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Kinder wichtiger als Golf: Tiger Woods setzt künftig Prioritäten

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04. Dez 2015
Tiger Woods mit einem seiner Kinder beim Par-3 Wettkampf in Augusta. (Foto: Getty)
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Comebackpläne, Genesungsfortschritte und die Bedeutung seiner Kinder: Tiger Woods plaudert im Interview aus dem Nähkästchen.

Von einer solch offenen Seite hat sich Tiger Woods schon lange nicht mehr gezeigt. In einem ausführlichen Interview mit dem Time Magazine gibt der 14-malige Major-Sieger der Golfwelt tiefe Einblicke in seine Gefühlswelt. Woods spricht dabei über den Heilungsverlauf seiner Verletzung, die eigene Zukunft im Golfzirkus und den neu entdeckten Stellenwert seiner Kinder. Seine Aussagen nähren die Zweifel, ob der langjährige Weltranglistenerste noch einmal zu seiner alten Form zurückfinden wird.

Denke nicht, dass ich noch einmal 100 Prozent gesund werde“


Wie Woods bereits im Vorfeld der Hero World Challenge auf einer Pressekonferenz bekannt gab, gebe es derzeit keinen Zeitplan für seinen Genesungsprozess. Stattdessen bleibe ihm nichts anderes übrig als abzuwarten, wie der Nerv heile. Auf die Frage des Time Magazines, wie denn sein aktueller Tagesablauf aussehe, antwortet Woods konkret: „Ich laufe zehn Minuten am Strand. Das ist alles. Dann komme ich nach Hause und lege mich auf die Couch oder das Bett.“ Gerade diese Ungewissheit und die hinzukommende Hilflosigkeit nagen an dem Geduldsfaden des 39-Jährigen: „Ich habe mir immer Ziele gesetzt. Nun musste ich das überdenken und sagen, O.K., mein Ziel ist es heute nichts zu tun. Für jemanden, der gerne arbeitet, ist es ein schwer zu verstehendes Konzept.“

Eines hat Woods allerdings ganz sicher verstanden. Und zwar, dass er seinem Körper schon viel zu viel zugemutet hat und dass weitere Operationen für ihn nicht in Frage kommen: „Ich brauche keine weiteren Operationen. Sieben sind genug. Viermal das Knie, dreimal der Rücken, das reicht. […] Ich denke nicht, dass ich noch einmal 100 Prozent gesund sein werde, aber diesem Punkt so nahe wie möglich zu kommen, wäre schön.“ Diese Aussagen machen deutlich, an welchem Punkt der jüngste Masters-Champion aller Zeiten mittlerweile steht und dass es möglicherweise nicht mehr dazu kommen wird, dass die Golffans den alten, dominanten Tiger Woods noch einmal zu Gesicht bekommen. Doch bei all seinen Verletzungen und Rückschlägen gibt es auch etwas, das Woods daraus gelernt hat.

Das Wichtigste ist, dass ich ein Leben mit meinen Kindern habe“

Woods, der am 30. Dezember seinen 40. Geburtstag feiert, scheint reifer geworden zu sein und seine Prioritäten verändert zu haben. Jahrelang hat er alles dem bedingungslosen Erfolg untergeordnet. Er hat seine Gesundheit aufs Spiel gesetzt, um einer der besten Golfer aller Zeiten zu werden. Schon in seiner Kindheit hingen Poster von den Triumphen des legendären Jack Nicklaus an den Wänden seines Zimmers. Der „Golden Bear“ diente Woods stets als Vorbild und Antrieb: „Wenn ich jedes Alter unterbieten kann, in dem er es (seine Siege und Rekorde, Anm. d. Red.) erreicht hat, dann habe ich eine Chance der Beste zu sein.“

Dies ist ihm nach eigener Ansicht auch gelungen. Lediglich die 18 Major-Sieger, die Nicklaus für sich verbuchen konnte, sind von Woods noch unübertroffen. Und doch ist noch nicht sämtliches Feuer in den Augen des Tigers erloschen: „Mit all meinem Herzen möchte ich nicht aufhören Golf zu spielen.“ Der Golfsport allerdings nimmt mittlerweile im Leben des zweifachen Vaters nicht mehr den größten Stellenwert ein: „Wenn ich nur noch eines tun könnte, wäre es nicht Golf. Es wären meine Kinder. Doch das wäre noch immer eine Win-Win-Situation“.

Hier geht es zum vollständigen Interview

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Yannick Beyss

Yannick Beyss - Autor bei Golf Post

Den ballsportverrückten Yannick hat schon früh die Liebe zur kleinen weißen Kugel gepackt und seitdem nicht mehr losgelassen. Inzwischen hat der Longhitter mit dem Hang zum Risiko das einstellige Handicap auf Grund seines langen Spiels geknackt. Rund ums Grün wechseln sich  aber in gewisser Regelmässigkeit Weltklasse und Kreisklasse ab.

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