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Happy Birthday, Happy Gilmore!

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16. Feb 2016
Der wahrscheinlich sympatischste Choleriker der Filmgeschichte: Happy Gilmore, ein All-Time-Classic! (Foto: Youtube)
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Happy Gilmore, der sympatischste Choleriker der Golf- und Filmgeschichte wird 20 – Zeit für eine mediale Verbeugung.

Happy Gilmore, untalentierter und cholerischer Eishockey-Profi-Aspirant mit einem gewaltig großen Herzen, allen voran für seine Oma, wird über Umwege Golf-Profi, um genug Geld zu verdienen, das gepfändete Haus seiner Oma zurückzukaufen. „Happy Gilmore – Ein Champ zum Verlieben“ lautet die deutsche Übersetzung des Film mit dem Origialuntertitel „He doesn’t play golf … he destroys it“, und es bauchte nicht lange, bis dieser zwischen Naivität, überzogenem Humor und klassischer Liebesgeschichte skandierende Golf-Film zum Kult-Klassiker wurde.

Am 16. Februar 1996 startete die 10-Millionen-Dollar-Produktion in den amerikanischen Kinos, und spielte am Ende mehr als das Vierfache davon ein. Sein Kult-Kapital aber war noch um einiges höher, sodass nicht nur Hobby-Golfer, sondern sogar die Profis regelmäßig zu verschiedensten Gelegenheiten „den Happy Gilmore“ auspacken. Zeit für ein paar Hintergründe, Fun Facts und – was den Autor dieses Artikels vor eine schier unlösbare Aufgabe stellte – die besten Szenen des Films.


Der echte Happy Gilmore

Das Vorbild für Happy Gilmore war Kyle McDonough. Adam Sandler, der neben seinem schauspielerischen Jahrhundert-Auftritt zusammen mit Tim Herlihy das Drehbuch für den Film schrieb, kannte Kyle aus seiner Jugendzeit. Auch wenn der Film logischerweise größtenteils fiktiv ist, sei Kyle die Person gewesen, an den Protagonist Happy Gilmore angelehnt ist.

Kyle strebte lange eine professionelle Eishockey-Karriere an, hatte aber am Ende nicht das Zeug dazu. Aber Sandler kannte niemanden, der einen Golfball weiter schlagen konnte als Kyle McDonough. Die beiden sind bis heute befreundet, sodass Kyle die subtile Abstraktion seines Charakters seinem alten Mitstreiter Adam nicht übel nimmt.

Bob Barker hätte Adam Sandler den Hintern versohlt

Eine der berühmtesten Szenen des Films ist die 1996 mit dem MTV Movie Award für die beste Kampfszene ausgezeichnete Schlägerei zwischen Happy Gilmore und Bob Barker bei einem Pro-Am-Turnier. Barker moderierte von 1972 bis 2007 die Fernsehshow „The Price Is Right“, Vorbild des deutschen „Der Preis ist heiß“. Er spielte im Film sich selbst – doch es gibt noch eine interessantere Geschichte dazu.

Bob Barker war jahrzehntelang mit Martial-Arts-Legende Chuck Norris befreundet und erhielt von ihm mehrere Jahre lang Kampfunterricht in Karate. Vor diesem Hintergrund ist die Filmszene realistischer, als sie zunächst zu sein scheint. Angeblich war das auch Voraussetzung für Barker: Es heißt, er stimmte nur zu, in dem Film mitzuspielen, wenn er die Szene gewinnt.

Der Traum eines jeden Golfers

Frage: Was wäre, wenn Happy Gilmore 1996 schon einen Multimaterial-Titan-Carbon-Driver mit verstellbaren Gewichten, einem hohen Trägheitsmoment und einem seeehr tiefen Schwerpunkt gehabt hätte? Und dazu einen harten 3-Piece-Ball? Wahrscheinlich hätte die Ballgeschwindigkeit die Schallmauer geknackt und ein reguläres Happy-Gilmore-Par-3 hätte rund einen Kilometer lang sein müssen, mit Gegenwind.

Keiner flucht wie Happy Gilmore

Es ist einfach ein Original, das Original, die ursprünglichste Art seinen Ball zu beschimpfen. Je öfter man diese Szene schaut, umso mehr Symbolkraft entdeckt man in ihr. Vor dem Putt versucht er alles, seinem Harmonie predigenden Mitspieler, dem Ball und seinem Schlag eine Chance zu geben. Am Ende brechen alle Dämme. Und wenn wir mal ehrlich sind, haben wir schon den ein oder anderen Golfer auf dem Platz fluchen gehört – aber so schön fluchen kann nur Happy Gilmore.

Übrigens, für Serien-Affine: Die attraktive PGA-Tour-Verantwortliche ist Julie Bowen, die in der US-amerianischen Erfolgsserie „Modern Family“ die geschäftige Mutter spielt.

Wer, wenn nicht Lee Trevino

Lee Trevino in Zahlen: 82 Profi-Siege, sechs Major-Siege, Sportler des Jahres 1971 (gewählt von der Sports Illustrated und der Associated Press) und seit 1981 Mitglied der World Golf Hall of Fame.

Lee Trevino in Worten (auch hier fällt die Auswahl extrem schwer): „Golf ist der größte Spaß, den man mit angezogenen Hosen haben kann!“ – „Ich verbringe so viel Zeit im Wald, dass ich schon sagen kann, welche Pflanzen essbar sind.“ – „Bei Regen und Blitzschlag halte ich mein 1er-Eisen in den Himmel. Denn nicht einmal Gott trifft ein Eisen 1!“ Also wer könnte Shooter McGavin besser darauf hinweisen, dass Grizzly Adams sehr wohl einen Bart hat, als Lee Trevino.

Oliver Felden

Oliver Felden - Freier Autor für Golf Post

Während seines Studiums der Sportwissenschaft und Germanistik kam er über das Crossgolfen auf die gemähten Wiesen der Republik. Seine Waffen sind die kurzen Eisen, doch der Putter bringt ihn noch viel zu oft auf den Boden der Tatsachen zurück. Seine Abschlussarbeit hatte den Titel: "Golf in der Schule - Bildungspotenziale und Grenzen".
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