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Siem: „Olympia ist momentan mehr Stress als Freude“

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02. Mrz 2016
Marcel Siem würde gern zu den Olympischen Spielen nach Rio reisen. Die Sitaution vor Ort sieht er aber kritisch. (Foto: Getty)
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Und trotzdem wäre der 35-Jährige gern dabei. Marcel Siem über die olympischen Probleme, Vielfalt und Medaillenträume.

Adam Scott hat gar keine Lust drauf, Rory McIlroy würde lieber das Masters gewinnen und für Martin Kaymer wird es der absolute Saisonhöhepunkt: Die Olympischen Spiele in Rio. Marcel Siem liegt irgendwo zwischen diesen vielen, geteilten Meinungen. „Das ist eine schwierige Geschichte, muss ich ganz ehrlich zugeben“, sagt der 35-Jährige im Golf-Post-Interview. „Olympia, das kann mir kein Golfer sagen, ob das eine coole Sache wird oder nicht.“ Hinzu kämen die verschmutzten Gewässer und das Zika-Virus, wegen dem das Austragungsland Schwangeren bereits im Februar von einer Reise nach Rio während der Olympischen Spiele abriet.

Marcel Siem: „Viele positive Sachen warten nicht“

„Das sind nicht viele positive Sachen, die da auf einen warten“, bilanziert Siem. „Für mich ist es momentan mehr Stress als Freude. Da sind so viele Sachen, auf die man jetzt achten muss, Termine, die man wahrnehmen muss, obwohl man noch gar nicht weiß, ob man qualifiziert ist oder nicht.“ In der Tat wird der vierfache European-Tour-Sieger ersteinmal abwarten müssen, im Zweifel bis zur Deadline am 11. Juli. Dann endet der Qualifikationszeitraum und nur die beiden besten Golfer eines jeden Landes in der Weltrangliste (OWGR) werden nominiert.


Der Kampf um die Quali mit Alex Cejka

Marcel Siem tauscht derzeit beinahe wöchentlich die Position im OWGR mit Alex Cejka. Falls es für den Mettmanner mit der Qualifikation klappt, „dann wird es wahrscheinlich ein unvergessliches Event.“ Auch wenn er nicht allzu viele Zuschauer am Platz erwartet: „Erstens weil wir in Brasilien spielen, wo Golf keine so große Rolle spielt, und zweitens, weil parallel so viele andere interessante Sportarten stattfinden, die viel spektakulärer zum Zuschauen sind.“

Olympische Spiele in Rio de Janeiro

Golf ist zum ersten Mal seit über 100 Jahren wieder bei den Olympischen Spielen vertreten. Sowohl für die Damen als auch die Herren wird ein 72-Loch Zählspiel-Turnier veranstaltet. Schon während des Baus der Golfanlage gab es Probleme mit Naturschutzauflagen. Seit Ausbruch des Zika-Virus ist bekannt, dass vor allem die Golfer durch die Wasserhindernisse von einer Ansteckung bedroht sind.

In der Vielfalt der Sportarten liegt auch für Siem der ganz besondere Reiz der Olympischen Spiele. „Das ist für mich das, was ich schon immer super interessant fand. Ob es Franz Beckenbauer, Michael Schumacher, Klitschko oder Boris Becker waren. Der Austausch zwischen Sportlern verschiedener Sportarten ist wirklich interessant. Von diesen Persönlichkeiten kann man viel lernen: Wie die z.B. mit Druck umgehen, wie die Tagesplanung oder die private Planung ist, wie man etwas besser machen kann. Das sind Sachen, auf die ich mich extrem freue“, schwärmt der verheiratete Familienvater.

„Natürlich möchte ich eine Medaille gewinnen“

„Natürlich“ möchte er auch eine Medaille gewinnen, wenn er denn nach Rio fährt, blickt Siem voraus. Vorallem, „weil Deutschland ja auch ein Olympialand ist und wir Deutschen den Sport lieben.“ Und noch eine Hoffnung verbindet er neben dem Medaillentraum mit der Olympiade: „Golf wird ja nun nicht so als Sportart angesehen, aber das wird sich auch noch ändern.“

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Tobias Hennig

Tobias Hennig - Redakteur

Tobias kam im Sommer 2014, während seines Studiums der Germanistik und Politik, als Werkstudent zu Golf Post. Zunächst machte er sich nur die Theorie des Golfsports zu eigen, nun versucht der vielseitig sportbegeisterte Wahl-Kölner, zum teaminternen Handicap-Durchschnitt aufzuschließen. Seit April 2016 erheitern der Redakteur und seine Hündin Mali die Kollegen täglich.
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