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Golf Post Leser auf Reisen: Drei Tage Turniergolf auf Irlands besten Plätzen

Golf Post Leser Rainer Veith hat sich der Herausforderung der Donegal Links Classic gestellt und dabei Irland erkundet. Ein Erfahrungsbericht.

Golf Post Leser Rainer Veith erlebte bei einer seiner Golfreisen spannende Turnierrunden auf einigen der schönsten Golfplätze in Irland. (Foto: Rainer Veith)
Golf Post Leser Rainer Veith erlebte bei einer seiner Golfreisen spannende Turnierrunden auf einigen der schönsten Golfplätze in Irland. (Foto: Rainer Veith)

Golfen in Irland ist der Traum vieler Reiselustiger, die gerne die kleine weiße Kugel über die Fairways treiben und steht allgemein hoch im Kurs. Die golferischen Erlebnisse auf der "Grünen Insel" aber auch noch mit vorgabewirksamen Turnieren in bester Gesellschaft zu verbinden, setzt dem ganzen noch die Krone auf. Golf Post Leser Rainer Veith hat genau dies getan und seine Eindrücke und Erfahrungen für Golf Post zusammengefasst.

"Meine Golfreisen müssen viel Golf, Topplätze und Turniere enthalten."

Wie in jedem Jahr machte ich mir auch diesmal wieder Gedanken, wohin ich meine diesjährige "Golfpilgerfahrt" unternehmen könnte. Schöne Golfplätze gibt es ja mittlerweile überall (eine exzellente Quelle ist übrigens http://www.top100golfcourses.com). Jedoch war mein Ziel a) viel Golf zu spielen, b) auf unterschiedlichen Topplätzen und c) am besten noch in Verbindung mit einem Turnier. Vor ein paar Jahren kam ich zufällig auf folgende Internetseite: https://golficity.com/irelands-great-golf-challenges/#dlc

Dass Irland fantastische Golfplätze hat, ist unbestritten. Ich war bereits mehrfach dort und hatte dort einige der "bucket list" Golfplätze wie Ballybunion Old, The European, Royal Portrush und natürlich Royal County Down gespielt, die alle sehr empfehlenswert sind und einen eigenen Bericht wert sind. Aus terminlichen und sportlichen Gründen fiel meine Wahl in diesem Jahr auf die Donegal Links Classic, denn ich konnte nicht nur mit Rosapenna Sandy Hills, Ballyliffin Old und Portsalon drei Golfplätze der Top 100 in GB & Irland spielen, sondern nach den Turnierrunden mit Rosapenna (Old Tom) und Ballyliffin (Glashedy) zwei weitere Superplätze genießen und den Tag voll auslasten. Es sei hier jedoch erwähnt, daß jedes Turnier, das auf der o.g. Internetseite erwähnt ist, hervorragende Golfplätze ausweist und jedes Turnier wahrscheinlich eine Reise wert ist, aber meine Wahl fiel nun mal auf die Donegal Links Classic.

Rainer Veith kämpfte sich auf seiner Turnierreise durch Irland über zahlreiche Golfplätze. (Foto: Rainer Veith)

Rainer Veith kämpfte sich auf seiner Turnierreise durch Irland über zahlreiche Golfplätze. (Foto: Rainer Veith)

"Loch Erne Resort, Faldo Kurs: Fairway treffen oder weg"

Am letzten Sonntag im Mai war es dann soweit. Es ging von Hannover über Amsterdam nach Belfast. Alles problemlos und sehr pünktlich, so dass ich rechtzeitig zu der gebuchten Abschlagszeit auf dem ersten Abschlag des Loch Erne Resort, Faldo Kurs stand. Der Faldo Kurs des Loch Erne Resort liegt quasi auf dem Weg von Belfast (Nordirland) nach Rosapenna (Irland) und ist den kleinen Abstecher auf jeden Fall wert. Der Faldo Kurs in Bad Saarow ist natürlich sehr bekannt in Deutschland und dieses Design hat mit Sicherheit mindestens die gleiche Qualität ist aber weniger ein Links-Design, sondern eher ein klassischer Parkland-Kurs, der sich durch die unglaublich schöne Hügellandschaft zieht. Auf dem ersten Loch machte ich mir bereits ernsthafte Sorgen, ob ich genügend Bälle dabei habe, denn rechts ist direkt neben dem Fairway ein Wasserhindernis und links droht tiefstes Rough, also Fairway treffen oder „weg“.



