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Initiative „Jeder hat ein Handicap“ verleiht Gütesiegel an barrierefreien Golf Club

21. Sep 2016
Ralf Bockstedte (l) ist Gründer der Initiative "Jeder hat ein Handicap". Hier zusehen mit Tillmann Meuser. (Foto: CP/CONSULT)
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Die Initiative „Jeder hat ein Handicap“ verleiht dem ersten Golf Club das Prädikat „barrierefrei“. Charity-Turnier am 2. Oktober.

Wenn am Sonntag, dem 2. Oktober 2016, um 9:00 Uhr der Startschuss für die erste Golf-Trophy der Initiative „Jeder hat ein Handicap“ erfolgt, ist ausschließlich Freude und Spaß angesagt. Ein Jahr ehrenamtliche Aufbauarbeit hat sich dann gelohnt! Nicht nur für die 96 Teilnehmer der frühherbstlichen Golfpartie – vermeintlich Behinderte und nicht Behinderte, sondern auch für die Initiatoren, die prominenten Botschafter aus Sport, Wirtschaft, Politik und Kultur, Sponsoren, Förderer und Partner. Mehr noch: Ab Oktober können gehandicapte Senioren-Golfer, Menschen jeden Alters mit geistigen oder körperlichen Handicaps, auf einem der schönsten Golfplätze Deutschlands ihre Leidenschaft barrierefrei ausleben.

„Für mich als Paragolfer“, so Ralf Bockstedte, querschnittgelähmter Chairman der Initiative und Vorstandsvorsitzender des Vereins Jeder hat ein Handicap e.V, „geht nun ein Lebenstraum in Erfüllung. Natürlich freue ich mich riesig auf den Flight. Aber richtig stolz bin ich mit dem gesamten Team auf unser Gütesiegel Eurecert, das wir im Rahmen des Abend-Events zum ersten Mal überhaupt einem Vorzeige-Golfclub verleihen.“ Gemeinsam mit dem renommierten Europäischen Kompetenzzentrum für Barrierefreiheit e.V., hat die Initiative eine komplexe Güteprüfung für barrierefreie Golfanlagen erarbeitet. Dahinter steht das Ziel den Golfsport noch stärker zu demokratisieren, also für Menschen zu öffnen, die bisher aufgrund von infrastrukturellen Widrigkeiten keine Chance hatten, Golf zu spielen.


Neue Zielgruppen gewinnen – bestehendes Potenzial sichern

Aus Sicht der Golfclubs und Verbände sollte die Botschaft „Unser Club ist barrierefrei“ einen wichtigen neuen Impuls für die Motivation zum Golf spielen setzen: Bei denjenigen, die sich bisher ausgeschlossen fühlten – beispielsweise Menschen mit körperlichen oder geistigen Handicaps, gleichermaßen aber auch Reha-Patienten. Aber noch mehr bei Senioren. Der Prozentsatz an Karteileichen dürfte in den Clubs bei über 20 Prozent liegen, so Insider. Neue Mitglieder kompensieren finanziell das sukzessive Ausscheiden dieser Generation bei weitem nicht. Es sind die betagten Seniorengolfer, die aufgrund ihrer körperlicher Gebrechen, fehlender Barrierefreiheit im Clubgebäude und auf dem Platz einfach nicht mehr zurechtkommen und dann aufgeben. Darüber hinaus fehlt in den Clubs weitestgehend das Angebot einer professionellen individuellen Senioren-Betreuung. Die nachhaltige Einstellung der Golf Clubs auf den demografischen Wandel und die damit verbundene Reaktivierung dieser Senioren hilft den Golf Clubs – am meisten aber den Betroffenen selbst, weil sie ein wichtiges Stück Lebensqualität zurück erhalten.

Barrierefrei Golf spielen

Die komplexe Zertifizierung kostet den Club rund 6.000 Euro und hat drei Jahre Gültigkeit. Sie umfasst nicht nur die Prüfung von Golfanlagen und Clubhaus, sondern beinhaltet auch die Zugänglichkeit und Erreichbarkeit der Golfanlage, einschließlich ihrer Infrastruktur. „Allein durch Empfehlungsmanagement haben wir schon ein gutes Dutzend Anfragen von Golfclubs aus Deutschland und dem benachbarten Ausland erhalten.“ Tilmann Meuser, Mitbegründer der Initiative und Vorstand des e.V führt weiter aus: „Die positiven Erfahrungen beim Projekt Golfclub Hösel motivieren uns für die Umsetzung unserer Ziele. Die Verleihung eines Gütesiegels an einen Golfclub wird zukünftig mit einer regionalen Aktionswoche zum Thema Inklusion und Barrierefreiheit vernetzt. Solch eine Aktionswoche prägt als Impuls positiv die Außendarstellung des Clubs, wirkt aber auch nach innen.“

Prominente Botschafter am Green

Ein wichtiges Rückgrat in der öffentlichen Wahrnehmung der Initiative bilden die 50 Botschafter, die sich durchweg ehrenamtlich engagieren. So ist der 2. Oktober bei vielen für die Golf-Trophy und den Abendevent fest verbucht. „Als leidenschaftlicher Golfer freue ich mich auf das Turnier und selbstverständlich identifiziere ich mich als Botschafter mit der Philosophie der Initiative“, freut sich Euro-Fighter und Schalke-Ikone Ingo Anderbrügge auf das Golfturnier. Auch der Fußballprofi Lewis Holtby hat bereits zugesagt, abhängig vom Bundesligaspielplan seines Hamburger SV. Und wer gibt sich noch die Ehre? Die mehrfache Dressur-Goldmedaillengewinnerin Nicole Uphoff, Ex-Fußballprofis wie Stefan Blank, BVB-Marketingdirektor Carsten Cramer, der amtierende deutsche Meister im Paragolf, Christian Nachtweih und „Poplegende“ Jens Semdner, einer der Prinzen.

Das inhaltliche Highlight beim Abendevent im Clubhaus ist die erstmalige Verleihung des Gütesiegels „barrierefrei“ an einen Golfclub. Hösel-Geschäftsführer Matthias Nicolaus unterstreicht die Bedeutung für seinen Golfclub: „Bereits in der Vergangenheit haben wir In- und Outdoor alles dafür getan, dass auch Menschen mit körperlichen oder geistigen Handicaps bei uns spielen können. Die Zertifizierung hat uns noch ein paar Schwachstellen aufgezeigt. Diese sind inzwischen weitestgehend behoben. Wir sind sehr stolz darauf als erster Golfclub in Deutschland das Attribut barriefrei verwenden zu können.“

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