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Jordan Spieth: Jetzt fragt alle Welt nach dem Grand Slam

22. Jun 2015
Jordan Spieth hat nach dem Masters- und US-Open-Sieg die Chance als erster Golfer alle vier Majors in einem Jahr zu gewinnen. (Foto: Getty)
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Johnson nimmt‘s sportlich, Day fühlt den Stachel, die USGA soll sich entschuldigen, woanders lauern auch Biester. Die Back Nine.

Vergessen sind Tiger Woods‘ Jagd nach dem Major-Rekord von Jack Nicklaus oder die Bemühungen von Rory McIlroy und Phil Mickelson um den Karriere-Grand-Slam: Mit seinem Triumph von Chambers Bay ist Jordan Spieth mit 21 Jahren der jüngste zweifache Majorsieger seit Gene Sarazen 1922, vor allem aber der erste Professional seit Woods 2002, der das Masters und die US Open in einer Saison gewinnt. Natürlich spekuliert jetzt alle Welt darüber, ob es nun den ersten Grand Slam der Golf-Neuzeit geben wird. „Es ist überwältigend, den härtesten Test des Golfsports bestanden zu haben“, sprach Spieth für sich und seinen Caddie Michael Greller. „Und es ist cool, schon mal zwei Stationen des Grand Slam bewältigt zu haben. Jetzt freuen wir uns auf die Open Championship in St. Andrews.“

Dustin Johnson: Erster Saison-Drei-Putt dieser Art

Sportlich: Dustin Johnson bewies in der Niederlage Größe. Soeben hatte das geläuterte einstige Feierbiest – vor den Augen von Herzdame Paulina Gretzky und Eishockey-Ikone Wayne „The Great One“ Gretzky – erst den Eagle-Putt zum Gewinn der US Open aus knapp vier Metern übers Loch hinaus gezirkelt und dann auch den Rück-Putt fürs Montags-Stechen von 1,2 Metern vorbei geschoben. „Aber ich hatte eine verdammt gute Woche“, sagte „DJ“, „und bin glücklich über die Art, wie ich gespielt habe.“ Bemerkenswert ist trotzdem, dass Johnson in dieser Saison bereits 84 Putts zwischen drei und 4,5 Metern hatte und für diese Distanz bislang nie drei Schläge brauchte.


Jason Day „total frustriert“

Er war der Sieger der Herzen: Jason Day, der am Freitag mit einem Schwindelanfall kollabiert war, sich dennoch tapfer durchs Wochenende kämpfte und damit zum Publikumsliebling avancierte. Für den Australier selbst war das nach der 74er-Schlussrunde ein schwacher Trost: „Ich bin total frustriert. Ich habe gefühlt, dass ich heute eigentlich eine gute Chance hatte.“ Der 27-Jährige wirkte auch während des Schluss-Umlaufs sichtlich angeschlagen: „Vielleicht wird mir in den nächsten Tagen bewusst, was ich hier geleistet habe. Momentan sitzt der Stachel einfach sehr tief.“

Auch bei den Birdies Spitze!

Statistisches vom Champion: Jordan Spieth traf insgesamt 35 von 56 Fairways (63 Prozent) und belegte damit den 68. Platz im Feld, das durchschnittlich 73,01 Prozent der Fairways fand. Bei den „Greens in Regulation“ lag Spieth über dem Schnitt: 76 gegenüber 67,26 Prozent, Rang fünf mit 55 „Zielanflügen“. Er brauchte 126 Putts (Platz 15) und verbuchte einen Schnitt von 1,75 gegenüber den 1,82 Putts des Felds. Der 21-Jährige brachte es auf 18 Birdies – und war damit in jeder Hinsicht Spitze!

Finaler Unmut über USGA und Chambers Bay

Major-Kater: Zum Schluss dieser 115. US Open schlugen noch einmal die Wellen des Unmuts über Chambers Bay zusammen. Ian Poulter beschimpfte die Grüns als „schmachvoll schlechteste Oberflächen aller Zeiten“ und verlangte eine Entschuldigung vom US-Verband USGA. Rory McIlroy mochte Henrik-Stensons Brokkoli-Vergleich nicht folgen und verglich die Puttflächen mit der Textur eines Blumenkohls. Billy Horschel sprach davon, den „Respekt vor der USGA verloren“ zu haben. Chris Kirk, der mit zehn Schlägen (!) auf der Bahn eins in den Sonntag gestartet war, twitterte: „Die USGA sollte sich schämen für das, was sie [der US Open] angetan hat!“ Die Liste ließe sich endlos fortsetzen.

1,8 Millionen US-Dollar für den Sieger

Ausschüttung: Pünktlich zum Finaltag hat die USGA auch die Aufteilung der insgesamt zehn Millionen US-Dollar Preisgeld verkündet. Jordan Spieth nimmt die üblichen 18 Prozent, folglich einen Scheck über 1,8 Millionen Dollar (1,59 Millionen Euro), mit nach Hause, Louis Oosthuizen und Dustin Johnson teilen sich die Dotierung für Platz zwei (1,08 Millionen Dollar/954.000 Euro) und Platz drei (674.288 Dollar/595.397 Euro).

Shane Lowry gedenkt verunglückter Studenten

Man in Black: Shane Lowry hat die gesamte US Open in schwarzem Hemd und schwarzer Hose gespielt. Die Kleidungswahl war eine Reverenz des Iren an fünf irische Studenten der Universität Berkeley in Kalifornien, die mit einem US-Kommilitonen während einer Geburtstagsparty ums Leben gekommen waren, als ein Balkon abbrach und das Sextett mit sich in die Tiefe riss.

Auch Greg Norman in der TV-Kritik

Kollegenschelte: Es hagelte bekanntlich Kritik an Fox Sports bei dieser US Open. Selbst der als Experte engagierte Greg Norman kam ziemlich schlecht weg. Sally Jenkins von der Washington Post twitterte während des Wochenendes, Norman und Mit-Analyst Corey Pavin würden sich um den Rang des „langweiligsten Kommentators mit den wenigsten Erkenntnisse duellieren“.

„Crocodile Dundee“ auf dem Golfplatz

Zum Schluss noch die Sache mit dem Krokodil, passt irgendwie zum „Biest“ Chambers Bay: Man fragt sich, ob ein Golfball so wertvoll sein kann, dass man dafür sein Leben aufs Spiel setzt. Und der „Crocodile Dundee“ in diesem Video soll auch noch Meeresbiologe sein:

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Michael F. Basche

Michael F. Basche - Freier Autor für Golf Post

Als Journalist, Golfbetriebsmanager und notorischer Zu-Kurz-Putter ist Michael F. Basche auf vielfache Weise dem Golf verfallen. Nach Jahren als Tageszeitungs-Sportredakteur und im PR- und Marketinggeschäft berät er heute u. a. Golfclubs in Fragen der Corporate Identity. Und widmet sich schreibend den vielfältigen Facetten des Großartigsten aller Spiele.
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