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Umfrage: Bestandsaufnahme zur Golfglück-Kampagne

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02. Jun 2015
Wir haben die ersten Eindrücke der Golf Clubs eingeholt: Wie erfolgreich war die Golfglück-Kampagne? (Foto: Golf Post)
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Nach dem Golf-Erlebnistag und dem Start der Werbekampagne „Golfglück“ des DGV haben die teilnehmenden Clubs gemischte Gefühle.

In den vergangenen Wochen ist in den meisten Golf Clubs in Deutschland der Golf-Erlebnistag 2015, der im Zuge der Golfglück-Kampagne des DGV zu prominenten TV-Zeiten mit dem selbst gestalteten Spot beworben wurde, über die Bühne gegangen. Um einen ersten Eindruck davon zu erhalten, wie Spot und Erlebnistag bei den Clubs vor Ort angekommen sind, hat Golf Post alle dem DGV angehörigen Clubs angeschrieben und wollte wissen: Wie ist der Golf-Erlebnistag angekommen? Wie schätzen Sie die Kampagne allgemein ein? Und was hat sie speziell ihrem Club gebracht?

Vorab: Es ergibt kein einheitliches Bild, was uns die Clubs rückgemeldet haben. Insgesamt über 220 Golf Clubs haben an unserer anonymen Umfrage teilgenommen, und teils sehr gegensätzliche Erfahrungen und Meinungen zu der TV-Kampagne und dem Golf-Erlebnistag geäußert. Im Folgenden stellen wir Ihnen die ersten Eindrücke und Stimmen seitens der Clubs vor, und versuchen daraus Tendenzen abzuleiten.


Die Umfrage als generelles Stimmungsbild

Die Umfrage hat in der Zeit vom 22.5. bis zum 29.5.2015 online stattgefunden und bestand zu gleichen Teilen aus geschlossenen und offenen Fragen. Die Fragen zielten speziell auf den Zusammenhang zwischen TV-Kampagne und Golf-Erlebnistag ab, um ein direktes Feedback von den Plätzen der Republik zu bekommen. Es handelt sich dabei nicht um eine repräsentative Umfrage, die wissenschaftlich fundierte Schlüsse zulässt. Vielmehr geht es um ein generelles Stimmungsbild bei den beteiligten Clubs. Dabei standen die Wirksamkeit der Werbekampagne, der Erfolg des Golf-Erlebnistages und darüber hinaus das Eigenengagement der Golf Clubs im Fokus.

Golfglück und seine Präsenz

Umfrage_1Zu Beginn wollten wir wissen, ob die Werbemaßnahmen des DGV überhaupt in den Clubs präsent sind. Auf die Frage, ob die Golfglück-Kampagne des DGV in den jeweiligen Clubs ein Thema war, und ob sie konkret darauf angesprochen wurden, antworteten rund 62 Prozent der Clubs mit „Nein“, entsprechend 38 Prozent mit „Ja“.

In wieweit die Kampagne ein aktuelles Thema im Club war, da unterscheiden sich die Angaben. Teilweise wurde die Aktion vor Ort groß „im Zuge der Mitgliederversammlung 2015“ diskutiert, teilweise hatte man schlicht „den Fernsehspot gesehen“, wieder andere sprechen von „einem wichtigen Baustein im Rahmen der Mitgliederwerbung“. Auch kritische Bewertungen der Aktion kamen zum Ausdruck, etwa das Unverständnis über „das unmögliche Kampagnenbild des alten Golfers“, sind aber gegenüber den vielen positiven und produktiven Auffassungen der Thematik deutlich in der Unterzahl.

Trotzdem gaben über die Hälfte der Clubs im Anschluss daran an: „Von der ‚Golfglück‘-Werbekampagne haben wir in unserem Club so gut wie nichts bemerkt (kaum neue Besucher, auch war die Kampagne im Club kein Gesprächsthema)“. Rund sechs Prozent ordneten sich dem Punkt „Die Kampagne war bei uns deutlich spürbar. Dadurch haben uns viele neue Golfer besucht“ zu.

Umfrage_2

 War der Zulauf größer als zuvor?

