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Golfen in Jeans – No-Go oder alte Kamellen?

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23. Sep 2015
Gehören Jeans tatsächlich nicht auf den Golfplatz? (Foto: Getty)
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Die Golfkleidung hat im Laufe der Zeit enorme Veränderungen erlebt. Was aber immernoch nicht geht, sind Jeans. Aber warum eigentlich?

Traditionell tragen Golfer ein Polohemd mit Kragen und eine Stoffhose. Kurz darf sie sein, aber bitte keine Jeans. So auch im Wentorf-Reinbeker Golf-Club. „Heutzutage gibt es sicherlich „tragbare“ Jeans, die auch auf dem Golfplatz vorzeigbar sind. Aber wer entscheidet was adäquat ist und was nicht? Daher hat der Club ein klare Linie gezogen: Keine Jeans auf dem Platz“, so Bettina Spangenberg, Präsidentin des Clubs am Sachsenwald.

Der Look der Privilegierten: Karo und Tuch

Bequemlichkeit oder Stil, es gibt unterschiedliche Gründe, warum die Jeans sich als Golfhose nicht zu eignen scheint. Hintergrund des Verbots soll jedoch sein, dass die Jeans, die sich ja ursprünglich als Arbeiterhose den Markt erobert hat, für die ehemals ausschließlich betuchten Golfer nicht stilgerecht war. Der Golfsport war bereits relativ früh den Privilegierten vorbehalten. In einigen Clubs, wie dem Royal Ancient Club of St. Andrews trugen die Golfer rote Jagdjackets. Praktisch war diese Kleidung nicht, jedoch ein Zeichen der sozialen Differenzierung. Zurückzuführen auf seinen schottischen Ursprung hat auch Karo lange die Golferkleidung dominiert. Und, ob Knickerboker oder lange Hose, ein Tuchmaterial musste es in jedem Fall sein.

Rock ’n‘ Roll auf dem Golfplatz

Der Modemarkt ist im Golfsport inzwischen extrem vielfältig. Vom traditionellen Look mit Poloshirt und Stoffhose, möglichst klassisch, bis hin zu Farbvielfalt und ja schon provokativen Motivdrucken. So bietet beispielsweise der revolutionäre Golf Club St. Pauli in Hamburg einen sehr lockeren Style, bei dem durchaus auch T-Shirts erlaubt sind, sofern der Golfer damit auf den Platz kommt.

Der ehemalige Handballspieler Stefan Kretzschmer, inzwischen begeisterter Golfspieler, hat mit einer eigenen Modekollektion deutliche Zeichen gesetzt, sich vom „biederen und angestaubten Look abzuheben“. „Ich möchte Rock ’n’ Roll auf den Golfplatz bringen“, so sein Credo. Seit einem Jahr ist er mit Holy Shot auf dem Markt. Markenzeichen auf den ausschließlich weißen oder schwarzen Kleidungsstücken ist ein Motiv mit Totenkopf, Heiligenschein und Flügeln. Nur eine Bedingung gilt für den ehemaligen Handballprofi, ein Polohemd muss es schon sein. „Und es wird in nächster Zeit noch einiges Neues geben“, so sein Geschäftspartner Christian Wagner, „Golfmode, ein bisschen provokativ, aber immer im Rahmen der Etikette“.

Ist die Jeans auf dem Golfplatz angekommen oder nicht?

Wo liegt nun die Grenze in der vertretbaren Golfmode und was bedeutet vertretbar? Oben ist alles erlaubt, nur eine Jeans darf es nicht sein? Ist im Zeitalter von Designerjeans, die sich ihren Weg in Opernhäuser und auf exklusive Dinnerparties längst geebnet haben, ein Nein zu dieser Hose auf dem Golfplatz noch zeitgemäß? Diskutieren Sie mit uns.

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Alexandra Caspers

Alexandra Caspers - Freie Autorin bei Golf Post

Als sich ihre Familie und ihr Bekanntenkreis nach und nach mit Golffieber infizierte, gab es für Alexandra auf lange Sicht kein Entkommen. Jetzt taucht sie neben ihrem Germanistik-Studium selbst in die Welt des Golfsports ein.

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