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Golfen in Jeans – No-Go oder alte Kamellen?

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23. Sep 2015
Gehören Jeans tatsächlich nicht auf den Golfplatz? (Foto: Getty)
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Die Golfkleidung hat im Laufe der Zeit enorme Veränderungen erlebt. Was aber immernoch nicht geht, sind Jeans. Aber warum eigentlich?

Traditionell tragen Golfer ein Polohemd mit Kragen und eine Stoffhose. Kurz darf sie sein, aber bitte keine Jeans. So auch im Wentorf-Reinbeker Golf-Club. „Heutzutage gibt es sicherlich „tragbare“ Jeans, die auch auf dem Golfplatz vorzeigbar sind. Aber wer entscheidet was adäquat ist und was nicht? Daher hat der Club ein klare Linie gezogen: Keine Jeans auf dem Platz“, so Bettina Spangenberg, Präsidentin des Clubs am Sachsenwald.

Der Look der Privilegierten: Karo und Tuch

Bequemlichkeit oder Stil, es gibt unterschiedliche Gründe, warum die Jeans sich als Golfhose nicht zu eignen scheint. Hintergrund des Verbots soll jedoch sein, dass die Jeans, die sich ja ursprünglich als Arbeiterhose den Markt erobert hat, für die ehemals ausschließlich betuchten Golfer nicht stilgerecht war. Der Golfsport war bereits relativ früh den Privilegierten vorbehalten. In einigen Clubs, wie dem Royal Ancient Club of St. Andrews trugen die Golfer rote Jagdjackets. Praktisch war diese Kleidung nicht, jedoch ein Zeichen der sozialen Differenzierung. Zurückzuführen auf seinen schottischen Ursprung hat auch Karo lange die Golferkleidung dominiert. Und, ob Knickerboker oder lange Hose, ein Tuchmaterial musste es in jedem Fall sein.


Rock ’n‘ Roll auf dem Golfplatz

Der Modemarkt ist im Golfsport inzwischen extrem vielfältig. Vom traditionellen Look mit Poloshirt und Stoffhose, möglichst klassisch, bis hin zu Farbvielfalt und ja schon provokativen Motivdrucken. So bietet beispielsweise der revolutionäre Golf Club St. Pauli in Hamburg einen sehr lockeren Style, bei dem durchaus auch T-Shirts erlaubt sind, sofern der Golfer damit auf den Platz kommt.

Der ehemalige Handballspieler Stefan Kretzschmer, inzwischen begeisterter Golfspieler, hat mit einer eigenen Modekollektion deutliche Zeichen gesetzt, sich vom „biederen und angestaubten Look abzuheben“. „Ich möchte Rock ’n’ Roll auf den Golfplatz bringen“, so sein Credo. Seit einem Jahr ist er mit Holy Shot auf dem Markt. Markenzeichen auf den ausschließlich weißen oder schwarzen Kleidungsstücken ist ein Motiv mit Totenkopf, Heiligenschein und Flügeln. Nur eine Bedingung gilt für den ehemaligen Handballprofi, ein Polohemd muss es schon sein. „Und es wird in nächster Zeit noch einiges Neues geben“, so sein Geschäftspartner Christian Wagner, „Golfmode, ein bisschen provokativ, aber immer im Rahmen der Etikette“.

Ist die Jeans auf dem Golfplatz angekommen oder nicht?

Wo liegt nun die Grenze in der vertretbaren Golfmode und was bedeutet vertretbar? Oben ist alles erlaubt, nur eine Jeans darf es nicht sein? Ist im Zeitalter von Designerjeans, die sich ihren Weg in Opernhäuser und auf exklusive Dinnerparties längst geebnet haben, ein Nein zu dieser Hose auf dem Golfplatz noch zeitgemäß? Diskutieren Sie mit uns.

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Imke Kuhlmann

Imke Kuhlmann - Freie Autorin für Golf Post

Imke Kuhlmann ist freie Journalistin. Golfspielen fand sie zuerst doof, bis sie zum ersten Mal selber einen Schläger in die Hand nahm. Das Handicap ist eher durchschnittlich, die Leidenschaft zum Golfsport deutlich überdurchschnittlich.