Umfrage_3Anschließend stand der Vergleich zu den Vorjahren im Fokus, flankiert von den Fragen, was an der Kampagne besonders positiv aufgefallen sei, beziehungsweise was vermisst wurde. Der größte Teil der Clubs machte die Angabe, dass sich die Anzahl der Teilnehmer am Golf-Erlebnistag gegenüber den Vorjahren nicht vergrößert habe, rund 70 Prozent. Die Gründe dafür sind vielfältig. Neben dem Wetter, das den Clubs in einigen teilen Deutschlands einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht hat, wird vor allem die unglückliche Terminierung (Muttertag, Brückentage und dadurch resultierender Kurzurlaub, verkaufsoffener Sonntag) angebracht.

Für einen Zuwachs an Teilnehmern beim Golf-Erlebnistag machen die meisten Clubs vorrangig ihre eigenen Werbemaßnahmen verantwortlich, die in regionalen Print-Medien, Lokalradios oder über Facebook verbreitet wurden. Einige haben sich dabei an den vom DGV zur Verfügung gestellten Marketing-Tools bedient, wie zum Beispiel Flyer und Plakate. Vereinzelt wird aber auch der TV-Spot als Katalysator des Zulaufs genannt.

Golfglück – positiv oder negativ?

Bei den Fragen nach dem Positiven in der Kampagne scheiden sich die Geister. Von „positive Imagebildung und Unterstützung seitens des DGV“ bis „Gar nichts!“ ist das komplette Meinungsspektrum vertreten. Mehrheitlich wird positiv bewertet, dass der Spot überregional für Aufmerksamkeit sorgt. Was die Art des Werbefilms angeht, polarisiert er – die einen finden ihn gelungen, beispielsweise dass „Werbung auch in der öffentlichen Wahrnehmung ohne eine immer wieder elitäre Darstellungsweise“ stattfindet. Die anderen finden ihn vollkommen am Thema und neuen Zielgruppen vorbei, womit wir schon bei der Frage wären: Was haben Sie vermisst?

Ein oft genannter Kritikpunkt ist, dass die unterstützenden Marketing-Materialien vom DGV erst zu kurzfristig vor dem Golf-Erlebnistag eingetroffen seien. Was den TV-Spot zur Golfglück-Kampagne angeht, sorgt vor allem „das Fehlen von Emotionen“, die Fokussierung auf „nur eine Zielgruppe“ und die vergleichsweise geringe Frequentierung des Spots im Fernsehen für Kritik.

Wie schätzen Sie die Wirkung des Spots ein?

Eine eher positive Grundstimmung der Werbekampangne gegenüber, ohne daraus einen Mehrwert für den eigenen Club zu erkennen, spiegelt sich in den Einschätzungen über die Wirkung der Werbeoffensive wieder. Knapp die Hälfte der Clubs gibt an, es sei gut, dass der Spot gezeigt wurde. „Erfolg hat es für uns jedoch nur mäßig gebracht.“

Umfrage_4 Selbst ist der Club: Zusätzliche Werbung

Die meisten Clubs, knapp 80 Prozent, die Teil der Kampagne waren und an unserer Umfrage teilgenommen haben, haben zusätzlich zu der vom DGV gefahrenen Kampagne eigene Werbemaßnahmen durchgeführt. Dabei nahmen sie die Unterstützung des DGV wahr, ergriffen aber auch selbst die Initiative, um neue Mitglieder zu generieren. Nach dem Leitsatz „Every (Golf-)Buisness is local“ vertreten viele der befragten Clubs die Auffassung, dass der nationale Spot zwar gut für den Sport sei, ihnen aber konkret nicht helfe. Höchstens die Clubs in den Ballungszentren könnten davon profitieren – „die direkte Bewerbung im Umfeld“ sei „definitiv der Hauptfaktor zur Kontaktaufnahme mit Interessenten“.

TV-Spot und Golfglück-Kampagne: Was bleibt?

Einen allgemein gültigen Schluss aus der Befragung zu ziehen, scheint angesichts der breit gefächerten Erfahrungen und Einschätzung nur schwer möglich. Pauschale Aussagen eignen sich auch deshalb nicht, weil für jeden Golf Club andere Bedingungen wie Einzugsgebiet, Philosophie und Wirtschaftskraft gelten. Tendenziell lässt sich aber festhalten, dass die Golfglück-Kampagne eher positiv aufgenommen wurde. Der Spot scheint von der Mehrheit der Clubs als gelungen bewertet zu werden, die Kritiker in der Minderheit zu sein. Wenn es allerdings darum geht, wie viel Mehrwert durch die Kampagne und den Golf-Erlebnistag vor Ort entstanden sei, wendet sich das Blatt.

