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Handicap-Anpassung: Was sich im neuen Jahr verändert

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23. Okt 2015
Starke Verbesserungen oder Verschlechterungen führen am Jahresende u. U. zu einer Handicap-Anpassung. (Foto: Getty)
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Ob auf- oder abwärts, die Handicap-Anpassung hat schon manchen Golfer überrascht. Ab 2016 entscheiden die Clubs über das Handicap ihrer Spieler.

Ging es Ihnen auch schon so? Irgendwann zwischen Dezember und Januar flattert ein Brief ihres Golfclubs ins Haus und Sie staunen, dass auf ihrem Stammvorgabenblatt ein neues Handicap vermerkt ist. Dabei haben Sie in letzter Zeit gar kein Turnier gespielt. Und wer hat das überhaupt entschieden? Und warum ist das Thema jetzt aktuell?

Aktuell ist das Thema, weil die „zwingende, jährliche Vorgabenanpassung“, wie die Handicap-Anpassung im Amtsdeutsch korrekt heißt, 2016 reformiert wird. Dann soll nicht mehr der Computer über Herauf- und Herabsetzung des Handicaps entscheiden, sondern die Clubs das Zepter wieder in die Hand nehmen. Bisher entschied tatsächlich nur ein PC darüber, ob sich Ihr Handicap mit der zu erwartenden Spielstärke deckt. War dies nicht der Fall, erfolgte eine Handicap-Anpassung hin zu Ihrem aktuellen Spielniveau.


Ein Beispiel: Handicap-Anpassung in der Praxis

Diese Prozedur ist aber keineswegs ideal. Denn um die aktuelle Spielstärke möglichst realistisch wiedergeben zu können, braucht es mehr als eine statistische Auswertung. Hier setzt die künftige Praxis an.

Ein Beispiel: Ihr Club führt ihr Handicap bei 20. Vor einem halben Jahr haben Sie sich aber am Rücken verletzt und es steht zu erwarten, dass Sie diese Vorgabe nicht wieder erreichen. Ihr Handicap wird sich in nächster Zeit nach und nach verschlechtern – allerdings nur sehr viel langsamer als Sie. Da Sie aber bei Turnieren den Spaß an der Nettowertung nicht verlieren sollen, wird ihr Handicap angepasst. Da ein Computerprogramm nur unzureichend einschätzen kann, wie weit sie aufgrund der Verletzung von ihrer Vorgabe entfernt sind, sollen ab dem kommenden Jahr die Vorgabenausschüsse der Golfclubs – also die Turnierverantwortlichen – die Handicap-Anpassung vornehmen.

Wer ist von der Anpassung betroffen?

„Otto Normalgolfer“ braucht sich aber kaum Gedanken machen, unvorbereitet Objekt einer Herauf- oder Herabsetzung zu werden. Denn die Handicap-Anpassung betrifft meist Spieler, die sich schneller verbessern oder verschlechtern als ihre Vorgabe das durch vorgabewirksame Runden kann. Das sind meistens „entweder sehr gute Jugendliche oder amitionierte Erwachsene, die viel trainieren“, weiß Guido Tillmanns, Geschäftsführer des Kölner Golf Clubs, aus Erfahrung. Auch er wird sich demnächst mit zwei seiner Mitarbeiter zusammensetzen und über die Golfer seines Clubs sprechen. Andersherum sind von einer Heraufsetzung zum Beispiel ältere Spieler betroffen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr die Leistung vorangegangener Jahre erreichen.

Der DGV beziffert die von der Handicap-Anpassung betroffenen Golfer auf drei bis vier Prozent. Und auch der Geschäftsführer des Kölner Golf Club glaubt nicht, dass die Reform sehr viele Golfer betrifft. Rund 20 Prozent der Clubmitglieder, so schätzt er, seien regelmäßige Turnierteilnehmer. „Die Turnierspieler zu kennen, trauen wir uns zu. Wir sprechen mit den Trainern, tauschen uns aus. Wenn einer fünfmal im Jahr an einem Turnier teilnimmt, kennen wir ihn.“ Und damit sei auch eine realistische Einschätzung der Leistung möglich.

Für alte Hasen nichts Neues

Außerdem: Die Unterstützung durch den Computer verschwindet nicht. Nach wie vor werden die Vorschläge zur Handicap-Anpassung aus dem PC kommen. Nur die endgültige Entscheidung, ob die Anpassung übernommen wird oder nicht, treffen ab 2016 wieder die Turnierverantwortlichen in den Clubs.

Für die Praxis heißt das: Der Clubchef und seine Mitarbeiter besprechen persönlich, welche der vom PC vorgeschlagenen Golfer ihres Clubs in welchem Maße angepasst werden. „Mit dieser Regelung haben wir ja vorher auch schon gelebt“, kommentiert Tillmanns die vermeintlichen Neuerungen gelassen. Denn bevor es Systeme wie den PC Caddie gab, wurden die Entscheidungen auch von den Clubverantwortlichen getroffen. „Die Clubs nehmen einfach den alten Rythmus wieder auf“, prognostiziert Tillmanns.

Für den Golfer heißt das: Die Handicap-Anpassung wandert zurück zu den direkten Ansprechpartnern im Club. Seien Sie also immer recht freunlich. 😉

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Tobias Hennig

Tobias Hennig - Redakteur

Tobias kam im Sommer 2014, während seines Studiums der Germanistik und Politik, als Werkstudent zu Golf Post. Zunächst machte er sich nur die Theorie des Golfsports zu eigen, nun versucht der vielseitig sportbegeisterte Wahl-Kölner, zum teaminternen Handicap-Durchschnitt aufzuschließen. Seit April 2016 erheitern der Redakteur und seine Hündin Mali die Kollegen täglich.
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