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Kinderbetreuung auf Golfplätzen – Wie weit sind die Clubs?

13. Aug 2014
Kinderbetreuung ist ein zunehmend wichtiges Thema für die Golfclubs, aber noch nicht überall verlässlich organisiert. (Foto: Getty)
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Es ist das Neuland der Golfclubs: Kinderbetreuung vor Ort. Trotz Mehrkosten wird sie zur entscheidenden Servicegröße.

Am Anfang hat Karin Steiger ihren kleinen Sohn einfach mit auf den Golfplatz genommen. Das Golfbag auf dem Rücken, das Baby im Kinderwagen vor sich her geschoben. „Neun Löcher habe ich so eigentlich ganz entspannt spielen können. Eine andere Möglichkeit hat es damals noch gar nicht gegeben. Die Alternative wäre gewesen, ganz aufs Golfen zu verzichten“, erzählt die 38-Jährige. Doch das wollte sie nicht.

Kinderbetreuung in Golfclubs: Erleichterung für die Eltern

Jetzt, etwas mehr als drei Jahre später, haben sich die Zeiten gleich in zweierlei Hinsicht geändert: Zum einen sind die Golfplatzbesuche mit dem kleinen Hannes, der inzwischen läuft und nicht mehr ruhig im Wagen sitzen bleibt, mittlerweile nicht mehr ganz so entspannt. Zum anderen bieten viele Golfclubs bereits eine spezielle Kleinkindbetreuung an, während Mama und Papa Turniere spielen oder zum Spaß auf dem Platz ihre Runden drehen. „Das ist heutzutage, wo im Speziellen freie Zeit ein rares Gut geworden ist, eine der modernen Anforderungen an einen Golfclub“, sagt Andreas Dorsch, Geschäftsführer des Golf Management Verbandes Deutschland (GMVD).


Zielgruppe der 25- bis 40-Jährigen ansprechen

Der Golfsport leide unter anderem darunter, dass beispielsweise bei einem Ehepaar beide Partner in Vollzeit arbeiten müssen, um den Lebensunterhalt verdienen zu können. „Die gemeinsame Freizeit wird also immer knapper. Und wenn man dann auch noch für jede Golfrunde zu zweit erst einen Babysitter suchen muss, wird es noch schwieriger“, erklärt Dorsch.

Die Betreiber vieler Golfanlagen beschäftigen sich daher schon seit Jahren mit dieser Thematik. Nicht nur des reinen Servicegedankens wegen. „Das ist einfach zeitgemäß. Man kann damit natürlich auch Familien als neue Mitglieder an sich binden“, meint Dorsch. Zumal genau diese jungen Erwachsenen zwischen 25 und 40 Jahren eigentlich die zukunftsträchtigste Zielgruppe des Deutschen Golfverbands (DGV) darstellen.


Die Kids der Golfprofis

Raum, Fachpersonal & Spielgeräte – eine Herausforderung für die Clubs

Bei den meisten Mitgliedsplätzen der „Leading Golf Courses of Germany“ sei eine Betreuung der Kinder in den Mitglieds- und Spielgebühren inbegriffen. Andere Anlagen verlangen für das Zusatzangebot auch zusätzliche Gebühren. Dorsch: „Das ist alles natürlich nicht so billig. Da reicht es nicht, einfach ein Bällebad wie im Möbelhaus aufzubauen. Man braucht einen geeigneten Raum dafür, man braucht Fachpersonal und natürlich auch kindgerechte Spielgeräte.“

Als einer der ersten Golfplätze bot der Golfclub Schloss Maxlrain im Jahr 2010 professionelle Betreuung für die Kinder der Mitglieder und Gäste an. Der Club hat dazu gemeinsam mit dem nahegelegenen Montessori-Kinderhaus Bad Aibling ein Konzept ausgearbeitet. Damit junge Eltern gemeinsam Golf spielen können, betreut ausgebildetes Personal gegen einen Unkostenbeitrag Kinder vom Babyalter bis zur Grundschule.

Spielplatz für die Kleinen, Bambinitraining für die Großen

Auch beim etablierten Golfclub München-Eichenried macht man seit vielen Jahren sehr gute Erfahrung mit der Kinderbetreuung auf dem Gelände des Clubs. „Wirtschaftlich ist so ein Angebot für uns als Golfanlage sehr wichtig. Es kommen auch immer wieder Anfragen diesbezüglich“, sagt Geschäftsführer Korbinian Kofler. Am Rande Münchens wird sogar noch nach Alter unterschieden. Sprich: Sind die Kinder der Mitglieder oder Greenfeespieler zwischen drei und fünf Jahren, werden sie von geschultem Personal auf einem Spielplatz und im Kinderhaus direkt neben der Driving-Range betreut.

Für ältere Sprösslinge besteht die Möglichkeit, beim Bambinitraining erste Erfahrung mit Schläger und Bällen zu sammeln, während Mama und Papa auf die Runde gehen. „Für ungestörte neun Löcher ist dann schon einmal Zeit“, meint Kofler. Ab welchem Alter die Kinder quasi im Clubsekretariat abgegeben werden können, variiert von Anlage zu Anlage. Auf dem Golfplatz Gut Waldhof bei Hamburg beispielsweise beträgt das Mindestalter bereits zwei Jahre. Immer sonntags sowie an den Feiertagen kümmert sich eine Kindergärtnerin um die Kleinen – und zwar fast den ganzen Tag von 10 bis 18 Uhr.

Kinderbetreuung ist das Neuland der Golfclubs

„Für normale Golfclubs ist dieser Service auch mit einem zusätzlichen personellen Aufwand verbunden“, sagt Andreas Dorsch. Bei Clubs, die an Hotelanlagen angeschlossen sind, ist das ein wenig anders. Im Golfresort Semlin am See etwa gibt es in der hoteleigenen Kinderanimation ohnehin eine examinierte Kindergärtnerin, für eine Extra-Gebühr ist dort sogar die Verpflegung inbegriffen.

Fazit: Die Golfanlagen betreten mit diesem Angebot der Kinderbetreuung zwar Neuland. Viele wagen diesen Schritt aber gerade auf wirtschaftlichen Gründen trotzdem. Einziger Haken: Noch ist vieles zu sporadisch, gerade während der Woche (oder auch in den Ferien) fehlen vielerorts die Betreuungszeiten.

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Stephan Schoettl

Stephan Schoettl - Freier Autor für Golf Post

Den Sport- und Touristikmanager hat es nach einer Zwischenstation beim Radio als Redakteur zu den Printmedien verschlagen. Er ist im Allgäu daheim und dreht dort auch am liebsten seine Runden. Er schlägt die Golfbälle aber nicht nur gerne, sondern freut sich auch über besondere Exemplare für seine Sammlung. Sie finden Stephan Schöttl auch unter Google+
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