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Jimmy Walker und Robert Streb führen die Stars an – und vor!

30. Jul 2016
Robert Streb (l) und Jimmy Walker liegen unerwartet an der Spitze der PGA Championship. (Foto: Getty)
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Allerlei von der PGA Championship: Kaymer ist zufrieden, McIlroy ist ratlos, Mickelson verlässt den Platz, Knost sucht die Fahne.

Ein bisschen verkehrte Welt vor dem „Moving Day“ dieser 98. PGA Championship: Der eine traf in zwei Runden bloß 15 Fairways und 53,5 Prozent der Grüns „in regulation“, der andere ist allenfalls schlagstatistisches Mittelmaß und verpasste bei den bisherigen drei Majors jedes Mal den Cut. Dennoch führen Jimmy Walker und Robert Streb bislang im Baltusrol Golf Club die Stars vor und jetzt das Feld ins Wochenende. Hinter den beiden Amerikanern ballen sich die Favoriten. Allen voran Jason Day, der nach seiner Startrunde von zwei unter Par gestern richtig aufdrehte und trotz eines Bogey sowie eines Doppelbogey die 65 (-5) aufs Geläuf zauberte. „Champion Golfer“ Henrik Stenson, ebenso top-favorisiert wie Day, lässt keinen Major-„Kater“ erkennen und spielte erneut eine 67.

Die Konstanz des Schweden und der Umstand, dass Longhitter Day auf den beiden finalen Par-5-Löchern bislang lediglich Par spielte, sollten dem Spitzenduo zu denken geben. Die Ansagen jedenfalls sind klar. „Ein Golfturnier ist ein Marathon, kein Sprint“, erinnert Stenson und sagt fast unisono mit Day: „Am Donnerstag und am Freitag kannst Du nichts gewinnen, aber viel verlieren. Es geht darum, am Sonntag Nachmittag zur Stelle zu sein!“


Die Nummer 30 im 63er Club

Zuwachs: Wenn Phil Mickelson oder Henrik Stenson – so wie bei der British Open geschehen – einen sensationell niedrigen Score hinzaubern, sind das Knüller, wenngleich keine gänzlich unerwarteten. Die sieben unter Par von Robert Streb gestern kam da schon eher aus heiterem Himmel. Immerhin scheiterte der 29-Jährige und Welt-74. aus Oklahoma bei seinen letzten 24 Turnieren neun Mal am Cut und verbuchte nur eine Top-10-Platzierung. Nach dem 6,5-Meter-Putt auf der Neun ist Streb nun Nummer 30 im 63er Club.

Martin Kaymer: „Bin geduldiger geworden“

Entspannt: Martin Kaymer hat den dritten Majorsieg weiterhin in Reichweite. „Ich habe mein Spiel zusammen gehalten und mir Chancen herausgearbeitet“, bilanzierte der 31-Jährige nach seiner 69er Runde, die er mit dem Birdie auf Baltusrols Schlussloch sicherte. Er sei im Vergleich zu früher geduldiger geworden, sagte Kaymer: „Ich erzwinge die Putts nicht und es frustriert mich nicht, wenn ich das Birdie verpasse, weil ich seit zwei, drei Monaten wirklich gut spiele.“ Und nun mache er auch die Putts, „die ein guter Putter halt macht. Das ist der Unterschied und der Grund, warum ich dieses Jahr noch kein Turnier gewonnen habe und auch nicht nah dran war“.

Jordan Spieth und die Cartweg-Pfütze

Jordan Spieth auf Abwegen. (Foto: Getty)

Jordan Spieth auf Abwegen. (Foto: Getty)

Und wieder eine Regeldiskussion: Auf Loch sieben verzieht Jordan Spieth den Abschlag, der Ball landet in einer Pfütze auf einem Cartweg, der Texaner darf Erleichterung in Anspruch nehmen. Was folgt, ist eine zehnminütige Debatte um den Drop, die Lage des Balls und Spieths Stand beim Schlag mit der linken Fußspitze in eben jener Pfütze, die auch in den sozialen Netzwerken geführt wurde, weil es durch den Stand keine vollständige Erleichterung gewesen sei. Spieth hätte einen erneuten „Free-Drop“ bekommen können, aber „der Referee sagte mir, dass es ok sei, sonst hätte ich den Ball so niemals geschlagen“. Am Ende war‘s das zweite Bogey der 67er Runde.

