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Lieber Martin, woran liegt’s?

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10. Apr 2015
Nur ratlos oder schon resigniert? Es klemmt bei Martin Kaymer beim Masters 2015. (Foto: Getty)
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Martin Kaymer kämpft nach schwachem Auftakt beim Masters 2015 erneut um den Cut und wir begeben uns auf Ursachenforschung.

Es wirkte fast wie eine Kapitulation, die Martin Kaymer im Anschluss an seine erste Runde beim Masters 2015 gegenüber dem Augusta National aussprach. „Ich weiß nicht, was ich hier sagen soll“, gab sich der 30-Jährige sichtlich enttäuscht. Immer wieder zog er die Schultern hoch, deutete mit subtilen Gesten seine Ratlosigkeit an, als wenn er sagen wollte: Warum muss dieses verflixte Masters nur immer in Augusta stattfinden?! Er redete viel davon, dass dieser Platz „sauschwer“ für ihn sei, viele Schläge gegen seine natürliche Flugkurve auszuführen sind.

Doch woher kommen die Probleme, die Martin Kaymer im jährlichen Turnus bei diesem für ihn scheinbar besonders schwierigen Turnier hat. Bei seinem US-Open-Sieg 2014 auf Pinehurst No. 2 war der Platz auch nicht einfach, wahrscheinlich im Gegenteil. Die US Open sind für ihre brutal schwierigen Platz-Setups bekannt, in Pinehurst kamen ausladende Waste Areas, drahtiges Rough und knüppelharte Grüns dazu. Trotzdem schaffte er es, die versammelte Weltelite in Grund und Boden zu spielen – was sind die Gründe, die ihn beim Masters resignieren lassen?


Das Interview von Martin Kaymer nach dem Masters-Auftakt

Ursachenforschung – Von Schwung bis Psyche

Dass es Martin Kaymer in Augusta nie leicht hatte, das erkennt man sofort bei einem Blick auf seine Turnier-Bilanz. Zum achten Mal ist die deutsche Nummer eins beim ersten Major des Jahres dabei, bei seinen bisherigen Auftritten war der geteilte 33. Platz im Vorjahr sein bestes Resultat. Von 2008 bis 2011 verpasste er das Wochenende des Masters viermal in Folge, es folgten Rang 45 und 35 in 2012 und 2013. Speziell sein Ausscheiden 2011, nur wenige Wochen nachdem er Weltranglistenerster geworden ist, sorgte für Aufsehen.

Kaymer sprach immer davon, dass er auf vielen Löchern das Augusta National gegen sein Naturell ankämpfen muss. Auf zahlreichen Bahnen ist ein Draw nötig, um sich Biride-Chancen zu erspielen. Lange zählte die Rechts-Links-Kurve zu den Schwächen Kaymers, doch seit 2014 dachte man eigentlich, er hätte ihn endlich in seinem Repertoire. Die erste Runde beim Masters 2015 muss in diesem Kontext als herber Rückschlag eingestuft werden – doch liegt es tatsächlich am Schwung?

Selbst Bernhard Langer kann es nicht erklären

Bernhard Langer, der es als zweimaliger Masters-Sieger wissen muss, glaubt das nicht. Nach seiner soliden 73 in Durchgang eins sagte Langer, Kaymer könne in Augusta auch mit dem Fade spielen. „Es gibt nur zwei Löcher, wo du den Draw brauchst“, beschrieb Langer seine Auffassung vom Augusta National, und äußerste sich ebenfalls sehr überrascht zur Leistung Kaymers. „Meiner Meinung nach kann er das alles“, sagte der gebürtige Anhausener, bevor er eine andere mögliche Ursache in Betracht zog. „Es muss wohl dann doch mental sein bei ihm.“

Martin Kaymer und das Spiel zwischen den Ohren

Dass der Kopf im Golf immer die entscheidende Rolle spielt, dass weiß jeder Amateur-Spieler aus eigener Erfahrung. Genau das ist es ja auch, was diesen Sport so faszinierend macht, aber eben auch frustrierend sein kann, sogar auf höchstem Niveau. Martin Kaymer hat auf dem Augusta National das sprichwörtliche Brett vor dem Kopf. Die Schwierigkeiten mit dem Augusta National haben sich über Jahre in die Psyche des Deutschen eingebrannt, die vier verpassten Cuts bei den ersten vier Starts haben den Grundstein dafür gelegt.

