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Australien bis Wales: Wie das grüne Jacket die Welt eroberte

07. Apr 2015
Gary Player war 1961 der erste internationale Masters Sieger. Ihm folgten viele weitere. (Foto: Getty)
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Anfangs beherrschten die Amerikaner das Masters. Doch seit Gary Player erobern immer mehr „Internationale“ das grüne Jacket.

Mit seiner Teilnahme letztes Jahr, schrieb Bernd Wiesberger einen Teil Masters Geschichte. Der gebürtige Burgenländer war der erste Österreicher, der beim Masters mitspielen durfte, wodurch die Anzahl der Nationalitäten, die in der Geschichte des ersten Majors des Jahres teilnahmen, auf 39 gestiegen ist. „Es ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Für mich ist es ein persönlicher Meilenstein. Darauf bin ich stolz und ich möchte Österreich bestmöglich vertreten“, sagte Wiesberger kurz vor dem Turnier letztes Jahr.

Obwohl anfangs natürlich hauptsächlich US-amerikanische Spieler teilnahmen, ist mittlerweile die Teilnahme von „Internationalen“ (wie sie offiziell genannt werden) eher die Regel als die Ausnahme und es gab auch schon Jahre, in denen mehr „Internationale“ teilnahmen als Amerikaner.


Internationale Starter schon beim ersten Masters

Schon 1934 durften beim ersten Augusta National Invitational Tournament (wie es damals hieß) vier „Internationale“ im Augusta National Club an den Start gehen. Die Engländer C.G. Stevens und Harry Cooper gaben aber nach zwei, beziehungsweise drei, Runden auf – damals gab es noch keinen Cut. C.T. Wilson (auch aus England) endete auf dem 59. Platz, während sich der aus Kanada stammende Amateur C. Ross Sommerville als bester Nicht-US-Amerikaner über seinen geteilten 43. Platz freuen durfte.

Ein Jahr später waren wieder nur drei „Internationale“ im Feld – zwei Kanadier und ein Engländer. Cooper, der nach der dritten Runde noch geführt hatte, verpasste 1936 um einen Schlag den Sieg, war aber immerhin der erste Europäer, der sich ins Preisgeld spielen konnte. Er bekam 800 US-Dollar für seinen Erfolg. Ohne Preisgeld, aber dafür mit der Ehre, die ersten asiatischen Spieler beim Masters gewesen zu sein, verließen die Japaner Chick Chin und Torchy Toda im gleichen Jahr Augusta.

Cooper blieb auch 1937 (Vierter), 1938 (Zweiter) und 1940 (Vierter) der erfolgreichste europäische Spieler, doch weiterhin konnten die „Internationalen“ an einer Hand abgezählt werden. Enrique Bertelino war 1940 der erste Südamerikaner, der eine Einladung erhielt. Allerdings landete der Argentinier auf dem vorletzten Platz – 33 Schläge hinter dem Sieger Jimmy Demaret.

1946 blieb das Masters eine nationale Meisterschaft

Beim ersten Masters nach dem Zweiten Weltkrieg, 1946, waren nur Amerikaner am Start – bis heute ein einmaliges Ereignis in der Masters Geschichte, und das wird es wohl auch bleiben. Bobby Locke war ein Jahr später der erste Afrikaner der beim Masters mitspielte. Und obwohl Locke nie an die späteren Erfolge seines Landsmanns Gary Player heranreichte, schaffte er eine Top-Ten-Platzierung bei seinen vier Teilnahmen.

1950 wurde Norman von Nida der erste Australier beim Masters und sieben Jahre später nahm Player erstmals im Augusta National teil. Der Südafrikaner schaffte gleich bei seiner ersten Teilnahme den Cut und wurde 24.. Seitdem ist die Zahl der internationalen Teilnehmer stetig gestiegen.

Gary Player – erster ausländischer Masters-Sieger

1961 mussten sich die US-Amerikaner erstmals an einen „internationalen“ Sieger gewöhnen. Player profitierte von einem Doppelbogey Arnold Palmers am 18. Loch und ließ den „King“ und auch Amateur Charles R. Coe einen Schlag hinter sich. Es war das erste seiner drei grünen Jackets, die er in seiner 54-jährigen Masters Karriere gewann. Player ging in Augusta 53 mal an den Start (davon zwischen 1974 und 2009 36 mal hintereinander). Der Südafrikaner ist einer der erfolgreichsten Spieler in der Masters Geschichte und war sechsmal unter den ersten drei, weitere zweimal Vierter oder Fünfter und kann auf 15 Top-Ten-Platzierungen zurückblicken.

Später erinnerte sich Player, wie wichtig der erste Sieg war: „Es hat vielen Spielern die Kraft gegeben das Gleiche zu machen. Hier ist ein internationaler Spieler der gewinnen kann, dann können es auch andere. Damals wollte man gar nicht so unbedingt in der ganzen Welt spielen, das änderte sich auch durch meinen Sieg.“

1982 – endlich ein deutscher Teilnehmer

Bernhard Langer 1993. (Foto: Getty)

Bernhard Langer 1993. (Foto: Getty)

Seve Ballesteros wurde 1980 der erste Europäer, der das grüne Jacket gewann. Mit 23 Jahren war er zu diesem Zeitpunkt auch der jüngste Gewinner in der Masters Geschichte. 1982, endlich, ging mit Bernhard Langer der erste deutsche Golfer an den Start, der Anhauser verpasste aber damals noch den Cut. 1984 landete er auf dem geteilten 31. Platz und ein Jahr später durfte auch er sich über das grüne Jacket freuen, das ihm der Vorjahressieger Ben Crenshaw überzog. 1993 wiederholte der Deutsche seinen Erfolg. Ihm – als Teilnehmer, nicht als Gewinner – folgten Alex Cejka und Martin Kaymer.

Seitdem gab es u.a. Gewinner aus Fiji, Argentinien, Australien und Kanada und oft mussten die Amerikaner, die das Turnier anfangs dominierten, ihren internationalen Gästen den Vortritt lassen. Mittlerweile werden es immer mehr ausländische Spieler – aus Ländern wie Südkorea, China, Italien, Finnland, Niederlande oder Taiwan und selbst nicht ausgesprochene Golf-Länder wie die Philippinen oder Mexiko sind dabei. Daher müssen sich die amerikanischen Golf Fans wohl darauf gefasst machen, dass immer mehr grüne Jackets ihr Land verlassen.

Gary Players erster Sieg 1961

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Peter Auf der Heyde

Peter Auf der Heyde - Freier Autor für Golf Post

Peter kommt aus dem Land der Major-Sieger: Gary Player, Ernie Els, Retief Goosen usw. Der Journalist kam relativ spät zum Golf, aber als er 2013 am Tag nach dem Masters in Augusta auf dem 16. Loch (von den Pro Tees!) ein Birdie spielte, wähnte er sich im Golf Paradies. Seitdem geht es leider bergab, aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Über Handicap spricht man nicht, das hat man.

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