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Warum sieht man Martin Kaymer so selten im TV?

03. Jul 2012
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Selbst als Nr. 1 der Welt wurde Kaymer kaum in Live-Berichten von Sky gezeigt. Warum ist das so? Ist sein Spiel zu langweilig?

Selten im Bild: Martin Kaymer                                  Foto: Getty


Mit 26 Jahren hatte sich Martin Kaymer, als zweiter deutscher Golfer nach Bernhard Langer, die erste Position der Weltrangliste im Golf erspielt. In der am  27. Februar 2011 veröffentlichten offiziellen Weltrangliste wurde er erstmals an vorderster Stelle geführt.  13.858.639 Mio. € an Preisgeld hat Martin Kaymer schon eingespielt (Stand Juli 2012). 18 Siege auf der EPD, Challenge, European und PGA Tour stehen für den PGA Champion von 2010 zu Buche.

Trotz aller Erfolge: Wer Kaymers Auftritte auf der Tour im Fernsehen verfolgt kann sich schon glücklich schätzen wenigstens einen seiner 18 Abschläge live miterleben zu können. Was sind die Gründe dafür, ist Kaymers Spiel zu langweilig, zu unspektakulär?

Fokus auf amerikanischen Spielern

Wer überträgt eigentlich das Live-Geschehen der PGA Tour? Natürlich amerikanische Sender – GOLFCHANNEL, ESPN und NBC. Selbstverständlich wird hier vorzugsweise von amerikanischen Spielern berichtet. Wen interessiert schon Kaymer in den USA? Obwohl seine Wahlheimat in Arizona liegt, wollen amerikanische Golffans „ihre“ Stars spielen und gewinnen sehen. Zum Teil spielen hier patriotistische Einflüsse eine Rolle, aber auch das College Sport System der USA ist ein Faktor.

Rickie Fowler spielt am letzten Turniertag in Orange – eine Ehrerweisung an die Oklahoma State University, für die er während seiner College Jahre gespielt hat. Der Sport in den USA ist auf eine hohe Identifikation der Region mit den Teams oder eben auch Universitäten der Region ausgelegt. Ein höherer Identifikationsgrad durch eine gesunde Portion Patriotismus sind Garanten für eine hohe Einschaltquote für die amerikanischen Golfsender.

Fokus auf englischen und spanischen Spielern

Doch wie sieht es in Europa aus? Die European Tour wird von SKY Sports (aus UK) und teilweise nationalen Sendern, z.B. CBS ausgestrahlt. Da verwundert es nicht unbedingt, dass der Schwerpunkt der Live-Bilder auf den Spielern von der Insel liegt. Die Spanier sind spätestens seit den Erfolgen von Seve Ballesteros traditionell stark auf der European Tour vertreten. Auch hier zeigt sich die Überlegenheit der „feurigen“ Südländer gegenüber den „unterkühlten“ Deutschen – zumindest, was das mediale Interesse angeht.

 

Kaymer ist nicht „bunt“ genug

Klar, Tiger Woods ist die unangefochtene Stimmungskanone auf der Tour. Obwohl er nicht unbedingt mit einem breiten Grinsen auf der Runde unterwegs ist. Der Schlüssel für die mediale Präsenz bei den Berichterstattungen sind die Emotionen, die Möglichkeit eines unvorstellbaren Schlags – ein aktuelles Beispiel ist Tigers Pitch-In beim Memorial Tournament. Emotionen zeigt Kaymer selten – selbst bei seinem Majorsieg war keine Explosion der Gefühle zu beobachten.

Böse Zungen könnten behaupten Kaymer würde aus zwei Gründen von den Amerikanern kaum gezeigt: Beim Majorsieg „klaute“ er einem Amerikaner den Sieg (Stechen gegen Bubba Watson) und die PGA Tourkarte hat er bisher auch nicht wahrgenommen.

Auch wenn es nicht dem Naturell der deutschen Nummer 1 entspricht – Kaymer könnte durch Emotionen und ein frecheres Auftreten dem deutschen Golf zu noch einem größeren Schub verhelfen. Als Kaymer-Sympathisant würde ich mich jedenfalls über mehr Sendezeit für die deutsche Nummer 1 freuen. Dafür kann er im Übrigen selbst sorgen – mit außergewöhnliche Leistungen bei den Majors, z.B. bei der British Open im Royal Litham & St. Annes Golfclub Mitte Juli.

Matthias Kiesinger

Matthias Kiesinger - Freier Autor für Golf Post

Matthias ist diplomierter Sportwissenschaftler. Er hat Schwächen bei Annäherungen, dafür kommt das Eisen 3 (teilweise) überraschend gut. Mit Bogey-Handicap ist noch viel Luft nach oben. Ziel: Single Handicap und einmal im Leben eine Par-Runde. Sein Golfvorbild ist Ivan Lendl.
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