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Gut Apeldör – Offenes Tor im Norden Deutschlands

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07. Aug 2014
Die elfte Bahn des Big Apple Kurses in Gut Apeldör. (Foto: Gut Apeldör)
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Gut Apeldör, unweit der Nordsee, beeindruckt. Ländliches Idyll und nordischer Charme laden zu einem famosen Golferlebnis mit einer kleinen Überraschung.

Am ersten Abschlag streift der Blick hinunter über das wellige Fairway von Bahn 1. Die Gruppe vor uns setzt sich gerade in Bewegung. Auf der rechten Seite ist die Bahn gesäumt von einer Reihe Apfelbäume. Überhaupt steht der Platz ganz im Zeichen der sündigen Frucht: Allein der Platz ist mit circa 211 Apfelbäumen bepflanzt. Das Clublogo ziert ebenfalls ein Apfel, der von einem Eisen gekreuzt wird. Und beim Bezahlen des Greenfees wird einem freudig ein Apfel aus eigenem Anbau mit auf die Runde gegeben.


Gut Apeldör – „Offene Tür“ im Norderdithmarschen

Das passt und ist stimmig, denke ich. Marshall Jürgen Wahlfeldt quittiert es mit einem Schmunzeln, um mich dann freundlich aufzuklären, dass Apeldör mitnichten etwas mit Äpfeln zu tun habe.

Um 1856 wird zum ersten Mal der Name Apeldör erwähnt. Damals gehörte Norderdithmarschen zum Königreich Dänemark und der Regent erließ ein Gesetz, demnach Reisenden und Viehtreibern nach beschwerlichen Wegen eine offene Tür – plattdeutsch: Apeldör – zu gewähren sei.

Hier wurde 1996 mit dem Bau der Golfanlage begonnen, die sich heute über 27 Bahnen erstreckt.


Gut Apeldör

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Der „Big Apple“ ist ein Einsteigerfaszinosum

Offene Tür also! Dieser Name ist Programm. Wo man in anderen Clubs nur Gast ist, ist man hier König. Jeder ist willkommen. Wo Hochhandicapper und Einsteiger ob der elitären Anmutung einiger Clubs schon mal eingeschüchtert sein können, schlägt einem im GC Apeldör die ungekünstelte, norddeutsche Freundlichkeit entgegen.

Auch über die aktuelle Pay&Play-Welle wird hier geschmunzelt. Der Neun-Loch-Platz „Big 9“ ist kein halbherzig gezimmerter Acker, sondern steht dem großen Platz an Anspruch und Pflegezustand in nichts nach und ist bei zweimaligen Umrunden gar etwas länger als der „Big Apple Course“. Für Einsteiger ein golferisches Paradies. Zudem geben einem der Apfel für die Runde, die ausführlichen Informationen über den Platzzustand und Grüngeschwindigkeit und ein allzeit ein freundliches Lächeln ein gutes Gefühl.

Hier bin ich Golfer, hier will ich sein

Das Clubhaus und das Restaurant bieten von der Terrasse aus einen Blick auf das 18. Grün, das konsequent zum Wasser auf der Rechten abfällt und bei dem man froh sein kann, dass vorher ein Bunker die Bälle aufhält. Sitzen bleiben kann man hier, wenn es mal regnet. Denn dann erstattet Apeldör einem anteilig die Greenfeekosten. Für uns scheint aber die Sonne und auf geschotterten Faden geht es auf zur Range.

90.000 Quadratmeter Wasser und 96 Bunker

Die Übungsanlagen sind großzügig bemessen und fordern und fördern Zielgolf. Die Grüns sind ob des Flutlichts auch nach Einbruch der Dunkelheit nutzbar. Auf dem Putting-Grün sollte man etwas Zeit einrechnen, da die Clubvorgabe, +9 von Blau, den nicht leicht zu spielenden Grüns der Anlage geschuldet ist. Alle Putting-Oberflächen auf der Runde sind stark onduliert und höllisch schnell und ein 40-Zentimeter-Putt ist leicht daneben geschoben.

Wo sonst ein Drei-Putt schnell auf die Laune schlägt, nehme ich das Bogey an der 1 gern mit. Die Anlage ist zu schön für Wutgolf. Der Golfplatzarchitekt David John Krause hat einen landschaftlich und sportlich reizvollen Platz geschaffen. Insgesamt säumen die Grüns und Fairways 90.000 Quadratmeter Wasser und 96 Bunker.

Neben der golferischen Herausforderung besticht vor allem auch der Pflegezustand. Die Abschläge und Teeübergänge sind mit geschotterten Cartwegen, die von schweren Holzbalken gerahmt werden, versehen. Optisch sehr ansprechend. Die Bunkerkanten und Roughübergänge sind akkurat geschnitten.

Mitnichten wird hier jedoch Natur pervertiert. Zwei Drittel des selbst generierten Stroms werden durch Sonnenenergie umgesetzt, für die Gastronomie nur saisonale und regionale Produkte verwendet und Werbung und Scorekarten mit umweltfreundlichem Papier gedruckt. Das Clubkonzept heißt „Natürlich! Apeldör“ – man legt hier Wert auf ökologische Konzeption.

Platsch und Apfelschnaps

So spielt sich unser Flight über ondulierte Fairways, insbesondere die 3 erinnert an die wellige, tosende Nordsee nebenan. Über kurze, aber knackige Par-5s, die legitime Par- und Birdie- Chancen bieten, um an der 8, dem „Signature Hole“ – wenn man bei den Bahnen überhaupt eine hervorheben möchte – ins Wasser zu blicken. Im Clubhaus erzählte man uns, dass hier die 1800 Mitglieder und Gäste gut 6000 Bälle im Jahr versenken.

Das Loch mit der leichten „TPC Sawgrass“-Anmutung ist dabei mit 133 Metern von Blau nicht einmal besonders lang, wird aber frontal von einem der vielen Wasserhindernisse geschützt. So sorgen zwei von uns für ein Tausendstel des Jahresvorrats an Lakebällen und wir trollen uns feixend vom Grün. Viele spektakuläre Bahnen später erreichen wir das Clubhaus, wo uns eine letzte Überraschung erwartet. Zum Abschluss erhält jeder Gast einen sanften, geschmacklich runden Apfelschnaps aus der eigenen Produktion, der den schmissigen Namen „Spielführer“ trägt. Wir stoßen an, sind zufrieden und wissen schon: Hier spielen wir bald wieder.

Ein paar Eckdaten

Big Apple Course (Par 72) Greenfee ab 29,50 Euro
Big 9 Course (Par 36) Greenfee ab 12 Euro

Hotelangebote:

Das Golfhotel bietet verschiedenste Angebote. Zum Beispiel die Flatrate: einmalig im Jahr 555 Euro bezahlen, unbegrenzt spielen und übernachten, gilt So-Fr.

Noch mehr Informationen zum Thema Golfreisen finden Sie in unserer Reisekategorie.

Janek Weiss

Janek Weiss - Freier Autor für Golf Post

Janek Weiß ist studierter Historiker und Journalist. Seine Liebe gilt der kleinen weißen Kugel. Als autodidaktischer „Golfoholic“ ein Verfechter des Bubba-Style und selten ohne Schläger anzutreffen.

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