag – also einen Tag vor Beginn der Masterswoche – gab es noch immer Hotelzimmer zu buchen.
Das liegt sicherlich auch daran, dass viele Leute aus Augusta in der Masterswoche die Stadt verlassen. Sie vermieten ihr ganzes Haus und gehen irgendwo an die Küste. Durch das Geld, das sie dadurch verdienen, können sie sich leicht eine Woche an der Küste leisten.“ erklärt Sailors.
Und wenn sie dann nach einer Woche braungebrannt und ausgeruht nach Augusta zurückkommen, haben sie ihre Stadt auch wieder. Genauso wie sie meistens ist.

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Peter Auf der Heyde

Peter Auf der Heyde - Freier Autor für Golf Post

Peter kommt aus dem Land der Major-Sieger: Gary Player, Ernie Els, Retief Goosen usw. Der Journalist kam relativ spät zum Golf, aber als er 2013 am Tag nach dem Masters in Augusta auf dem 16. Loch (von den Pro Tees!) ein Birdie spielte, wähnte er sich im Golf Paradies. Seitdem geht es leider bergab, aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Über Handicap spricht man nicht, das hat man.

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