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Tiger Woods‘ zweitbeste Entscheidung 2014

14. Aug 2014
Tiger Woods mit seiner zweitbesten Entscheidung 2014 (nach der für die Rücken-OP): Regeneration vor Ryder Cup. (Foto: Getty)
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Er muss ihm schwer gefallen sein, der abermalige Rückzug so kurz vor dem Ryder Cup. Doch tatsächlich tut Woods damit allen einen Gefallen – fast allen. Ein Kommentar.

Der Entschluss muss ihm schwer gefallen sein. Aber Tiger Woods hat mit seiner Verletztmeldung für den Rest der Saison inklusive des Ryder Cups und seinem Verzicht auf weitere Berücksichtigung bei den Captain-Picks eine einwandfreie Entscheidung getroffen.

Der Rücken sagt danke

Was Woods jetzt braucht – schon viel früher gebraucht hätte – ist Ruhe, Pause, Genesung. Golf ist nicht gerade eine Extremsportart, was das Herz-Kreislauf-System angeht, wohl aber eine große Belastung für die Gelenke und den Rücken. Gerade dort eine Achillesferse zu haben kann kein Golfer der Welt, auch nicht Tiger Woods, ausgleichen und trotzdem Weltspitze sein. Wenn er noch einmal wettbewerbsfähig werden möchte, muss er sich jetzt vollständig regenerieren.


Vollständig regenerieren sollte aber nicht heißen, bis zur ersten Dezemberwoche wieder wettbewerbsfähig sein zu wollen, wie Woods angekündigt hat. Bei solchen Verletzungen macht man keine Kompromisse, keine im Trainings- oder Wettbewerbsumfang und auch keine zeitlichen Schnellschüsse. Nicht Dezember sollte er anvisieren, sondern das Masters 2015.

Tom Watson kann froh sein

Hätte Woods nicht von sich aus zurückgezogen, hätte die Entscheidung bei Watson gelegen. Der US-Kapitän wäre mit einem potenziellen Woods-Pick allerdings ein erhebliches Risiko eingegangen und hätte es vielleicht nicht eingehen wollen. Woods hat ihm die Entscheidung abgenommen und ihnen beiden einen Gefallen getan: Tom Watson muss keine wie auch immer geartete unpopuläre Entscheidung treffen, Woods muss keine öffentliche Absage befürchten. Well done, guys!

There is no ‚i‘ in ‚Team‘

Das US-Team bekommt durch Tigers Rückzug eine wirkliche Chance, als Team wahrgenommen zu werden. Tiger Woods ist ein wertvoller Spieler, keine Frage. Aber gerade im Teamwettbewerb und beim Ryder Cup hat er zuletzt nicht geglänzt – und trotzdem hätten sich alle Medienvertreter vornehmlich auf ihn gestürzt. Für den Teamgedanken ist Woods ein Unruhefaktor, trotz mehrfacher Beteuerung des Gegenteils durch Watson.

In seiner derzeitigen Verfassung wäre er dem Team auch rein sportlich keine große Hilfe gewesen. Das anzuerkennen und die Konsequenz daraus zu ziehen, zeigt, dass Woods im Sinne des Teams handelt, das er „anfeuern wird.“

Seit 1997 hat Woods erst einen Ryder Cup verpasst: Das war 2008. Damals hat Team USA trotzdem gewonnen und es wird auch 2014 ohne ihn auskommen.

Nur eines von vielen Puzzlestücken

Aus Sicht der Fernsehsender und Medien, die von einem starken Auftritt Tiger Woods‘ immer profitieren, ist Woods‘ Absage eine schlechte Nachricht. Für Woods hingegen, der seiner Gesundheit endlich höhere Priorität einräumt als dem gerade aktuellen Wettbewerb, ist sicher die zweitbeste Entscheidung, die er 2014 getroffen hat – gleich hinter seiner ursprünglichen Entscheidung, sich überhaupt am Rücken operieren zu lassen.

Im Trubel rund um das Kontinentalduell wird das Tiger-Thema ohnehin nur eines von vielen Puzzlestücken sein. Der Blick geht nach vorne. Und da kämpfen 24 Spieler im Regen Schottlands mit Matsch im Gesicht und Tunnelblick um jeden Meter, um die letzten, die entscheidenden Schläge zu sparen. Ein hoffentlich genesender Tiger Woods sitzt dann vielleicht mit ’ner Coke in der Hand vor der heimischen Leinwand und fiebert mit. Oder auf der Tribüne. Oder als Co-Kommentator im Studio. Wer weiß?

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Juliane Bender

Juliane Bender - Leitende Redakteurin bei Golf Post von Juli 2012 bis Februar 2016

Juliane ist Diplom-Sportwissenschaftlerin. Für sie ist das Faszinierende an Golf: Der Sport ist ein guter Lehrmeister, nicht nur, wenn man gerade den Schläger schwingt. Sie finden Juliane Bender auch unter Google+
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