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St. Moritz: Luxus, James Bond und eine bewegte Golfgeschichte

Wintersport gehört nach St. Moritz, Golf im Sommer aber ebenso. Ein Abstecher ins Engadin, zum ältesten Golfclub der Alpen mit hohem Promifaktor.

03. Aug 2017
In Samedan bei St. Moritz wird bereits seit 125 Jahren der Golfschläger geschwungen. (Foto: Cyrus Saedi)

Viva! Statt einem lauten Prost, rufen sie sich im Engadin ein wohlklingendes Viva zu. Auf das Leben! Es passt zu St. Moritz wie die Faust aufs Auge. Der Kurort in der Schweiz ist weltweit als Hotspot der Reichen und Schönen bekannt. An Superlativen mangelt es dort wahrlich nicht. Hier ist der Jetset zuhause, hier fließt der Champagner in Strömen, hier geht es ums Genießen. St. Moritz ist eben anders als die Anderen.

Und das liegt nicht nur an der Höhenlage in knapp 1.800 Metern und den überdurchschnittlich vielen Sonnentagen. Seinen Ruf hat das krund 5.000-Seelen-Dorf vor allem dem Wintersport zu verdanken. Als Schauplatz zweier Olympischer Spiele in den Jahren 1928 und 1948 und vier alpinen Ski-Weltmeisterschaft. Aber auch im Sommer setzte St. Moritz Zeichen. Im Jahr 1889 wurde zum Beispiel das erste Golfturnier in den Alpen veranstaltet.

St. Moritz feiert 2018 großes Golf-Jubiläum

Und bei Golfern aus aller Welt steht das Engadin nach wie vor hoch im Kurs. Der Engadin Golfclub ist der älteste Golfclub der Schweiz und einer der ersten auf dem europäischen Festland. Im Jahr 2018 wird groß gefeiert. Der 125. Geburtstag. Eine Runde auf dem historischen 18-Loch-Platz in Samedan oder der erst 2003 eröffneten zweiten 18-Loch-Anlage im benachbarten Zuoz ist zweifellos ein Erlebnis. Hier die mächtigen Gipfel der 3.000er und der liebliche, kristallklare Bach, dort die farbenprächtigen Almwiesen und 700 Jahre alte Lärchen.

Beide Plätze sind völlig unterschiedlich in ihrem Design und in ihren Geländeformen, Präzision ist auf beiden Anlagen gefragt. Vor allem dann, wenn ab den Mittagsstunden der Maloja-Wind auffrischt, der so typisch ist für diese Region. Da die Anlagen von einer gemeinsamen Gesellschaft, der Golf Engadin St. Moritz AG, geführt werden, können Turniere so eingeteilt werden, dass immer ein Platz für den allgemeinen Spielbetrieb frei bleibt – ganz im Sinne des Golf-Tourismus.

Ein Turnier an der Seite von Sean Connery

Geschichten gibt es hier gerade genug zu erzählen. Beispielsweise die Lieblingserinnerung von Adriano Testa, dem ehemaligen Vizepräsidenten des Engadin Golfclubs. Seine bislang spannendste Begegnung hatte er vor etwas über 35 Jahren, am 25. Juli 1981. Ein Turnier wollte Testa spielen, kam zum Abschlag und traf auf einen Herren mit rotem Handschuh und tiefer Stimme. Es war wie im James-Bond-Klassiker „Goldfinger“, in dem Sean Connery zu einem Golfmatch gegen Gert Fröbe antritt. Und dann habe er gemerkt, erzählt Testa schmunzelnd, dass er im Foursome dieses Turniers in St. Moritz tatsächlich mit dem berühmten schottischen Schauspieler Sean Connery zusammenspielte.

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Golfen in St. Moritz - Zwischen Luxushotels und Alpen-Panorama

Und wer einen Blick auf die Teilnehmerliste des Turniers in Samedan wirft, sieht unter Position 9 tatsächlich das Team Sean Connery und Adriano Testa. „Er war sehr sympathisch und beherrschte die Golf Etikette perfekt“, sagt Testa. Vor allem aber habe Connery einen Humor, der größer sei als die 18 Löcher eines Platzes. „Er hat während des Spiels ständig Witze erzählt.“

Tradition trifft Moderne in Luxushotels

Sean Connery ist freilich nicht der einzige Star von Weltformat, der seinen Golfurlaub gerne in den Schweizer Hochalpen verbringt. St. Moritz hat wohl die meisten Fünf-Sterne-Hotels und mit dem Palace, dem Kempinski Grand Hotel des Bains und dem Kulm auch einige der bekanntesten. Ein paar Kilometer weiter, etwas abseits des großen Trubels, gibt es zudem das bekannte Hotel Waldhaus in Sils-Maria, das wie ein Schloss im Wald über dem Ort thront. Ein Grandhotel ohne Starallüren. Der perfekte Platz zum Abschalten, Lesen und Denken. Zum Krafttanken und Genießen.

Seit 1908 gehört das Hotel derselben Familie - und die ist vor allem traditionsverliebt. Von den alten Zeiten ist im Waldhaus sehr wenig verloren gegangen, die Vergangenheit begegnet einem in vielen Details. Und trotzdem bleibt die Zeit hier nicht stehen. Jüngst wurde beispielsweise in einen neuen Wellness-Bereich investiert.

Stephan Schoettl

Stephan Schoettl - Freier Autor für Golf Post

Den Sport- und Touristikmanager hat es nach einer Zwischenstation beim Radio als Redakteur zu den Printmedien verschlagen. Er ist im Allgäu daheim und dreht dort auch am liebsten seine Runden. Er schlägt die Golfbälle aber nicht nur gerne, sondern freut sich auch über besondere Exemplare für seine Sammlung. Sie finden Stephan Schöttl auch unter Google+
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