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Martin Kaymer vor Open Championship: „Einfach ist hier gar nichts“

13. Jul 2016
Golf Post traf Martin Kaymer kurz vor Beginn der 145. British Open zu einem exklusiven Interview im Royal Troon GC. (Foto: Getty)
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Golf Post hat Martin Kaymer vor der British Open getroffen. Er verrät, warum er den Kurs gerne mag und sich auf die Runden mit Dustin Johnson freut.

Martin Kaymer ist jetzt offiziell Teil des deutschen Olympiateams. Aber bevor es nach Rio geht stehen noch zwei Majors für den Mettmanner auf dem Programm. Die 145. Open Championship im Royal Troon GC ist sein erster Halt. Gewinnen würde Kaymer das Turnier unglaublich gerne, denn es ist eines der beiden Majors, die ihm noch fehlen. Im exklusiven Interview erklärt er Golf Post, was die Schwierigkeiten des Platzes sind, wo man lieber nicht landen sollte und wie er seine Chancen einschätzt. Denn wir hoffen natürlich, dass er am Ende den Claret Jug in die Höhe reckt.

Golf Post: Martin, Du hast die ein oder andere Proberunde hinter Dir. Wie fühlt es sich an hier zu spielen? Momentan ist draußen wenig Wind, das dürfte sich in den nächsten Tagen aber ändern.


Martin Kaymer: Das ist das Schöne an Linkskursen, man kann nichts planen. Man muss sich teilweise während der Runde neu an die Bedingungen anpassen. Deshalb spiele ich die British Open so gerne. Am Donnerstag soll das Wetter wohl sehr gut werden und am Freitag soll alles dabei sein, es werden also zwei komplett unterschiedliche Tage werden. Einfach ist hier gar nichts, aber die ersten Neun auf dem Golfplatz spielen sich im Vergleich zur zweiten Neun einfacher, weil sie relativ kurz sind. Die zweiten Neun sind genau das Gegenteil. Da gilt es dann, die Fairways zu treffen, weil schon manche Abschläge schwierig sind.

Golf Post: Die ersten Neun gehen am Meer entlang, die zweiten Neun im Landesinneren zurück zum Clubhaus. Trotzdem ist gerade die Back Nine anfällig für Wind. Wie macht sich das bei Euch bemerkbar?

Martin Kaymer: Auf den ersten Neun kommt der normale Wind von rechts hinten. Es spielt sich also noch kürzer. Die Löcher bei Rückenwind zu spielen ist einfacher als bei Gegenwind und damit ist auch die Erklärung gegeben, warum die zweiten Neun schwerer sind. Da kommt der Wind von links vorne. Für einen Rechtshänder ist dieser Wind sehr schwer. Die Kombination von langen Löchern und Gegenwind macht es schwer auf den letzten sieben Löchern dann noch einen Score aufzuholen.

Golf Post: Eine der Besonderheiten hier in Troon ist das kurze Par-3 an Loch 8 mit dem Spitznamen „Briefmarke“. Wie bist Du in den Proberunden damit zurechtgekommen? 

Martin Kaymer: Man muss das Grün treffen. Es ist ein relativ kurzes Loch, es sind nur ungefähr 120 Meter. Wenn du das Grün getroffen hast, ist alles in Ordnung. Bei Wind schlägt man auch mit einem Eisen-7, Eisen-8 in das kleine Grün und wenn du im Grünbunker landest, wird es tricky. Man kann in diesen Topfbunkern, die bei der British Open normal sind, sehr bittere Lagen haben.

Golf Post: Du hast vor dem Turnier gesagt, Du würdest die British Open sehr gerne mal gewinnen. Wie schätzt Du nach den Erfahrungen der Proberunden Deine Chancen ein?

Martin Kaymer: Der Golfkurs gefällt mir sehr gut, weil es vermutlich kein Birdiefestival wird. Obwohl der Kurs sich relativ weich spielt, ist es nicht einfach Birdies zu machen. Ich finde solche Golfturniere super, weil man sich nicht 100 Prozent darauf vorbereiten kann. Man ist von den Bedingungen abhängig. Ich habe schon zwei Majors in meiner Karriere gewonnen und die British Open fehlt mir noch, zusammen mit dem Masters. Je früher ich das Turnier gewinnen kann, desto schöner wäre es.

Golf Post: Wer hat hier die besten Chancen? Die Longhitter, oder wird die Entscheidung unter den Puttern fallen?

Martin Kaymer: Unter den guten Puttern, das ist bei den meisten Majors so. Bei der US Open und bei der PGA Championship muss man vom Tee aus gerade sein. Hier gilt es die Bunker zu vermeiden, das ist sonst wie ein Strafschlag. Man muss diese drei, vier Meter Zone ums Loch herum gut beherrschen. Da werden einige Par-Saves dabei sein und auf den ersten Neun wird man da Birdiechancen sehen. Von daher hab ich einen Fokus darauf gelegt, viele Putts aus dieser Länge zu machen.

Golf Post: Du spielst die ersten beiden Runden mit einem Dustin Johnson in Hochform, bist nach Deinen Top-Ten-Ergebnissen aber ebenfalls gut drauf. Was erwartest Du vom Spiel mit „DJ“?

Martin Kaymer: Wenn man mit Leuten zusammenspielt, die aufgrund der letzten Erfolge sehr viel Selbstvertrauen ausstrahlen, bekommt man selbst etwas davon mit und kann viel Positives daraus ziehen. Wenn man mit Leuten spielt, die viele Birdies machen, die viele gute Schläge machen, die einfach gute Golfspieler sind, dann siehst du viel Positives auf der Runde. Gerade bei solchen Turnieren sehe ich es schon als Vorteil, wenn man mit guten Leuten zusammen auf der Runde ist.

Golf Post: Ein weiteres Thema hat diese Woche Schlagzeilen gemacht: Am Montag war Ende der Qualifikationsphase für Olympia, der DOSB hat Alex Cejka und Dich nominiert. Ändert sich für Dich vor Olympia jetzt noch irgendwas oder kannst Du Dich auf die beiden Majors konzentrieren und dann Olympia als nächstes Ziel sehen?

Martin Kaymer: Vom Golferischen her ändert sich eigentlich gar nichts. Für mich stand Olympia schon vorher fast fest. Für mich geht es eher darum, die Turniere, die ich jetzt spiele, gut zu spielen, damit ich mir die beste Möglichkeit schaffe, noch in den Ryder Cup reinzukommen. Olympia ist eher ein organisatorisches Ding, es gibt sehr viel zu planen und da müssen wir sehr viel mit dem DGV und mit dem DOSB kommunizieren, um das logistisch so gut wie möglich hinzubekommen. Vom Golferischen her geht es einzig darum, gut zu spielen, Es sind große Turniere, die ich gerne gewinnen möchte.

Golf Post: Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast und viel Erfolg für die kommenden Tage. Vielleicht sehen wir Dich ja am Sonntag mit dem Claret Jug in der Hand.

(Das Interview führte Lars Kretzschmar)


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