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Ryder-Cup-Kapitän McGinley äußert sich zu Bernhard Langer

08. Aug 2014
Paul McGinley bei der PGA Championship über Bernhard Langer als potenzieller Captain's Pick für den Ryder Cup: "Seine Leistung ist schwer mit den anderen zu vergleichen." (Foto: Getty)
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Das ist wohl die Absage an Bernhard Langer: Zu 99,9 Prozent würden andere vorgehen. Beim US-Team bricht derweil personeller Notstand aus.

Paul McGinley hat gesprochen: „Ich will niemals nie sagen, aber es steht zu 99,9 Prozent fest, dass ich bei meinen ,Picks‘ Spieler berücksichtige, die Jagd auf einen Platz in der Mannschaft machen und derzeit knapp außerhalb des Rankings stehen.“ Das ist auch und vor allem eine ziemlich deutliche Absage des europäischen Kapitäns an all die Ideen von einer Ryder-Cup-Wildcard für Bernhard Langer. Es sei „sehr schwierig“ zu beurteilen, wie jemand von der Champions Tour für so eine Herausforderung aufgestellt sei, sagte McGinley bei einer Pressekonferenz im Rahmen der PGA Championship. Das war so zu erwarten.

„Spannendes Rennen“ um die Plätze

Nach Langers brillantem Sieg bei der Senior British Open vor zwei Wochen hatten die Ex-Teamchefs Colin Montgomerie und Tony Jacklin, aber auch US-Kapitän Tom Watson, eine Nominierung des 56-jährigen Deutschen für den septemberlichen Kontinentalwettstreit in Gleneagles empfohlen. Mit der Leistung von Royal Porthcawl könne Langer mühelos auf der European Tour und auf der PGA Tour mithalten, hieß es.


Bei den Lobeshymnen vergaßen „Monty“ und Co freilich unter anderem, dass mit Miguel Ángel Jiménez ein anderer Altmeister nach wie vor in den „Ersten Ligen“ aktiv und auch äußerst erfolgreich ist. Während Langer für die Welt- und die Ryder-Cup-Rangliste nur mit dem achten Platz beim Masters gepunktet hat, steht der Spanier im europäischen Tableau auf dem zwölften Rang und ist bei den „World Points“ immerhin lediglich vier Plätze von einer direkten Qualifikation entfernt. Beim Masters wurde er übrigens Vierter. Also, wenn McGinley einen Oldie berufen wollte …

Westwood und Poulter kommen in Form

Bernhard Langer hatte selbst schon in Frage gestellt, „ob Kapitän McGinley mich überhaupt auf dem Radar hat?“ Hat er in der Tat nicht. Stattdessen wartet der Ire seelenruhig ab, wie sich die bereits Qualifizierten und vor allem seine Wackel-Kandidaten bei der PGA Championship schlagen. „Es ist alles noch offen, wir dürfen uns auf ein spannendes Rennen freuen.“

Da kommt ihm gerade recht, dass die „Sorgenkinder“ Lee Westwood und Ian Poulter scheinbar pünktlich in Schwung geraten. Westwood hatte McGinley schon die Absolution erteilt, als er verkündete, der Kapitän brauche erst gar nicht über ihn nachzudenken, solange er nicht die passende Form zeige. Jetzt tut er genau das. Der abschließenden 63 beim WGC-Bridgestone Invitational ließ der Engländer zum Auftakt der PGA Championship eine 65er-Runde sowie die geteilte Führung folgen. Und Landsmann Poulter konstatierte nach seiner eröffnenden Drei unter Par: „Meine Form kommt zur rechten Zeit zurück.“ Da werden „Captain‘s Picks“ zum Luxusproblem.

US-Team als dürftiges Dutzend?

Ganz anders bei McGinleys US-Widerpart. Tom Watsons Kontingent wird immer dünner. Erst verabschiedete sich Dustin Johnson in seine ominöse (Zwangs-)Pause. Dann sagte Matt Kuchar wegen Rückenkrämpfen die PGA Championship ab und hinterlässt ein weiteres Fragezeichen. Schließlich quittierte Jason Dufner nach Loch elf den Versuch der Titelverteidigung und gab angesichts seines schon länger diagnostizierten Bandscheibenvorfalls in der Nacken-Wirbelsäule zu Protokoll: „Ich denke jetzt an nichts anderes als daran, gesund zu werden. Der Ryder Cup ist zweitrangig.“

Nach dem Major werden die Listen geschlossen und die ersten Neun stehen fest. Doch Amerikas Ryder-Cup-Riege droht zum dürftigen Dutzend zu werden. Das US-Magazin Golf Digest spottete schon: „Hinweis an alle Pros: Bitte hinterlassen sie ihre Kontaktdaten bei Kapitän Tom Watson, wenn sie Valhalla verlassen. Ihm gehen die Spieler aus.“

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Michael F. Basche

Michael F. Basche - Freier Autor für Golf Post

Als Journalist, Golfbetriebsmanager und notorischer Zu-Kurz-Putter ist Michael F. Basche auf vielfache Weise dem Golf verfallen. Nach Jahren als Tageszeitungs-Sportredakteur und im PR- und Marketinggeschäft berät er heute u. a. Golfclubs in Fragen der Corporate Identity. Und widmet sich schreibend den vielfältigen Facetten des Großartigsten aller Spiele.
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2 LESER-KOMMENTARE

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  1. Joerg Gerhard

    Bei den Lobeshymnen auf Langer haben Monty&co vielleicht nicht Jimenez vergessen sondern nur realisiert dass Jimenez bei einigen gemeinsamen Starts, u.a. aber nicht nur bei der Senior Open, deutlich von Langer hinter sich gelassen wurde….

    Antworten

    • Michael F. Basche

      Sehr geehrter Herr Gerhard,

      das ist gewiss auch eine Blickweise, die zu berücksichtigen wäre. Vielen Dank für den Hinweis und

      viele Grüße

      Antworten

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