Einmal das Fairway getroffen, ist das Loch aber mit einem kurzen Eisen leicht lösbar. Bitte keine falsche Hoffnung, der drittbeste Platz in Nordirland hat 11 Bahnen mit Wasserhindernissen. Es wird also nicht wirklich leichter. Die weiteren Löcher sind wesentlich breiter aber nicht uninteressanter zu spielen. Die ersten neun Löcher ziehen sich durch den Wald und die back nine sind wesentlich offener und hügeliger mit wunderschönen Ausblicken auf die Landschaft und den Loch Erne. Signature Hole ist das 10. Loch, ein kurzes Par 4 mit ca. 320m, leicht bergab. Nach einem guten Abschlag braucht man nur noch ein Wedge, das aber mit „weißen Knöcheln“ aus einer Hanglage gespielt wird, denn das Grün liegt auf einer Halbinsel im Loch Erne. Wie gesagt, ein Abstecher lohnt sich zu diesem atemberaubenden Golfplatz.

Weiter ging es nach Rosapenna, einem kleinen Dorf oben an der irischen Küste in Donegal. Montag, 29.5. Erste Turnierrunde auf dem Sandy Hills Kurs in Rosapenna. Irisches Wetter vom feinsten. Wolken, Wind, Nieselregen. Dazu ein ungemein schwieriger Linkskurs in den Dünen mit teilweise sehr schmalen Fairways. Im Clubhaus hängt die score card eines gewissen Rory McIlroy. 5 über Par! Die Greenkeeper hatten wohl Mitleid und wollten, daß die Anzahl der Suizidversuche wegen erniedrigender Ergebnisse in Grenzen halten und so wurden einige Abschläge etwas nach vorne gesetzt. Ich konnte davon mit einer 78 profitieren, weil ich meinen Driver meistens in der Golftasche lassen konnte.

Der Leuchtturm von Portsalon war ohne Zweifel eines der absoluten Highlights auf der Golfreise durch Irland. (Foto: Rainer Veith)

Der Leuchtturm von Portsalon war ohne Zweifel eines der absoluten Highlights auf der Golfreise durch Irland. (Foto: Rainer Veith)

Am Nachmittag genoß ich noch den Old Tom Morris Kurs, benannt nach Old Tom Morris, der den Golfplatz 1893 im Original entwarf. Die ersten neun Löcher des „Old Tom Morris“ Kurses sind vergleichbar mit den Löcher des Sandy Hill Kurses, die Back Nine jedoch sind noch die originalen Löcher, wie sie Old Tom Morris entwarf auf einer flachen Ebene zwischen Strand und den hohen Hügeln. Diese Back Nine gefielen mir mit am besten, obwohl sie alles andere als leicht waren. Die Tradition des Platzes verbunden mit den fantastischen Ausblicken auf das Meer und die Hügel machen diese neun Loch zu einem besonderen Erlebnis.



Dienstag, 30.05. Ballyliffin: Austragungsort der Irish Open 2018.

Die zweite Turnierrunde fand auf dem Old Kurs statt, der natürlich auch ein klassischer Linkskurs ist, aber breitere Fairways hat im Vergleich zu Rosapenna. Die Grüns waren noch etwas schneller, aber das wirkliche Problem war der starke Wind und der Regen (für die lokalen Spieler völlig normale Bedingungen). Auch wenn ich an der Küste Golf erlernt habe, waren das doch besondere Herausforderungen. Par-Vorgaben und Yard-Angaben waren bei den Bedingungen belanglos.