Alle Artikel von Imke Kuhlmann

21 LESER-KOMMENTARE

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  1. Erst kürzlich sah ich bei Golfino eine enge Stretchjeans (jawohl, im Golfsegment). Da hatte ich kur eine Idee davon, dass die obige Fragestellung in einigen Jahren gar nicht mehr aufkommt…

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  2. Hubert Erjawetz

    Wir sollten. wahrlich die roten Jagdjackets und dazu – standesgemäß – Schottenröcke als Golfbekleidung festlegen. Da haben wir das Thema Jeans vom Tisch. (Und reduzieren den Golfsport gleich mal um 400.000 Mietglieder in Deutschland).
    Leute, Golf hat hier zu Lande schon so einen schlechten – elitären – Ruf. Der Sport kämpft um sein Überleben. Und die Meisten gucken nach hinten anstatt nach vorne. Wundern sich dann nur, warum sie in das Loch gefallen sind, das sie nicht gesehen haben. Ich befürchte nur, die „Ewig Gestrigen“ werden den Sport auch weiterhin dominieren.
    Etwas zum Nachdenken. Was unterscheidet eine Jeans von einer „Stoffhose“ ? (Übrigens, ist eine Jeans auch eine Stoffhose). Ganz einfach, die Jeans ist durch ihre Webart einfach Qualitativ besser und robuster. Das wars!
    Wenn es nach mir geht, tragen wir wirklich alle Schottenröcke

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  3. Ich habe mir lange so meine Gedanken um das Thema gemacht. Ganz klar: Ich bin gegen Jeans (bzw. unangemessene Kleidung) auf dem Platz! Aber warum? Es könnte mir ja egal sein wie mein Flightpartner rum läuft. Ich denke, es geht darum, sich ein bisschen anzupassen. Wenn ich irgendwo hin gehe, dann schaue ich, dass ich die (zumindest ansatzweise) passende Kleidung trage. Kleiderordnung bedeutet ja nicht nur Einschränkung, sondern auch Sicherheit. Ein Gruppengefühl. Würde ich mit einer Jeans in die Oper gehen? Sicher nicht. Würde ich mit Boxershorts ins Büro kommen? Wohl kaum! Und warum? Weil ich mich dann einfach unwohl fühlen würde. Auf dem Golfplatz ist das ähnlich. Es geht nicht darum, sich gegen das „normale Volk“ abzugrenzen, sondern darum, dem Sport und seinen Mitspielern etwas Respekt zu zollen. Daher angemessen Kleidung zum jeweiligen Anlass. Das mag sich vielleicht mal ändern wenn der Nachmittag auf dem Golfplatz genauso selbstverständlich geworden ist wie der Abend auf der Bownling Bahn. Hier in den USA ist das auf einigen Plätzen bereits der Fall. Und da ist es auch völlig ok in Schlapper-Shorts und Muscle Shirt zu spielen. Aber auf solchen Plätzen gibt es dann eben auch kein Club Leben. Beides unter einen Hut zu bringen dürfte schwierig werden. Die Golfplätze werden sich wohl zukünftig in zwei Kategorien einteilen lassen: Golfclubs mit Club Leben, Etikette und Kleiderordnung auf der einen Seite. Und Golfanlagen mit jeder Menge Fun, Action, Musik, Familien Events auf der anderen Seite. Beides hat sicher seine Daseinsberechtigung.

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    • Hubert Erjawetz

      Ich sehe, du bist nicht sehr musikinteressiert. Denn in der Oper warst du schon lange nicht mehr.
      Golf wird nicht zum Freizeit-Event entarten, bloss weil die Bekleidungsordnung gelockert wird. Wir haben in der Bremer Umgebung wird tolle Beispiele, wo Clubs zukunfstoriendiert geführt werden. Das sind die Clubs, die keine überalterung haben. Wo sehr viele Junge Golfer anzutreffen sind. Clubs mit Zukunft.
      Viele der „traditionellen“ Clubs stehen wirklich kurz vor dem Aussterben.
      Was glaubt ihr, warum der Deutsche Golfverband soviel von unseren Mietgliedsbeiträgen in Werbung (sinnlos) verprasst?

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      • Ersetze Oper durch Hochzeit. Oder überleg Dir selbst ein Beispiel. Gibt sicher auch für Dich Plätze, wo Du nicht mit Straßenklamotten hingehen würdest. Was ich damit sagen will: Es muss passen! Bei uns im Club wäre es mir peinlich, mit Jeans und T-Shirt zu spielen. Auf den Plätzen hier in den USA fühle ich mich in meinem Golf Outfit deplatziert.
        Letztlich wird mit der Frage „Jeans oder nicht“ sicher nicht über den Untergang des Abendlandes oder – noch schlimmer – des Golfsports entschieden werden. Es gab in der Vergangenheit immer wieder Änderungen in der Kleiderordnung. Warum sollte das zukünftig anders sein?
        Meine persönliche Meinung bleibt aber: Es ist nicht zu viel verlangt, sich auf dem Golfplatz angemessen zu kleiden. Wer Straßenkleidung und Golf kombinieren will, soll bitte Bahnengolf spielen.

