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Golfballtaucher: Ralf Oestmann über Bälle, Fische und Revolver

15. Jan 2015
Golfballtaucher sorgen nicht nur dafür, dass die Bälle wieder an die Oberfläche kommen, sie halten mit ihrer Arbeit auch das Ökosystem im Gleichgewicht. (Foto: Getty)
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Ralf Oestmanns Job – er ist Golfballtaucher. Golf Post hat ihn bei Golf City begleitet und mit seiner Hilfe einen Blick unter Wasser geworfen.


Leises Zischen, dann ein kurzes, lautes „Alles bereit!“

„Es kann losgehen!“, ruft Ralf Oestmann dem Kamera- und Redaktionsteam der Golf Post zu, dann taucht er im Teich von Golf City in Pulheim bei Köln ab.


Mehr als stetig an der Oberfläche zerplatzende Luftblasen ist für rund eine Viertelstunde von dem freundlich aufgelegten Norddeutschen nicht zu sehen. Als er mit seinem Neoprenanzug bekleidet, die Taucherflasche auf den Rücken geschnallt, endlich wieder auftaucht, blickt er in erstaunte Gesichter. Nach nur wenigen Minuten hat der Golfballtaucher in dem Tümpel vorm Grün beide Körbe randvoll mit Golfbällen. Es sind hunderte und sie stammen nur von wenigen Quadratmetern am Boden des Gewässers.

Golfballtaucher – mehr als nur Aufräumer unter Wasser

Ralf Oestmann ist mit seiner Tätigkeit als tauchender Golfballsammler viel mehr, als nur „Aufräumer unter Wasser“, wie er selbst sagt. Bleiben die Bälle zu lange im Wasser, lösen sie sich förmlich auf und setzen teils schädliche Stoffe frei, die Flora und Fauna des Golfplatzteiches angreifen. Als Golf Post Oestmann begleitet, erzählt der, dass er in einem Fall mehr als 40.000 Bälle aus einem Teich fischte – danach hat sich die Wasserqualität schnell wieder erholt.

Golfclubs erhalten Beratung vom tauchenden Greenkeeper

Als gelernter Gärtner und Greenkeeper fand Ralf Oestmann zum Golfballtauchen. Nachdem er unter Wasser so fast allem schon begegnet ist – Fahnen, Trolleys, Autobatterien, sogar einen geladenen Revolver hat er in der Hand gehabt – berät er die Golfclubs nach seinen Tauchgängen, wie diese ihre Gewässer am effektivsten pflegen können.

Die Bälle, die der Golfballtaucher an diesem Tag mit an die Oberfläche bringt, werden von ihm gereinigt, sortiert und anschließend entweder in Form von Rangebällen an den Golfclub zurückgegeben oder als Lakebälle im Internet sowie Pro-Shops verkauft. Und irgendwann landet mit Sicherheit der eine oder andere von Ihnen erneut in irgendeinem Golfplatzteich, bis ein Golfballtaucher wie Ralf Oestmann kommt und ihn dort wieder herausholt.

Lars Kretzschmar

Lars Kretzschmar - Leitender Redakteur bei Golf Post

Lars ist Diplom-Sportwissenschaftler und sein großes Faible ist der Turniersport. Er schlägt sich für seine Leser gerne mal die Nächte um die Ohren, um die neusten Infos der PGA-, European- und LPGA-Tour liefern zu können. Sie finden Lars Kretzschmar auch unter Google+.

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2 LESER-KOMMENTARE

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  1. Kurt Schöllner

    Sehr guter Beitra.
    Gerade als Anfänger braucht man viele Bälle so spielte ich anfangs nur Lakebälle, da diese besonders günstig.
    Im Turnier nahm ich dann aber fabrikneue Bälle. Inzwischen spiele ich nicht selten mit nur einem Ball die ganze Runde und der Bedarf ging drastisch zurück Natürlich auch gut für die Umwelt, daß die Bälle wieder geborgen werden.

    Kurt Schöllner

    Antworten

  2. rüdiger grosz

    sehr interessanter Beitrag,liegt viel geld in einem grossen Teich :-) aber auch viel arbeit !!

    Antworten

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