Die Clubs sehen in dem Spot eher eine Bereicherung für den Sport, als für ihre konkreten Bedürfnisse. Auf nationaler Ebene positionieren sich viele hinter der „Hauptsache es passiert mal was“-Auffassung und gehen in eigenen Belangen lieber selbst in die Offensive. Dabei richten sie ihr Hauptaugenmerk auf das regionale und lokale Engagement. Viele Clubs gaben auch an, dass sie die meisten Mitglieder dadurch generieren, dass sie es fördern, wenn Mitglieder Freunde und Bekannte mitbringen. Selbst ist also der Club, und wähnt sich damit sicherer, als sich darauf zu verlassen, dass sich durch die Golfglück-Kampagne allein alles ins Positive wendet.

Weiter geht es für 19 Euro

Die Werbekampagne des DGV ist mittlerweile eine Stufe fortgeschritten. Nachdem der offizielle Golf-Erlebnistag zwischen dem zweiten und neunten Mai stattgefunden hat, und als „kostenlos ausprobieren“ beworben wurde, hat sich der Slogan nun in Richtung „günstig reinschnuppern“ verschoben. Für 19 Euro kann jetzt jeder, der Interesse daran hat, unverbindlich auf dem Platz aufschlagen und den Schläger schwingen. Wie es aus Sicht der Golf Clubs weitergeht? Wir bleiben dran und werden Sie wie gewohnt auf dem Laufenden halten.

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Oliver Felden

Oliver Felden - Freier Autor für Golf Post

Während seines Studiums der Sportwissenschaft und Germanistik kam er über das Crossgolfen auf die gemähten Wiesen der Republik. Seine Waffen sind die kurzen Eisen, doch der Putter bringt ihn noch viel zu oft auf den Boden der Tatsachen zurück. Seine Abschlussarbeit hatte den Titel: "Golf in der Schule - Bildungspotenziale und Grenzen".
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11 LESER-KOMMENTARE

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  1. Sorry, aber solange ein Greenfee im Urlaub und auch sonst auf fremden Plätzen für 2 Personen ab € 140,- (ohne Cart, ohne Token, ohne Kaffee danach) kostet, wird das kein Massensport. Da ändert keine Werbung, auch mit Schnupper für € 19 nichts daran.
    Habe mich gerade zuletzt in Bad Griesbach abends an der Bar mit einigen Schnuppergolfern unterhalten. Die würden gerne Golf spielen, aber denen ist das auf Dauer einfach zu teuer! Die hatten gedacht, dass das bei uns so ist wie in USA auf den öffentlichen Plätzen. Aber davon sind wir – wenn das überhaupt jemals so kommt – noch weit entfernt!
    Unter Berücksichtigung dieser Erfahrung haben TV-Spots einfach zu viel Streuverluste.

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  2. Markus Meisdrock

    Hallo,

    Über die Darstellungsweise des Spots kann man bestimmt streiten, doch nicht dieser Werbespot hält die Leute vom Golfen ab, sondern genau solche Leute wie Helmut Otto Faust, die dieses tollen Sport für ihren Status missbrauchen.

    Btw: Helmut, hast du dich mal mit der Zielgruppe des Spots beschäftigt? Der Spot ist nicht an 60+ gerichtet, die ihre Tasche nicht mehr tragen können. Diese Zielgruppe ist bereits mehr als bedient! Und noch eins, was für eine schwachsinnige Aussage mit dem Anfänger! Genau so muss man Leute fangen – mit dem Gedanke „Das kann ich auch!“

    Golf wird in Deutschland nie Breitensport werden, wenn solche Leute diese Meinungen in der Öffentlichkeit vertreten.

    Golf ist eben für die meisten kein Sport, sondern ein Statussymbol. Zum Glück habe ich zum Anfang meines Golfdaseins nicht so viele Leute, wie Helmut angetroffen, sonst hätte ich wahrscheinlich direkt wieder aufgehört!

    Nochmal zum Spot zurück. Ich wurde von vielen auf den Spot angesprochen und das ist doch schon viel Wert. Das der Spot nicht das an Mitglieder einbringt, was er gekostet hat, sollte eigentlich jedem im Vorfeld klar gewesen sein.

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  3. @Thorsten: Puh, was für eine peinliche Eigenwerbung. Da nützt auch der Zwinkersmiley nichts mehr.

