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„On the tee…“ – Eine Open-Legende sagt „Good bye“

20. Jul 2015
Der Schotte Ivor Robson war 41 Jahre die Stimme der British Open. (Foto: Getty)
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Ivor Robson war die Stimme der Open Championship, nach 41 Jahren nimmt der Schotte nun den Hut. Seine Ansagen bleiben legendär.

Die Open Championship ist seit 1975 direkt verbunden mit dem vermutlich berühmtesten Ansager im internationalen Golf – Ivor Robson. Der Schotte hat im Laufe der letzten 41 Jahre jeden am ersten Abschlag angesagt, egal ob x-facher Majorsieger oder Amateur, und das in seiner fast unnachahmlichen Art. Wenige Worte waren es nur, die aber ausreichen, um fest in die Golf-Geschichte einzugehen.

Vom Golfprofi zum bekanntesten Ansager der Tour

Am Montag – dem verspäteten Finaltag der Open Championship 2015 – war es dann um kurz nach halb drei Uhr Ortszeit in St. Andrews vor dem bekannten Clubhaus soweit. Eine Ära endete, als ausgerechnet der letzte Open-Sieger vom Old Course Louis Oosthuizen aus Südafrika und der junge irische Amateur Paul Dunne die letzten Spieler einer beeindruckenden Karriere waren, die Ivor Robson beim dritten Major des Jahres ansagen durfte.

Trotz der vielen Jahre auf der European Tour – Ivor Robson fungierte auch bei andren Turnieren als offizieller Ansager – galt er weithin als „Graue Eminenz“. Wenig ist über ihn bekannt, über sein Alter spricht er nicht. Nur selten gab er der Öffentlichkeit in Interviews etwas von sich Preis… Die Spieler standen bei ihm immer im Vordergrund. Nichtsdestotrotz, dem Golf war Robson schon früh verfallen, immerhin versuchte er sich in jungen Jahre selber als Golfprofi, bevor er für einen britischen Golfzubehör-Hersteller arbeitete. Hier machte er auch erste Bekanntschaft mit dem Ansagen von Spielern bei Turnieren.

Gebührender Abschied: „Es gibt keinen besseren Ort“

Seit der Open Championship 1975 in Carnoustie hat Ivor Robson dann keine British Open verpasst und auch fast jeden Spieler angesagt. Die Finalrunde 2014 trübt da ein bisschen die persönliche Bilanz des Schotten. Wegen schlechten Wetters wurde der Finaltag im Royal Liverpool damals, anders als für The Open typisch, mit Abschlägen von Tee 1 und 10 bestritten, so dass er tatsächlich einige Akteure verpasste.

„Wenn man geht, dann gibt es dafür keinen besseren Ort als hier“, sagte Robson am Anfang der Major-Woche in St. Andrews. „Es ist Zeit zu gehen!“ Er stellte weiter fest, er werde an der Arbeit bei der Open Championship viel vermissen, aber vor allem die Menschen. „Involviert sein, Teil des Teams sein, das werde ich sehr vermissen.“

Ivor Robson mit letztem Turnier in Dubai

Gänzlich beenden wird er seine Karriere dann endgültig mit dem Finale im Race to Dubai, der DP World Tour Championship in Dubai im November, ohne bisher wirklich zu wissen, was er danach machen wird. Den ersten und wahrscheinlich größten Abschied nahm er nun jedoch am 20. Juli 2015 mit der Ansage des finalen Flights der Open Championship. Sichtlich bewegt und trotzdem mit schottischer Gefasstheit kündigte er erst Louis Oosthuizen an, bevor unter tosendem Applaus zum letzten Mal mit seiner markant hohen Stimmlage die legendären Worte erklangen: „On the tee from Ireland… Paul Dunne!“

Golf Post zieht den Hut vor einer großen Karriere!

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Jacqueline Sauer

Jacqueline Sauer - Freie Autorin für Golf Post

Jacqueline mischt bei den redaktionsinterenen Tippspielen ganz vorne mit. Kein Wunder: Die großen und kleinen Namen des Golfs hat sie ständig im Auge, damit der nächste Tipp stets ein sicherer Treffer wird.

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