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Martin Kaymer – Sein neuer Status Quo

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13. Mai 2014
Wohin geht die Reise von Martin Kaymer? Der deutsche Ausnahmegolfer zieht Bilanz und spricht über seine nächsten Ziele. (Foto: Getty)
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Nach der Players ist vor dem Ryder Cup und drei weiteren Majors! Was 2014 noch kommt und warum Martin Kaymer sich verbessern will.

Die Bilder im Kopf sind noch frisch: Martin Kaymer locht den vorentscheidenden Putt auf der 17 des TPC Sawgrass und wird Players Champion 2014. Ein phänomenal starker Auftritt des Deutschen bei dem wohl wichtigsten Weltranglistenturnier nach den Majors. Martin Kaymer ist wieder angekommen, wo er hingehört: Ganz oben! Was muss das für ein Gefühl sein, nach all der Schelte und Kritik, die der 29-Jährige in den vergangenen Monaten und Jahren hat ertragen müssen, sich selbst und allen Zweiflern bewiesen zu haben, dass man alles richtig gemacht hat. Und doch spricht Kaymer schon wieder von Verbesserungen, von Bereichen in seinem Spiel, an denen er noch arbeiten muss, mit denen er nicht zufrieden war. Paul McGinley wird interessiert zugehört haben.

Die Lehrjahre des Martin Kaymer

Das Tal der Tränen war lang und tief für Martin Kaymer, geschuldet wohl auch der Fallhöhe, die die erste Position der Weltrangliste naturgegeben mit sich bringt. Der 29-Jährige versuchte viel, um den freien Fall zu stoppen; über den neuen Caddie und den neuen Kurzspieltrainer bis hin zu einer zurückgefahrenen Öffentlichkeitsarbeit. Die gewünschten Effekte blieben aus, also wieder Kommando zurück – alter Caddie, alter Trainer, Fokus auf die alten Stärken. Und letztlich kam der Stein ins Rollen.


Martin Kaymer ist ein Gentleman – wie sein Trainer

„Der Glaube daran, dass ich wieder ein Golfturnier gewinnen würde, war immer da“, sagte Martin Kaymer in der Pressekonferenz nach dem Sieg bei der PLAYERS. „Es war alles nicht so dramatisch, wie es manche darstellten. Es gibt

Craig Connelly ist der Mann an der Tasche von Martin Kaymer. (Foto: Getty)

Craig Connelly ist der Mann an der Tasche von Martin Kaymer. (Foto: Getty)

immer Leute, die meinen, Du machst das oder das falsch, aber ich war mir immer sicher das Richtige zu tun“, und hängte mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen noch an: „Ich dachte nur nicht, dass es so lange dauert.“

Vor allem seinem Caddie Craig Connelly und seinem Trainer Günther Kessler habe er zu verdanken, es wieder zu einem Turniersieg gebracht zu haben. Mit Günther Kessler arbeitet Martin Kaymer seit über 15 Jahren zusammen und sagt, dass er den größten Einfluss auf sein Spiel habe. „Er ist für mich ein Trainer von Weltklasse. Er mag es nicht im Vordergrund zu stehen oder die Schlagzeilen zu füllen, obwohl er es verdient hätte. Doch das macht ihn nicht zu einer glücklicheren Person. Und das wiederum macht ihn zu einem feinen Menschen.“ Kennern dürften da gewisse Parallelen aufgefallen sein.

Kein Ende in Sicht

Wie viel Druck auf ihm gelastet hat, wird in Martin Kaymers Worten zu seinen Facebook-Fans deutlich. „Es ist eine große Genugtuung und Erleichterung, jetzt endlich das Resultat zu sehen“, schreibt die ehemalige Nummer eins der Welt. Auch auf der Pressekonferenz direkt nach dem Sieg spricht Kaymer von der hohen Erwartungshaltung, auch von sich selbst. „Vom ersten Tag an gab es viel Druck, viele Erwartungen, und obwohl ich immer davon geredet habe, okay, das war erst Tag eins, das war erst Tag zwei, tief in Dir drinnen hoffst Du, Du kannst es irgendwie nach Hause bringen.“

Und das hat Martin Kaymer eindrucksvoll getan. Doch er wäre nicht er selbst, wenn er sich jetzt auf dem Erreichten ausruhen würde. Vielmehr treiben ihn schon wieder Gedanken um, die Schwachstellen seines Spiels betreffen. Auf die Frage, was nun seine langfristige Ziele seien, kommt wie aus der Pistole geschossen und die Stirn in tiefe Falten der Selbstkritik gelegt: „Mich noch mehr verbessern.“

Selbstkritik als Antrieb

Die Frage nach den zukünftigen Zielen kehrt Kaymers Innerstes nach außen, inbrünstig unterstreicht er: „Auf der 16, es war nicht das Richtige zu putten – das war weicheimäßig!“ Die Stimme hebt sich, die Arme gestikulieren ungewohnt deutlich. „Du musst ihn einfach chippen! Auch wenn Du nicht der beste und größte Chipper bist, Du musst ihn chippen!“ Und genau das sind die Dinge, an denen er arbeiten will.

Schwung und Bewegung seien sauber, er sei glücklich damit wie sich das alles entwickelt habe, aber für die Zukunft sei es

Martin Kaymer mit Ryder-Cup-Captain Paul McGinley. (Foto: Getty)

Martin Kaymer mit Ryder-Cup-Captain Paul McGinley. (Foto: Getty)

wichtig zu lernen, strikt seinem Plan zu folgen. „Du musst mit Deinem Herzen spielen. Was passiert, passiert, aber es ist wichtig, dass Du ehrlich zu Dir selbst bist. Auf der 16 war ich das nicht.“

Martin Kaymer und Ryder Cup

Voll des Lobes für den europäischen Ryder-Cup-Captain Paul McGinley betonte Kaymer noch einmal, wie wichtig es für ihn ist, in Schottland mit dabei zu sein. Erst recht mit der Geschichte seines Sieg-Putts 2012 im Hinterkopf, ist dies für Martin Kaymer das größte Ziel. Vor allem auf der European Tour muss er dafür noch Punkte sammeln. Auch wenn er aktuell, im zweigeteilten Qualifikationsmodus für das Turnier, über die Weltrangliste qualifiziert wäre, glaubt Kaymer, dass dies sehr schwierig wird, und sucht sein Heil eher auf der europäischen Tour. Nach der HP Byon Nelson Championship geht es dementsprechend voller Selbstvertrauen und Zuversicht wieder nach Europa zur BMW PGA Championship in Wentworth.


Martin Kaymer bei der PLAYERS Championship 2014 - Die besten Bilder

Oliver Felden

Oliver Felden - Freier Autor für Golf Post

Während seines Studiums der Sportwissenschaft und Germanistik kam er über das Crossgolfen auf die gemähten Wiesen der Republik. Seine Waffen sind die kurzen Eisen, doch der Putter bringt ihn noch viel zu oft auf den Boden der Tatsachen zurück. Seine Abschlussarbeit hatte den Titel: "Golf in der Schule - Bildungspotenziale und Grenzen".
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