Beinahe wäre der am 28. Dezember 1984 geborene Kaymer Fußballprofi geworden. Doch jetzt ist Martin Kaymer Deutschlands bester Golfer.

Martin Kaymer stützt sich auf seinen Schläger

Martin Kaymer bleibt vor dem Ryder Cup ganz gelassen. (Foto: Getty)

Bereits mit sechs Jahren kickte er leidenschaftlich gegen die Lederkugel und das nicht schlecht: als 14-Jähriger spielte das Sportass bei Fortuna Düsseldorf und in der Niederrheinauswahl. Doch sein Herz gehörte dem kleinen Golfball.

Golf oder Fußball? Martin Kaymer musste sich entscheiden

Sein Talent legten die Eltern ihrem Sohn früh in die Wiege. Die ganze Familie war dem Golfvirus verfallen: Papa Horst (Hcp. -4) brachte Bruder Philip (Hcp. +1; war 2007 auch Caddie seines Bruders) und Martin (+4,8) mit zehn Jahren zum Golfen. Mit 15 musste sich das sportliche Multitalent entscheiden: Golf oder Fußball. Kaymer entschied sich für den Golfsport mit der Begründung „ nicht mehr von den Leistungen meiner Mitspieler abhängig zu sein.“ Eine Entscheidung die sich als goldrichtig entpuppte.

Schneller Aufstieg von Martin Kaymer in die European Tour

In seiner Amateurzeit sammelte der Deutsche zahlreiche Trophäen: die St. Andrews Trophy, die als Weltmeisterschaft geltende Eisenhower Trophy, der Sieg bei den Central German Classics sowie der Doppelerfolg bei den Deutschen Meisterschaften sind nur die Wichtigsten. 2006 wechselte der in Scottsdale lebende Deutsche ins Profilager und seitdem geht seine Karriere steil bergauf. Das Ausnahmetalent erregte sofort die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit, als er auf einem Profigolfturnier eine 59er-Runde erzielte – bis heute die beste Runde eines deutschen Profis. Danach stieg er innerhalb eines Jahres von der EPD- über die Challenge- in die European-Tour ein. 2008 folgte der erste Sieg, 2010 siegte er dem PGA-Championship.

Sein größter Erfolg holte der gebürtige Mettmanner im Team: Beim Ryder-Cup-Erfolg steuerte er 2,5 Punkte zum Titelgewinn ein. Nach Bernhard Langer eroberte er die Spitze der Weltrangliste und behielt die Position insgesamt acht Wochen lang. Deutschlands Golf-Elite kürte den Star bereit sechsmal zum „Player of the Year“, 2010 wurde er zudem Erster bei der Race of Dubai und europäischer Golfer des Jahres.

Als Düsseldorfer den FC Köln im Herzen

Doch die Erfolge haben Kaymer nicht abheben lassen, im Gegenteil, er blieb sehr bescheiden. Meist sieht man nicht mal ein kurzes Faustballen. Große Emotionen sind ihm fremd. Kaymer erarbeitet sich ruhig und fast stoisch seinen Erfolg. Er ist besessen vom Sieg, arbeitet hart an sich. Ein alltägliches Training beinhaltet zuerst eine 18er-Auftaktrunde, eher er zwei Stunden an den „Problemschlägen“ arbeitet. Danach geht es ab in den Kraftraum, ehe er den Tag auf der Driving-Range ausklingen lässt. Seine Hobbies sind Kartfahren, Fußball, Joggen und Basketball – schwer vorstellbar, wann er dies bei seinem strammen Trainingspensum noch macht.

Coach Günter Kessler, der Kaymer seit seinem 13. Lebensjahr betreut, beschreibt seinen Schützling  als ruhig und höflich – auf und neben dem Platz. Er ist ein Gentleman, verliert nie ein böses Wort gegen sich oder seine Mitspieler. Seinen Talisman hat der 20-fache Turniersieger immer dabei: ein Handtuch mit dem Vereins-Emblem vom 1. FC Köln. Als Glücksritual wischt der große Fan des Geißbock-Klubs vor jedem Schlag damit seine Schläger trocken.

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