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Golf und Schnee: Mit ein paar Ideen muss das kein Widerspruch sein

Findige Anlagen trotzen vielfältig der kalten Jahreszeit, ohne komplett in Winterschlaf zu fallen. Nur Grüns sind bei Frost tabu.

Golf und Schnee müssen sich nicht ausschließen. (Foto: Getty)
Golf und Schnee müssen sich nicht ausschließen. (Foto: Getty)

Der Winter ist da. An sich keine überraschende Nachricht, obwohl‘s immer wieder Leute zu geben scheint, für die das ziemlich unerwartet kommt. Im Süden und im Osten jedenfalls ächzen sie unter der Schneelast, dort ist die weiße Pracht zum Fluch geworden, hat für Ausnahmezustände gesorgt und gar Opfer gefordert – das soll hier keineswegs unerwähnt bleiben.

Im Westen Deutschlands droht Nässeglätte und auch im Norden kann es harsch werden. Die einen fallen spätestens jetzt auf der Couch in den golferischen Winterschlaf; andere sinnen auf Alternativen, flüchten in die Sonne oder unters Indoordach; und einige wenige trotzen unerschütterlich den frostigen Fairways. Reden wir folglich über Golf bei Schnee und Eis! Das muss kein Widerspruch sein, mit ein paar guten Ideen allemal nicht.

Warum gesperrte Grüns nach Frost?

Zuvorderst ein paar Worte zum Thema gesperrte Grüns, man kann es nicht oft genug wiederholen. In vielen Anlagen gehört die Schonung der Puttflächen zum Programm und es wird  ohnehin auf Wintergrüns gespielt, andernorts sind die Sommergrüns nach nächtlichem Bodenfrost oft bis in den Vormittag hinein gesperrt. Schlichtweg, damit das Gras unter Einfluss der Tagestemperatur auftauen kann. Auf den kurz und extrem gleichmäßig geschnittenen Grüns ist der Belag grundsätzlich empfindlicher und zudem die Trittdichte größer.

Froststarre Halme, deren Zellsaft gefroren ist, sind nicht biegsam und flexibel, sondern brechen und splittern. Insbesondere beschädigen die intrazellulären Eiskristalle unter Druck das Zellgewebe oder sprengen dieses. Raureif wiederum entzieht den Gräsern Wasser. Es bilden sich Eiskristalle an der Außenseite, die ebenfalls das Pflanzengewebe verletzen und zerstören können. Besonders betroffen ist in beiden Fällen der sogenannte Vegetationspunkt am Wurzelhals.



Schlimme Folgen wie bei Pitchmarken

Die Auswirkungen sind genauso schlimm wie im Fall von nicht ausgebesserten Pitchmarken. Bei Temperaturen von unter vier Grad findet nämlich kein Wachstum nicht mehr statt, der Rasen liegt tatsächlich im Winterschlaf. Die Regeneration dauert folglich extrem lange, wenn sie überhaupt stattfindet. Das angeschlagene Gras ist anfällig für Krankheiten, Schneeschimmel und Fäule etwa, oder stirbt ganz ab. Der amerikanische Golfverband USGA hat dazu ein sehr anschauliches Video veröffentlicht:

Snow-Golf und Langlauf über Cartwege

Damit kommen wir zu den positiven Seiten von Golf bei Schnee und Eis. Doch, die gibt es. Man muss sich nur was einfallen lassen – und das geht klar an die Adresse der Golfanlagen. Viele machen bereits aus der Not eine Tugend und veranstalten allerhand Snow-Events, die mittlerweile sogar echte Zugnummern geworden sind.



Oder sie spuren Loipen auf ihren Cartwegen und in den Randbereichen der Fairways aus. Es muss ja nicht gleich so „ausufern“ wie bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang, wo die Langlauf-Wettbewerbe unter anderem über das Gelände des Birch Hill Golfs im YongPeong Resort führten. Es lohnt sich beispielsweise der Blick über den großen Teich: Clubs wie Arrowhead nahe Chicago verleihen sogar die notwendige Ausrüstung.

Bergab mit Schlägern und Ball

Selbst auf Alpinski lässt sich Golf spielen, wie dieses Beispiel von US-Extremsportler Matt Weaver zeigt:

Hat da gerade jemand gedacht: Die spinnen, die Amis?



Klar, es gibt es kein Standardrezept für den Winterbetrieb auf verschneiten Golfanlagen, alles hängt natürlich von den individuellen Gegebenheiten und den aktuellen Witterungsbedingungen ab. Findigkeit und ein bisschen Mut sind gefragt. Zumal viele Kosten doch eh weiterlaufen, obwohl der Golfbetrieb unter der Schneedecke ruht. Wie sagte schon der große Philosoph Michael „Air“ Jordan: „Ich kann Versagen akzeptieren, keiner ist perfekt. Aber was ich nicht akzeptieren kann ist, es nicht zu versuchen.“

Golf-Biathlon mit Zielputten

Also, warum bei passender Gelegenheit nicht die „Community“ informieren, die Feuerschale auf die Terrasse stellen, den Suppenkessel drüber hängen, ein Wintergrün walzen oder räumen, eine Matte bereitlegen und ein „Erbseneintopf-Chip-in“ veranstalten? Oder eine Strecke ausstecken und zum Golf-Biathlon auf Langlaufskiern oder Schneeschuhen samt Zielputten einladen. Der Ideen gibt es viele, und das meiste ist besser als angesichts des Frosts draußen schon zähneklappernd auf die leere Kasse zu starren.



Schneeschippen für den Golfschwung

Nicht zuletzt bieten Schnee und Gefrorenes trotz aller Unbilden auch dem Golfer selbst ungeahnte Möglichkeiten. Dafür muss man nicht unbedingt aufs Eis gehen – und wenn‘s einem noch so gut geht –, wie dieses schwedische Brüderpaar:

Das Portal „GolfWRX“ hat freundlicherweise ermittelt, wie sich winterlich bedingte Tätigkeiten und Golftraining miteinander verbinden lassen und ein entsprechendes Video erstellt. Da bekommt sogar lästiges Schneeschippen eine ganz neue Bedeutung und für uns Golfer einen ureigenen Reiz. Auf, auf: Ran an die Schaufel!

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