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Norbert Lischka
Master-Greenkeeper und Trainingsexperte für Golf Post

Norbert Lischka studierte Agrartechnik und schloss 1992 seine Ausbildung als ‚Geprüfter Greenkeeper/Fachagrarwirt’ ab. 2006 qualifizierte er sich zudem in England zum ‚Master Greenkeeper’. Seine 25-jährige Berufserfahrung als Course Manager auf drei Golfanlagen in Deutschland sind ihm eine spürbare Grundlage innerhalb seiner nun neuen Beratertätigkeit: So ist er seit 2014 über Deutschland hinaus in Belgien, Finnland, Frankreich, Niederlande und Schweiz als Rasenberater unterwegs. Über 30 Jahre hinweg sammelte er zudem weltweit Eindrücke von ca. 500 Golfplatzbesuchen. Inzwischen ist er europaweit ein gefragter Berater und Fortbilder zu verschiedenen Themen im Bereich Golf und Greenkeeping. In internationalen Fachzeitschriften publiziert er Artikel, die zum Weiterdenken anregen. Sie finden Norbert Lischka auch unter www.der-rasenfuchs.de

Greenkeeping im Herbst und Winter – Urlaub? Jede Menge Arbeit!

Auch in der kalten Jahreszeit hat man als Greenkeeper alle Hände voll zu tun. Denn nur so haben Sie im Frühjahr wieder Spaß am Spiel.

09. Nov 2017
Auch im Herbst und Winter müssen Greenkeeper hart arbeiten. (Foto: Getty)


Um für eine gute Bespielbarkeit im nächsten Jahr zu sorgen, sind im Herbst und Winter verschiedenste Arbeiten vor allem zur Schonung der Spielflächen notwendig. Dafür sollten auch Golfer Verständnis haben, wenn sie im nächsten Frühjahr wieder einen Platz in gutem Zustand vorfinden wollen. Was die Greenkeeper dafür in der kalten Jahreszeit alles leisten, dürfte Sie überraschen.

Zuerst werden die Mähhöhen der Mäher für die verschiedenen Spielflächen nach oben gesetzt. Dadurch besitzen die Gräser nun mehr Blattmasse und können dadurch während der dunkleren Jahreszeit und dem Stillstand des Wachstumes besser überwintern. Extrem wichtig ist das tägliche entfernen des Taus auf Grüns, Vorgrüns und Wintergrüns, um den Krankheitsdruck zu reduzieren.

Herbstlaub sieht schön aus, kann aber krank machen

Wenn nötig sollte das Herbstlaub vor allem auf den Grüns jeden Tag entfernt werden, sonst können sich bei entsprechenden Witterungsverhältnissen Krankheiten unter den Blättern entwickeln. Sind alle Blätter gefallen, sollten diese auch auf den restlichen Spielflächen entfernt werden.

Falls erforderlich kann in dieser Jahreszeit auch das Rough gemäht werden, dabei ist in der Regel das Schnittgut mit einzusammeln. Durch ein Tiefenperforieren von Grüns, Vorgrüns, Abschläge und Fairways wird den Pflanzen der notwendige Sauerstoff auch an die Wurzeln geführt. Bei Frost, Reif oder Schnee muss die Fahne auf den Wintergrüns stehen. Sind keine Wintergrüns vorhanden, ist ein Sperren des ganzen Platzes während solch einer Periode in Betracht zu ziehen - so bitter das für die Golfer auch sein mag. Auf nicht gefrorenem Boden müssen größere Schneemengen von den Grüns geräumt werden. Um den Rasen zu schonen, sind vor allem bei Frost nötige Baumpflegearbeiten durchzuführen sowie tote Bäume und Äste zu beseitigen.

Um ein Platzen der Regner und Beregnungsleitungen im Winter zu vermeiden, wird das restliche Wasser unter Druckluft nach außen geblasen. Auch die Beregnungspumpen müssen frostsicher gelagert werden. Ebenso ist das Freischneiden der Regner und wenn nötig auch das Höhersetzen dieser, eine von vielen Arbeiten in der kalten Jahreszeit. In den Monaten Februar und März empfiehlt sich das Entnehmen von Bodenproben, um einen eventuellen Nährstoffmangel festzustellen. Nach den Ergebnissen der Untersuchung der Proben richtet sich dann im Frühjahr die Düngung und Pflege.

Auch Bunker brauchen Pflege

In den Bunkern sind die Sandtiefen zu kontrollieren und bei Bedarf aufzufüllen. Wer will schon auf der ersten Runde im Frühjahr auf harten Boden statt weichen Sand treffen? Zudem sind alle Lauf- und Fahrwege zu kontrollieren und falls notwendig auch auszubessern. Dabei steht die Sicherheit im Vordergrund. Falls erforderlich, sind auch Teiche und Gräben zu säubern. Dränagen bedürfen einer Kontrolle und eventuell einer Spülung. Bänke, Teemarker, Mülleimer, Vermessungsplatten, 100-150 Meter-Marker und Pfosten sind zu säubern und falls notwendig zu streichen. Die Teemarker sind, insofern Platz vorhanden ist, auf eine ebene Fläche im Semirough neben dem Tee zu stecken. Vor dem Frost sind alle Ballwäscher abzumontieren, zu säubern und trocken zu lagern. Ein großer Anteil der Arbeiten in den Wintermonaten entfällt auf die Maschinenpflege, diese müssen gewartet und bei Bedarf repariert werden.

Ende Oktober sollte das Finanz-Budgets fertig gestellt sein. Zudem sollte eine einvernehmliche und gemeinsame Absprache für die Integration des Pflegeplans in den Spielplan der kommenden Saison erzielt werden. Ein Greenkeeper sollte außerdem auch Fortbildungen und Messen besuchen, um sich auf dem neusten Stand der Forschung und der Technik zu halten.

Ganz wichtig ist nun aber auch eine dringende Pause, um im neuen Jahr mit frischer Kraft zu starten. Dazu können Überstunden abgefeiert und auch der notwendige Urlaub genommen werden.

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Norbert Lischka studierte Agrartechnik und schloss 1992 seine Ausbildung als ‚Geprüfter Greenkeeper/Fachagrarwirt’ ab. 2006 qualifizierte er sich zudem in England zum ‚Master Greenkeeper’. Seine 25-jährige Berufserfahrung als Course Manager auf drei Golfanlagen in Deutschland sind ihm eine spürbare Grundlage innerhalb seiner nun neuen Beratertätigkeit: So ist er seit 2014 über Deutschland hinaus in Belgien, Finnland, Frankreich, Niederlande und Schweiz als Rasenberater unterwegs. Über 30 Jahre hinweg sammelte er zudem weltweit Eindrücke von ca. 500 Golfplatzbesuchen. Inzwischen ist er europaweit ein gefragter Berater und Fortbilder zu verschiedenen Themen im Bereich Golf und Greenkeeping. In internationalen Fachzeitschriften publiziert er Artikel, die zum Weiterdenken anregen. Sie finden Norbert Lischka auch unter www.der-rasenfuchs.de

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