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Indiskreter Insider: Wer ist der „Geheimnisvolle Tour Pro“?

07. Jan 2016
Auf Twitter gibt er Geheimnisse preis. Doch wer ist der "Secret Tour Pro"? (Foto: Archiv / Getty)
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Golfszene rätselt über die Identität des Twitter-Phantoms mit den „ehrlichen Einsichten in den Tour-Zirkus“. Über 11.000 Tweets.

Ein Phantom treibt sein „Unwesen“ in der Golfszene: Der „Secret Tour Pro“. Via Twitter verbreitet dieser geheimnisvolle Golf-Professional aus dem Dunkel der Anonymität allerhand Insiderwissen rund um die PGA und die European Tour. Seit April 2015 hat er unter „@secrettourpro“ mehr als 11.100 Tweets abgesetzt, damit über 26.000 Follower gefunden. Die Golf-Medien spekulieren munter über die Identität des Spielers, der seinen Account mit „Einsicht, Unterhaltung und Meinung zum Leben auf dem wöchentlichen Tour-Zirkus“ unterschrieben hat, „eigene und ehrliche“ Ansichten verspricht, das Ganze „mit ein bisschen Hilfe“. Bislang wurde das Rätsel nicht gelöst.

Das Phantom hat schon Turniere gewonnen

Bekannt ist lediglich, dass der „Secret Tour Pro“, fürderhin der Kürze halber „STP“ genannt, auf beiden Touren spielt, wegen des „großen Reiseaufwands die PGA Tour bevorzugt und allenfalls für einige der größeren Events auf die European Tour kommt“. Das bekannte der Golf-„Anonymus“ vergangenen Sommer im E-Mail-Interview mit dem US-Portal „Golf Unfiltered“. Turniere gewonnen hat „STP“ auch. Mehrere sogar, innerhalb der vergangenen zwei Jahre zudem, „doch ich sage nicht, welche. Das würde deutliche Rückschlüsse auf meine Identität ermöglichen“. Und er trinkt offenkundig gerne mal einen.


Ansonsten gibt er nicht viel preis. Zeigt zwar Titleist-Bälle mit angeblich seiner Markierung sowie seine Titleist-Schläger für 2016, offenbart überdies eine tiefe Sympathie für Sergio Garcia („Einer der nettesten Typen auf der Tour“), legt aber vermutlich auch eine Menge falscher Spuren.

Vor Tagesfrist noch veröffentlichte „STP“ das Bild einer Flugroute von Düsseldorf nach Abu Dhabi. Ein Schelm, wer da nicht an Martin Kaymer denkt. Der war gleichwohl Ziel eines sehr speziellen Jahresend-Tweets. Selbstironie?

Heiß gehandelt wurde immer mal wieder Geoff Ogilvy. Der australische US-Open-Champion von 2006 verbuchte allerdings in jüngster Vergangenheit nur einen Turniersieg (2014) und ist kein Mitglied der European Tour mehr. Es kann freilich durchaus sein, dass sich gleich mehrere Akteure einen unterhaltsamen Spaß mit Indiskretionen machen. „STP“ spricht gerne von „Assistenten“.

Schoten in Sachen Tiger Woods

Da wird dann schon mal verraten, wenn ein Spielerkollege seinen Caddie beauftragt, das Weihnachtsgeschenk für die Gattin auszusuchen. Interna halt, die nur jemand mitkriegt, der Zugang in die Spieler-Lounges hat, zum inneren Kreis gehört. Und den Wechsel von Brooks Koepka zu Nike sowie das neue PXG-Team hat „STP“ bereits vor geraumer Zeit angekündigt.

Bloß in Sachen Tiger Woods haut er regelmäßig echte Schoten raus. Die 2015 kolportierte angebliche Trennung von Trainer Chris Como beispielsweise. „Ich hatte einen Kaffee mit ihm [Como] vor einiger Zeit in Chambers Bay“, berichtet „Mister X“ in dem E-Mail-Interview. „Er scheint ein netter Kerl zu sein und sehr intelligent, ich glaube indes nicht, dass seine Trainingsmethoden zu Tiger Woods passen. Tiger braucht einen Schwung, der seinem morschen Körper angepasst ist.“

Oder das Comeback-Bild vom trainierenden Tiger Woods in der vergangenen Woche. Den entsprechenden Tweet löschte „STP“ später und entschuldigte sich, es sei ein altes Foto, das ihm eine eigentlich „verlässliche Quelle“ übermittelt habe.

„Spieth ist ein Langweiler“

Interessant sind seine Kommentare zu Kollegen. Justin Rose, Ian Poulter und Henrik Stenson beispielsweise seien „total bodenständige Typen“. Tiger „ist sehr anständig, aber, Mann, er flucht echt verdammt viel!“ Mit Jordan Spieth hat der Fairway-Flüsterer nach eigenem Bekunden auch gespielt, ein „netter Kerl, aber „für meinen Geschmack nicht unterhaltsam, ein ziemlicher Langweiler“. In einem anderen Winkel der Sympathieskala rangiert Robert Allenby, der mit dem mysteriösen Bar-Überfall auf Hawaii, der Australier sei schlichtweg „ein Trottel“.

„Einer meiner größten Anreize, diesen Account zu betreiben, war und ist Ehrlichkeit“, sagt „STP“, dessen „Bagman“ übrigens als „Secret Tour Caddie“ bei Twitter unterwegs ist. „Wenn mein Name darunter stünde, könnte ich nicht so offen und ehrlich sein, wie ich es bin. Außerdem würde das Freunde und Sponsoren reinziehen.“

„Golf Digest“ hat dieser Tage alle Indizien zusammengefasst, die zur Entlarvung des „Whistleblowers“ dienen könnten, weil der selbst sich erst outen will, „wenn ich mehr Twitter-Follower habe als Justin Bieber“: Er ist Rechtshänder. Er ist kein Brite. Er hat eine Freundin. Er sei nicht Bernd Wiesberger. Sagt er jedenfalls.

Die Auflösung liege im Namen „Secret Tour Pro“. Sagt er ebenfalls. Er spielte das Masters und die PGA Championship 2015. Dazu die Ho Tram Open in Vietnam. Behauptet er. Jetzt sind Sie dran!

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Michael F. Basche

Michael F. Basche - Freier Autor für Golf Post

Als Journalist, Golfbetriebsmanager und notorischer Zu-Kurz-Putter ist Michael F. Basche auf vielfache Weise dem Golf verfallen. Nach Jahren als Tageszeitungs-Sportredakteur und im PR- und Marketinggeschäft berät er heute u. a. Golfclubs in Fragen der Corporate Identity. Und widmet sich schreibend den vielfältigen Facetten des Großartigsten aller Spiele.
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