  4. In Jeans?
    Ist Golf ein Sport ? Ja …
    also wer macht Sport in Jeans ?
    Absolutes No go

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  5. Walter Escherle

    wer zum sport jeans trägt, hat die kontrolle über sein leben verloren

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  6. Hans Peter Schmitt

    Ich bin letztens Mal in Jeans auf die Runde gegangen und muss sagen, das kommt für mich nicht mehr in Frage. Nicht wegen der Etikette. Es ist einfach unbequem, mit diesem Stoff zu spielen.

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    • Schon mal was von Stretch-Jeans gehört? Ich mache mir eigentlich nie Gedanken in was ich spiele. Es muss einfach nur bequem sein. Und so eine Stretch-Jeans sieht nun mal aus wie eine Jeans ist aber absolut bequem und super geeignet für diesen Sport.

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  7. Bei dem, was uns optisch an schrillen oder sich beißenden Farbkombinationen gelegentlich zugemutet wird, ganz abgesehen von Hosen auf „halb Acht“ und dergleichen, wäre ich echt dankbar um ein paar schlichte Blue Jeans. Mit Stretchanteil sind die obendrein angenehmer beim Sport als eine absolut unelastische Tuchhose.

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  8. Hubert Erjawetz

    Das Trageverbit der Segeltuchhose „Jeans“ war als Sozialeausgrenzung der Arbeiterklasse aus dem Golfsport gedacht. Die „Ehren“-Männer wollten unter sich bleiben. Nun, wenn ihre „Ehre“ nur im Trgen von Stoffhosen bestand, so würde ich diese „Ehre“ schwer in Frage stellen.
    Wer schon einemal in Dänemark gegolft hat, weiss, dass es auch völlig anders geht. Bekleidundsordnung gibt es nicht. Dafür ein junges buntes Spielerfeld, dass uns in Deutschland ganz und gar fehlt. Und diese Paradiesvögel des Golfes (viele in Jeans oder gar noch schlimmer) bringen auch das Spielniveau auf den Platz, dass man hier alt zu oft vermisst. Aber es gibt auch sehr gute Ansätze in Deutschland. Diese Clubs werden überleben und nicht an Überalterung aussterben.

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  9. Esther Thomae

    Natürlich gibt es mittlerweile auch Plätze, wo wir in Jeans spielen dürfen… Aber generell wird das wohl auch in Zukunft nicht überall „erlaubt“ sein. Wie im Urlaub (Campingplatz, Bauernhof, Pension, 1*-5***** -Hotel) gibt es analog öffentliche Plätze bis hin zu „Nobelgolfclubs“ – danach richtet sich häufig auch die „Kleiderordnung“. Möge jeder dorthin gehen, wo er sich um wohlsten fühlt!

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  10. Das Schöne am Golf ist doch eben auch die Tradition. Tradition heißt auch Beständigkeit und ist nicht dem schnellen Lebenwandel und der schnellen Veränderung von heute zuzuordnen. Es ist für mich sehr angenehm sich hier eben mal an eine Etikette/Tradition zu halten. Wenn jeder anzieht was er will, hat Golf auch einen gewissen Charm verloren. Zudem möchte ich, ehrlich gesagt, nicht in einer Jeans spielen, weil diese auch viel zu unbequem sind. Der Baumwollstoff saugt sich voll Wasser und gibt es nicht mehr her….usw. Eine „richtige“ Jeans ist im Sport untragbar. Die Kleidung im Golfsport geht indes mit der Zeit, als dass sich die entsprechenden Materialien ändern. Das finde ich passend und erleichtert das Spielen. Wo kann man schon mal mit karierten Hosen anziehen wenn nicht beim Golfen. :-)
    Allen “ Ein schönes Spiel“ ….auch den Spielen mit Jeans 😉

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  11. Diese Diskussion ist so überflüssig wie ein Kropf. Wer an der guten alten Zeit und den Traditionen festhalten möchte sollte sich weniger über die Kleiderordnung Gedanken machen. Man könnte dann auch fordern, das bitte wieder im Anzug mit Oberhemd, Krawatte und Weste gespielt wird. Ich möchte nicht wissen was die Golfer von 18 hundert noch was zu unserem heutigen so „traditionsbewußten“ outfit in papageibunten Hosen, schlabrigem Polohemd, Baseball Cap und „Sneaker“ Golfschuhen sagen würden. Von kurzen Hosen mal ganz zu schweigen.