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  4. Also mal ehrlich. So werden sicherlich nicht neue oder junge Golfer angesprochen. Der Spot ist lächerlich und das Motto umso mehr. Heutzutage sehen Werbespots anders aus. Schade fü den misslungenen teuren Versuch

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  5. Helmut Otto Faust

    Mit mehreren Golfern (62) haben wir diesen TV-Spot gesehen (auf einer Golfreise) und fanden ihn übereinstimmend „HOCH-NOT-PEINLICH“!! Das überhaupt einmal die Golf-Idee gestartet wurde, ist positiv zu sehen. Soweit so gut; das war’s denn aber auch schon. Fehler Nr. 1.) der Golfer auf dem Tee muss ein Anfänger gewesen sein, denn der Abschlag und Durchschwung hat wenig mit Golf zu tun; dann 2.) Werbung zu machen mit Golfern, die eine Golftasche tragen müssen, stößt schon mal viele Beginner ab! Warum hat man da nicht wenigsten ein Trolly für die Golftaschen genommen; 3.) die Luftaufnahme auf dem Grün, wo die Golfer mit den Golftaschen zur Fahne gehen, geht nun überhaupt nicht; warum nicht gleich die richtige Etikette zeigen, in dem man die Taschen (Trollies, Carts) am Rande des Grüns ab-legt/stellt. Da hätte es also deutliche bessere Perspektiven gegeben; wahrscheinlich war die Filmcrew selber keine Golfer, dann wären diese peinlichen Fehler nicht passiert! Schade, aus so einer sicher nicht preisgünstigen T-Kampagne hätte man wesentlich mehr machen können, wenn man nur die richtigen Leute dafür befragt, beauftragt hätte und einen optimalen Film hätte machen lassen. So war das Negativ-Werbung!

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    • Ach wie gut das niemand weiß, das ich ( Hans Otto Faust ) schon als Baby ein Supergolfer und Etikettenhengst bin. Sie tragen natürlich nie das Bag, sondern haben bestimmt immer einen Caddie, Sie konnten auch schon beim ersten Schlag schon jeden Ball treffen, Und Sie gehen auch nicht über das Grün und entfernen die Fahne, damit Ihre Mitspieler schon eventuell putten können ( vor allem wenn sich Samstag und Sonntag die 4-Flights stauen )

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      • Helmut Otto Faust

        so einen Quatsch-Antwort sollte man komplett ignorieren. :-( Zum Glück sind die meisten Golfer auch älter und haben zumindest einen Trolly und kennen die Etikette.

    • „die Luftaufnahme auf dem Grün, wo die Golfer mit den Golftaschen zur Fahne gehen, geht nun überhaupt nicht; warum nicht gleich die richtige Etikette zeigen, in dem man die Taschen (Trollies, Carts) am Rande des Grüns ab-legt/stellt.“

      Wenn man seine Tasche trägt ist der kürzeste Weg um seine Tasche HINTER dem Grün abzustellen über das Grün. Wer natürlich seinen Trolley immer VOR dem Grün abstellt, dem erschließt sich diese Logik nicht.

      Übrigens… der hat sogar das Polo aus der Hose. Nicht aufgefallen?

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  6. Respekt! Ich ziehe den Hut füt dieses Projekt. Eine grossartige redaktionelle Leistung.

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  7. Meine Meinung…und ich kann mich nur wiederholen: Der Spot/Inhalt ist recht „austauschbar“ Es verhält sich wie bei vielen „Unternehmen“ die von „Qualität“ und „Service“ sprechen. Was die meisten dabei nicht bedenken: Diese Wörter sind ebenfalls austauschbar und nicht das Ergebnis sondern lediglich die „Eintrittskarte“ zur Wahrnehmung des Kunden.

    Mich wundert diese „Art des Spots“ überhaupt nicht: Keinerlei virale Aspekte um den Spot an Freunde/Bekannte weiterzuleiten, ein toller Golfplatz der in dieser Art nur selten in deutschen Breitengraden zu finden ist, kein Augenzwinkern, kein Humor, kein Anspruch, keine Emotion.

    Stattdessen viel gesehene, gelesene und gehörte Vergleichsphrasen. Ob dieser Spot einen „Nichtgolfer“ animiert Golf zu spielen? Ich denke eher nicht. Denn dann könnte er auch spazieren gehen. Kostenlos.
    Schulnote: 4- würde ich sagen…Wir (www.urbandivision.de) hätten uns gerne für die Konzeption beworben, die Vergabe scheint jedoch eher eine „interne Sache“ gewesen zu sein 😉

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