Rory McIlroy „zurück ans Zeichenbrett“

Handlungsbedarf: 35 Putts in der ersten Runde, 30 in der zweiten, Rory McIlroy ist bei dieser PGA Championship vor allem auf den Grüns gescheitert. „Wenn man jemand anderem im Feld meine Abschläge gegeben hätte, wäre der in der Nähe der Spitze auf dem Leaderboard“, sagte der Nordire, in den Statistiken Erster vom Tee und 151. auf den Grüns: „Ich habe erbärmlich geputtet. Da muss was passieren, ich muss quasi zurück ans Zeichenbrett und mir intensive Gedanken machen.“ Es ist der erste verpasste Cut seiner Karriere bei einer PGA Championship, die er zwei Mal gewann.

Phil Mickelsons desaströser Auftakt

„Phil the Thrill“: „Das war vermutlich der miserableste Rundenstart in der Geschichte der PGA Championship“, sagt Phil Mickelson selbst über sein gestriges Desaster am ersten Loch. Erst fliegt der Abschlag so weit nach links, dass der Ball den Golfplatz verlässt und auf der benachbarten Shunpike Road landet. Der neue Ball geht fast ebenso abseitig nach rechts, ein Fan steckt sich die Kugel ein. „Lefty“ droppt und „hookt“ den nächsten Schlag, kommt mit einem Triplebogey schließlich noch glimpflich davon. Dann lässt er vier Birdies und ein weiteres Bogey folgen und rutscht mit +1 ins Wochenende von Baltusrol, wo er 2005 seine bislang einzige PGA Championship gewann.

Wer hat die Fahne versetzt?

Irreführung: Zwei Mal hat die PGA of America gestern die geplanten Fahnenpositionen auf dem „Lower“-Kurs von Baltusrol geändert, wegen des Regens und der nassen Stellen auf den Grüns, es gab einiges Durcheinander. Besonders betroffen war der Flight von Colt Knost, der als Erster auf der Zehn startete, kein aktualisiertes Merkblatt erhalten hatte und die Fahne gemäß ursprünglichem Plan auf der linken Seite des Grüns vermutete. Doch der Pin stand rechts, Knost spielte prompt ein Bogey und war stinksauer. „Wie soll ich aus 193 Metern und bei Regen erkennen, dass die Fahne anders steht“, sagt der US-Pro später. „Ich verlasse mich doch auf mein Blatt mit den Fahnenpositionen. Das darf bei so einem Turnier nicht passieren.“ Am Loch zwei wurde der Flight dann mit korrekten „Pinpositions“ ausgestattet, die PGA entschuldigte sich bei Knost, der schaffte mit +2 so gerade den Cut.

„Gimme Five“

Handschlag: Nach einem verzogenen Abschlag auf der 17 und einem schwierigen Rettungsschlag zurück aufs Fairway gibt‘s für Jason Day moralische Unterstützung von einem jungen Fan:

Zwiesprache unter Fans

Das Letzte: „Golf Digest“ hat wieder mal gehorcht, was sich die Zuschauer so erzählen, und notierte folgenden Dialog zweier Fans am Tee der Par-3-Vier, das immerhin als erstes Inselgrün der Golfplatz-Architektur gilt:
„Ich hab‘ hier schon drei Mal gespielt und es nie übers Wasser geschafft.“
„Mit Deinem Schwung sind jede 128 Meter ,carry‘ ein Problem, egal, wo Du spielst!“

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Michael F. Basche

Michael F. Basche - Freier Autor für Golf Post

Als Journalist, Golfbetriebsmanager und notorischer Zu-Kurz-Putter ist Michael F. Basche auf vielfache Weise dem Golf verfallen. Nach Jahren als Tageszeitungs-Sportredakteur und im PR- und Marketinggeschäft berät er heute u. a. Golfclubs in Fragen der Corporate Identity. Und widmet sich schreibend den vielfältigen Facetten des Großartigsten aller Spiele.
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