    Der Untergang der Golftradition ist nicht die Frage ob Jeans oder nicht Jeans, sondern die zunehmende „Verwahrlosung“ von Regeln und des viel strapazieren „Geist des Spieles“.

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  12. Karsten Gosse

    Ohne mich auf die eine oder andere Seite schlagen zu wollen, empfinde ich manches an der Diskussion als heuchlerisch, denn man kann nicht einerseits Jeans ablehnen und bunte Hosen in Neonfarben oder John-Daly-Kreationen erlauben? Und eine Blue-Jeans zu verbieten, aber eine ausgebleichte oder verwaschene grüne oder verwaschene schwarze Jeans zuzulassen, leuchtet mir auch nicht wirklich ein. Es macht m.E. nach auch keinen Sinn, dass Befürworter der Jeans sagen „…ja, aber das Poloshirt sollte schon bleiben.“ – Diese Leute gibt’s ja wie der Artikel zeigt. – Das Traditions-Argument von Franz Josef Ludwig, das er mal in Golf Aktuell 6/14 mit Verweis auf Wimbeldon bzw. Opernball zum Besten gab, greift auch zu kurz, denn wenn Tradition der Maßstab ist, dann sollte man konsequenterweise bitte ganz zurück zu den Anfängen des Golfsport – und nicht nur in Sachen Kleidung. Und wer sich auf Tradition als Argument beruft, muss sich auch die Frage gefallen lassen, warum er Tradition im Golfsport einfordert, aber nicht durchgehend, sondern nur da, wo er es subjektiv für wichtig hält (Was ist mit dem inzwischen sehr vielfältigen und vielfarbigen Schuhwerk? Viele andere Aspekte der heutigen Golfmode müssten ebenfalls hinterfragt werden.). Müsste „Mann“ dann nicht konsequenterweise auch Frauen im Golfsport ablehnen? (Zum Glück sind diese Zeiten vorbei! – wenn man sich in Augusta und in St. Andrews auch sehr lange Zeit damit gelassen hat.) Meine Meinung: Eigentlich ist es egal, wie man darüber denkt, denn über Geschmäcker lässt sich bekanntlich nicht streiten. Und solange es kein Gerichtsurteil gibt, dass Betreibern oder Vorständen von Golfanlagen und Club erlaubt, zu definieren, wie sie es haben möchten, kann man sich beim Jeans-Verbot entweder anpassen, oder geht eben dort spielen, wo es egal ist, wie man sich kleidet. Es gibt meines Erachtens allerdings noch einen wichtigen Aspekt, den man nicht außer Acht lassen sollte, denn es geht nur oberflächlich betrachtet um Geschmack: Die Diskussion ist im Grunde eine Diskussion um „Kultur“ bzw. „Subkultur“. Kultur = Regeln auf die sich Menschen eines gewissen Kulturkreises (oder im Falle der Golfer Subkulturkreises) verständigt haben (eben früher die Subkultur der Reichen im Tennis eher alles „weiß“ im Golf wie oben beschrieben). Respekt gegenüber Kulturen zu haben, bedeutet aber auch, dass ich mich einer Kultur anpasse (oder zumindest zeitweise unterordne), denn ich bin Gast. Komme ich in einen Club, in dem man sich darauf verständigt hat, dass Jeans und T-Shirt nicht gern gesehen sind, dann akzeptiere ich das und passe mich an (das tun wir übrigens auch, wenn wir in anderen Ländern golfen gehen). Das kostet mich nichts, wenn ich die entsprechende Kleidung m Kleiderschrank habe. Wenn ich mich darüber aufrege, muss ich mich fragen, warum ich mich aufrege. Wir alle leben mit Regeln und stellen in gewissen Kontexten (Familie, Beruf, Verein) eigene Regeln auf, auf die wir uns mit anderen verständigt haben und fordern sie ein, egal ob sie jedem einleuchten oder nicht. – In den meisten Clubs Englands würden wir Deutschen z.B. hochkantig rausgeworfen, weil viele von uns keine Problem damit haben, unser Golfcap nach der Runde im Clubhaus aufzubehalten (weil sich viele da nicht auf eine Regel verständigt haben). Aber wer durstig von der Runde kommt, wird die englische Gastgeberkultur gerne respektieren und die Mütze abziehen. Allerdings ist Kultur bekanntlich im Wandel und das, worauf man sich früher mal verständigt hat, muss nicht zwingend heute auf Biegen und Brechen durchgezogen werden. Das wäre albern. Vielleicht denkt man da mal drüber nach, wenn man sich über gewisse Regeln und Vorschriften unterhält. – Wichtiger ist doch die Frage, warum man das überhaupt diskutiert? Was ist das Ziel? Geht es um die Behauptung, dass man wegen eines Jeansverbotes keine neuen Golfer findet? Dann müsste man einfach mal Fakten und Zahlen auf den Tisch legen, die das eine oder andere Argument stützen. Oder geht es einfach nur um die ganz persönliche Geschmacksfrage und Befindlichkeiten? – Ich persönlich spiele gerne mal in Jeans. Als mich ein bodenständiger Unternehmer mal so sah, sagte er: „Das ist mir sympathisch.“ Lag das daran, dass er wusste, dass ich Pastor bin und er mit so etwas nicht gerechnet hatte? Keine Ahnung. Aber, damit ich meine eben Geschriebenes auch belege: Kurz nach dieser Aussage des Unternehmers zu meiner Jeans, kam ich mit meinen beiden golfenden Jungs unterwegs in einen Club. Spontan entschieden wir uns, eine Runde zu spielen. Wir hatten zwar die Bags im Auto, aber nicht die passende Kleidung, trugen alle drei nur unsere Jeans. Was tun? Wir entschieden uns, uns den Vater-Söhne-Ausflug nicht entgehen zu lassen. Im Proshop hatte man Mitleid und wollte unseren Wunsch nach „Kulturanpassung an die Gastgeber“ mit einem kräftigen Preisnachlass unterstützen: 3 Hosen für 120 Euro und in der Konsequenz ein herrlicher Vater-Söhne-Tag inmitten einer herrlichen Landschaft sowie gepflegten Subkultur.