Hinzu kommt, dass Kaymer sich in der Vorbereitung auf das Masters nicht das Selbstvertrauen holen konnte, dass er gerade unter den individuell ungünstigen Voraussetzungen für das Masters gebraucht hätte. Angefangen hat es in dieser Saison mit Kaymers Einbruch in Abu Dhabi, wo er in der Finalrunde zwischenzeitlich zehn Schläge Vorsprung hatte, und doch noch den Sieg aus den Händen gab. Er meinte im Verlauf der Saison, er hätte viel daraus gelernt und das Turnier schnell abgehakt, doch wie schnell bekommt man diese gravierende Negativerfahrung aus dem Kopf? Oder andersrum: Wie hätte ein Sieg die weiteren Wochen bis zum Masters positiv beinflusst?

Kämpfen oder Kopf in den Sand?

Während der direkten Vorbereitung auf das Masters spielte Martin Kaymer zwei, statt, wie ursprünglich geplant, nur ein Turnier auf der PGA Tour in Texas. Sowohl bei der Valero Texas Open als auch bei der Shell Houston Open verpasste der Deutsche den Cut. Eine optimale Vorbereitung auf das erste Major des Jahres sieht anders aus, das lässt sich auch durch viel Training (Kaymer: „Ich weiß nicht ob man noch mehr trainieren kann …“) nur schwer kompensieren.

Lässt Kaymer zu schnell den Kopf hängen, wenn er mit dem Platz nicht zurecht kommt? Die Meinung vertritt ein User in der Golf Post Community, der als weiteres Beispiel die Auftritte Kaymers bei der BMW International Open in Köln-Pulheim anführt, bei denen der Deutsche bisher zweimal am Cut scheiterte und dazu häufig sagte, er komme mit dem Platz des GC Gut Lärchenhofs nicht zurecht.

Die Vorzeichen und die Community

Alles in allem waren sowohl die stabilen, wie auch die variablen Faktoren für ein gutes Abschneiden beim Masters 2015 nicht gegeben. Doch noch ist nicht aller Tage Abend und wir lassen uns in der zweiten Runde gerne eines Besseren belehren, wenn Martin Kaymer es mit einer starken Runde unter Par doch noch ins Wochenende schaffen sollte. Die wird er in jedem Fall brauchen, denn er liegt auf dem geteilten 77. Platz mit zwölf Schlägen Rückstand auf den Führenden aktuell außerhalb der Kriterien für das Erreichen des Wochenendes – den Cut schaffen die besten 50 Spieler und alle, die innerhalb von zehn Schlägen Abstand zum Führenden liegen.

Schafft Martin Kaymer noch den Cut in Augusta? Stimmen Sie ab und sagen Sie uns ihre Meinung in der Golf Post Community, wo Sie mit anderen Golfbegeisterten über Martin Kaymer, das Masters und Golf diskutieren können.


Das Masters 2015 hat begonnen! Jordan Spieth führt das Feld an

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Oliver Felden

Oliver Felden - Freier Autor für Golf Post

Während seines Studiums der Sportwissenschaft und Germanistik kam er über das Crossgolfen auf die gemähten Wiesen der Republik. Seine Waffen sind die kurzen Eisen, doch der Putter bringt ihn noch viel zu oft auf den Boden der Tatsachen zurück. Seine Abschlussarbeit hatte den Titel: "Golf in der Schule - Bildungspotenziale und Grenzen".
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