Am Ende der „Schlacht“ gegen die Elemente stand eine 12 über auf der Karte und ich war total platt, nicht körperlich sondern mental, da ich links Golf als wesentlich anstrengender empfinde. Auf vielen modernen Plätzen oder Parkland-Kursen mit weichen Grüns spielt man kurze Schläge meistens mit viel Loft, um diese schnell zum Stoppen zu bringen. Auf Links-Kursen ist gerade das kurze Spiel wesentlich anstrengender, da man sich auf jede Welle im Grün und jede Fahnenposition voll konzentrieren muss und die Schlägerwahl gut überlegt sein muss.

Zum „Ausruhen“ ging es am Nachmittag auf den Glashedy Kurs in Ballyliffin. Ein Links-Kurs, der eher einer Achterbahn ähnelt als traditionellem Linksgolf. Die Hälfte der Golflöcher wird direkt in riesigen Dünen mit enormen Höhenunterschieden gespielt. Für die Freunde von Golfpätzen in Las Vegas: Glashedy Links ist die links-Variante zu Wolf Creek. Absolut sehens- und spielenswert. Die Ausblicke auf die Bucht und die umliegende Landschaft ist von den Hügeln noch etwas bemerkenswerter als vom Old Kurs. Im Laufe des Nachmittages kam auch noch die Sonne raus, so daß ich vier Jahreszeiten an einem Tag erleben durfte. Praktisch.

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Mittwoch, 31.05.: Letzte Turnierrunde in Portsalon

„Fein“, dachte ich. Ein kurzer erholsamer Platz, nicht so hoch wie die anderen im Ranking. Frohen Mutes fuhr ich von Rosapenna ca. 30 Minuten nach Portsalon. Mehrfach musste ich anhalten, um Fotos zu machen und die Landschaft zu bestaunen. Je länger ich fuhr, desto mehr zweifelte ich, daß am Ende der Strasse in der Einöde mich ein interessanter Golfplatz erwarten könnte. Die Zweifel stiegen, als ich in das Dorf Portsalon hineinfuhr und vor allem als ich auf dem Parkplatz meinen Mietwagen abstellte. Ein kleines Puttinggrün und ein Mini-Chippingrün. Aber dann ging es los: Das erste Loch ein eher kurzes Par 4 mit einem „blinden“ Annäherungsschlag auf ein erhöhtes Grün.





Das zweite Loch war sogleich das signature Loch, einem der besten Par 4 in UK. Wasser muß gleich zweimal überspielt werden. Im besten Fall ein Driver und mittleres Eisen, im schlechtesten Fall….Man darf sich schon gar nicht von der unglaublichen Aussicht auf den laut Daily Telegraph zweitschönsten(!) Strand weltweit ablenken lassen. Die ersten neun Löcher haben es wirklich in sich. Extrem enge Fairways und mörderisches Rough. Die back nine sind wesentlich offener und lassen einen besseren score zu. Typisch für diesen überraschenderweise sensationellen Platz ist auch das Clubhouse. Sehr klein und gemütlich, eher ein Pub, aber typisch für die Gemütlichkeit und Freundlichkeit für Golf in Donegal.

Eine Mischung aus Links- und Parklandkursen spielte Rainer Veith während seines Irland-Aufenthalts. (Foto: Rainer Veith)

Eine Mischung aus Links- und Parklandkursen spielte Rainer Veith während seines Irland-Aufenthalts. (Foto: Rainer Veith)

Von allen meinen Golf-Kurzreisen war diese Reise, die mit Abstand erholsamste.

Die Qualität der Golfplätze muß sich auf keinen Fall hinter den großen Namen von Ballybunion, Portrush und County Down verstecken, aber die Greenfees (gerade im Paket für die Donegal Links Classic) sind wesentlich günstiger. Ein Wort der Warnung an dieser Stelle sei angebracht: Wer auf Restaurants mit Michelin-Sternen und 5* Hotels mit Spa und Wellness Wert legt, wird in Donegal nicht fündig. Donegal bietet hervorragende Golfplätze und Gastfreundschaft verbunden mit einer atemberaubenden Landschaft. Von allen meinen Golf-Kurzreisen war diese Reise, die mit Abstand erholsamste.

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