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    • Karsten Gosse

      Korrektur: „VERBIETET statt erlaubt“ muss es im folgenden Satz heißen: „Und solange es kein Gerichtsurteil gibt, dass Betreibern oder Vorständen von Golfanlagen und Club erlaubt , zu definieren, wie sie es haben möchten, kann man sich beim Jeans-Verbot entweder anpassen, oder geht eben dort spielen, wo es egal ist, wie man sich kleidet.“

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  13. @Wolf – ich spiele selbst auf einer Golf Absolute Anlage und ich meine da hängen die Schilder, die ein Spielen in Jeans verneinen noch aus.
    Ich bin eindeutig gegen Jeans und T-Shirt auf dem Golfplatz. Golf sollte sich seine Tradition und seine (wenn auch manchmal etwas verstaubte) Etikette als Merkmal behalten. Der Niedergang des Tennis begann meiner Meinung damit, dass Agassi mit schwarzen Socken und im Paradiesvogel look auf den Platz gegangen ist. Das – und natürlich der Becker, Graf, Stich Boom – hat Tennis sexy und attraktiv gemacht. Nur ziehen Leute, die nur aufgrund des „sexy und attraktiv“ Merkmals zu einer Sportart wechseln sehr schnell wieder weiter und suchen sich was anderes – eben etwas, dass 5 Jahre später sexy und attraktiv ist. Die Gefahr sehe ich beim Golf auch, wenn man jetzt auf den Mainstream Zug aufspringt und Klimmzüge unternimmt um Golf massentauglich zu machen. Kurzfristig mag das Erfolg haben (hatte es beim Tennis auch 10 Jahre), langfristig „verstört“ es die alten Mitglieder und die, die Golf für etwas besonderes halten. Die jungen werden sich in ein paar Jahre was anderes suchen, je nachdem was dann „in “ ist.
    Das klingt jetzt spiessiger als meine Einstellung eigentlich ist (ich selbst spiele hauptsächlich in kräftigen Farben auf dem Platz) und ich würde auch nie so weit gehen und blue jeans im Clubhaus ablehnen (habe ich a so gut wie immer an), aber auf dem Platz will ich sie nicht sehen (dann kommen als nächstes Muscle Shirts).

