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Golfparty in Scottsdale: Rezept gegen ein „uncooles“ Spiel?

08. Feb 2016
Feierwütige Fans am Rande der Phoenix Open. (Foto: Getty)
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Turnier mit immer neuen Fanrekorden, Fowler mit feuchten Augen, Manning mit unorthodoxen Mitteln, Roboter mit Ass. Die Back Nine.

Scottsdale hat geliefert: Die Waste Management Phoenix Open, trotz des stets parallel laufenden American-Football-„Super-Bowl“ gemeinhin als „Größte Show auf Gras“ tituliert, verzeichnet mit Besucherzahlen jenseits von 600.000 auch heuer wieder einen Zuschauerrekord. Allein am Samstag wurde 201.003 Fans gezählt. Das ist die Nachricht! In der 2015er-Woche bereits kamen über 560.000 „Feierbiester“, für ein Golfturnier irgendwie unvorstellbar. Deswegen folgt jetzt die provokante Frage. Ist das die Lösung, um Golf „cooler“ zu machen? Vielleicht mit Party-Zeiten auf unseren Golfplätzen? Als „blaue Stunde“ gar, dann sind Jeans oder Shorts, T-Shirts, Sechserpacks (alkoholfreies) Bier und mobile Mucke erlaubt, die tradierte Etikette hat mal Pause, und wem derartiges Treiben nicht gefällt, der bleibt an diesem einen Nachmittag in der Woche halt weg?

In den USA jedenfalls dient Scottsdale gerade wieder als Mittel gegen den Golf-Muff, der einer veränderten Freizeitgesellschaft und weiten Teilen der Jugend das Spiel verleidet. Hierzulande passt die Frage womöglich zum närrischen Rosenmontag. Oder was halten Sie vom Golf-Party-„Vorbild“?


Fowler mit Tränen der Enttäuschung

Trübsal: Als wäre der verpasste Sieg nicht Enttäuschung genug, hatte Rickie Fowler in Scottsdale weitere Gründe für Katzenjammer. „Mein Vater und mein Opa sind hier. Sie haben mich noch nie als Profi gewinnen sehen“, haderte der Kalifornier fast unter Tränen mit dem Ausgang des Turniers und speziell mit dem 17.Loch, das ihn in der Finalrunde den Zwei-Schläge-Vorsprung und im Stechen den Triumph vor den beiden Menschen gekostet hat, die ihn zum Golf gebracht haben.

Keegan Bradley: 15 Schläger im Bag

Einmal durchzählen, bitte! Da schauen zwei gestandene Golfexperten aufs Bag, und doch fällt Keegan Bradley und seinem Caddie Steve „Pepsi“ Hale beim Auftakt zur Waste Management Phoenix Open erst am zweiten Abschlag auf, dass 15 Schläger in der Tasche stecken. Trotz der zwei Strafschläge brachte Bradley, der PGA Champion von 2011, noch eine 68er-Startrunde zustande.

McIlroy hängt in der Luft

Gute Vorsätze ade? Eigentlich wollte Rory McIlroy riskante Vergnügen vermeiden, nachdem er sich 2015 mit seiner Fußballverletzung die halbe Saison vermasselt hat. Und dann, am Dienstag der Omega Dubai Desert Classic, das:

See you on the other side @xdubai

Ein von Rory McIlroy (@rorymcilroy) gepostetes Video am

Mit „Caddyshack“ zum Football-Triumph

Erfolgsrezept: Peyton Manning ist den Ruch des „One Hit Wonders“ endlich los, kann sich dank des Triumphs seiner Denver Broncos im American-Football-Finale über die Carolina Panthers den zweiten „Super-Bowl“-Ring an den Finger stecken. Mittlerweile weiß man auch, wie der Star-Quarterback seine „Leibwächter“ in der Broncos-Offensive auf sich einschwört. Er guckt mit ihnen seine Lieblingsfilme, allen voran „Caddyshack“. „Das schafft Gemeinsamkeiten. So wissen sie, wie ich ticke und wir sprechen die gleiche Sprache“, sagt Manning, der bei seinen codierten Anweisungen auch gerne aus Filmszenen und -texten schöpft und übrigens ein gepflegtes Handikap vier spielt.

Poulter mit einer Hand

„Einarmiger Bandit“: Ian Poulter verblüffte, als er am Freitag auf der Party-16 von Scottsdale den Putter nur mit der rechten Hand führte, nachdem er den Ball bis auf 1,8 Meter an die Fahne geschlagen hatte. Prompt lief die Kugel knapp am Ziel vorbei. Angeblich war‘s aber keine Show, vielmehr hat der Wahnsinn Methode, wie Poulter später via Twitter erklärte: „Manchmal funktioniert‘s“. Allerdings lag „Poults“ zu diesem Zeitpunkt auch schon deutlich hinter der Cut-Linie.

Lexi Thompson puttet blind

Noch ‘ne Putt-Version: Lexi Thompson hat bei der Coates Golf Championship mit geschlossenen Augen geputtet. Weil sie findet, dass sie sich zu sehr auf den Ball fokussiert: „Manchmal habe ich das Gefühl, ich brenne durch meinen intensiven Blick förmlich ein Loch in den Ball.“ Aber so ‘was kann bekanntlich nur Superwoman. Also, Augen zu und drauf …

Caseys Ex öffnet das Nähkästchen

Indiskret: Paul Caseys Ex-Frau Jocelyn Hefner hat ein Buch über ihr Leben an der Seite des englischen Profis geschrieben und plaudert darin aus dem Nähkästchen. Auf den Gläsern, Tassen und Servietten im Privatjet von Phil Mickelson beispielsweise stehe „Air Phil“. Oder: Beim Ryder Cup bekämen die Spielerfrauen von der European Tour ein üppiges Budget, um sich für die offiziellen Anlässe standesgemäß einzukleiden, Hefner führt ein Abendkleid für 5.000 Dollar an. Mädchenkram halt …

„LDRIC“ locht ein

Bierdusche für einen Roboter: Das Ass fiel beim fünften Versuch, die Fans auf den Tribüne rund um die 16 in Scottsdale rasteten aus. Ein Golfroboter stahl während des Pro-Am der Waste Management Phoenix Open allen die Show, als die Maschine am berühmten Par-drei-Party-Loch ein Hole-in-one schoss. So wie Tiger Woods 1997. Und der „Blechkerl“ heißt auch noch so: „LDRIC“, gesprochen „Eldrick“:

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Michael F. Basche

Michael F. Basche - Freier Autor für Golf Post

Als Journalist, Golfbetriebsmanager und notorischer Zu-Kurz-Putter ist Michael F. Basche auf vielfache Weise dem Golf verfallen. Nach Jahren als Tageszeitungs-Sportredakteur und im PR- und Marketinggeschäft berät er heute u. a. Golfclubs in Fragen der Corporate Identity. Und widmet sich schreibend den vielfältigen Facetten des Großartigsten aller Spiele.
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