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  14. Meine Meinung dazu ist, warum soll immer alles geändert werden? Es ist gut so, wie es ist. Und es schadet keinem, ein bisschen Stil beizubehalten oder auch einfach nur zu lernen. Ich sehe da kein Problem.
    Den Kindern kann man das alles einfach und schnell auf Ihrem Weg mitgeben.
    Natürlich muss auch eine einheitliche Sprache in den Golfclubs dazu führen, dass Bekleidung klar definiert ist. Jeans nur als Bluejeans macht ebenso wenig Sinn, wie eine Jogginghose oder eine Boxershorts. Denn die Mode bringt genügend Alternativen auf den Markt.

    Aber einem Club, der sehr viel Geld in seine Anlage steckt, vorzuschreiben, dass man dort machen kann, was man will, geht eben gar nicht.

    Ja, und da kommen wir zum Kernthema. Wer hat denn eigentlich Probleme mit der Kleidung? Wahrscheinlich am häufigsten doch diejenigen, die es leider versäumen, Ihren Kindern ein paar vernünftige Werte fürs Leben mitzugeben. Erziehung endet nicht damit, Kinder in die Welt zu setzen und Ihnen zu sagen, alles andere läuft schon irgendwie und irgendwo und Du kannst machen, was Du willst. Bei allen, wo Erziehung wirklich ernst genommen wird, gibt es wahrscheinlich am wenigsten Kinder und Jugendliche, die Probleme mit der Kleidung haben.
    Guckt man sich den Mannschaftssport allgemein an….wo wird da Jeans getragen? Da tragen und das kann man schnell erkennen, die Kids auch gerne mal andere Kleidung, zum Beispiel einheitliche Vereinskleidung.

    In vielen Fällen, wird bei den meisten Golfclubs eh nur von angemessener Kleidung gesprochen. Jedem bleibt da auch selbst überlassen, wo er spielen will, nur eben nicht zu seinen Bedingungen.

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  15. Aber selbstverständlich Golfen mit Jeans. Bei Golf-Absolute, immerhin Deutschlands größter Golfplatzbetreiber ist dies überhaupt kein Thema und in Falkenstein oder andere ähnlich eingestellte Plätze muss man auch nicht unbedingt spielen.

    Sonst ganz klare Zustimmung zu @ Jutta Jordans Kommentar.

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  16. Jutta Jordans

    Ich glaube, wenn es uns ernst ist damit, dass wir den Golfsport öffnen und mehr, vor allem junge Menschen für diesen Sport begeistern wollen, dann ist das „Jeansverbot“ das erste, was weg muss. Viele junge (und mittelalte) Leute haben gar nichts anderes mehr im Schrank … höchstens noch einen Anzug oder ein Kostüm für „gut“, was dann als Sportbekleidung noch viel weniger geeignet sein dürfte.

    Überhaupt ist das Argument, Jeans seien nicht gerne gesehen, weil sie eben keine „Sportbekleidung“ seien (was ich recht häufig in den Etikette-Regeln der Clubs finde) ein absoluter Hohn, denn das trifft ja wohl auf die klassische „Stoffhose“ erst recht zu und Jogginghosen oder Boxershorts, die in puncto Bewegugnsfreihiet unschlagbar sind, will man ja wohl erst recht nicht. Es geht also nicht um die „Eignung“, es geht nur um das Äußere. Besonders klar wird das in dem ebenfalls häufig verwendeten Passus „Jeans sind erlaubt, wenn sie nicht blau sind“ Wie bitte?

    Es geht also ganz eindeutig weiterhin darum, dass man sich mit der normalen Bevölkerung (und die trägt nunmal Jeans) nicht gemein machen will. Kann man so halten, dann darf man sich aber auch nicht beklagen, wenn die Gewinnung von Neumitgliedern schwierig bleibt. Als ich meine Freundin vor einiger Zeit das erste Mal mit auf den Golfplatz nehmen wollte und sie fragte, ob sie vielleicht statt ihrer Bluejeans lieber eine andere Hose anziehen wollte (denn auch bei uns im Club sind Jeans „geduldet solange sie nicht blau sind“), war die Reaktion eindeutig: „Äh … lass mal, ich habe es mir anders überlegt, ich bleibe lieber zuhause.“

    Jeansverbot auf dem Golfplatz ist absolut nicht mehr zeitgemäß. Weg damit!

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