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Schaft-Fitting im Golf: Das bieten die Hersteller

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04. Dez 2015
Stahl oder Graphit, hoher oder niedriger Kickpoint, wieviel Flex? Von der Kunst, den richtigen Schaft zu finden. (Foto: Getty)
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Auch wenn es bei allen Herstellern um die gleichen Parameter im Schaft geht, gibt es Unterschiede in der Herangehensweise: Ein Überblick.

In den letzten Jahren ist die Fitting-Industrie förmlich explodiert und die Hersteller haben längst erkannt, dass ein individualisierter Schläger viele Vorteile mit sich bringt – in erster Linie für den Spieler, aber auch für die Hersteller selbst. Und obwohl die „Golfschläger von der Stange“ sicherlich niemals aussterben werden, so ist bei vielen Golferinnen und Golfern schon ein Bewusstsein dafür entstanden, dass es Sinn macht, seine Schläger an seinen individuellen Schwung anpassen zu lassen – mit Flex, Torque, Kickpoint und allem was dazu gehört. Und dem Schaft kommt dabei eine herausragende Bedeutung zu.

Innerhalb der Schaft-Produktion und speziell im Schaft-Fitting, einem der komplexesten Themen in der Golf-Industrie, gibt es signifikante Unterschiede in der Herangehensweise der verschiedenen Golf-Firmen. Obwohl es am Ende immer um die gleichen Parameter geht. Wir haben uns mit ausgewählten Herstellern in Verbindung gesetzt und nachgefragt: Wie sieht ein Schaft-Fitting bei euch aus? Worauf achtet ihr? Was kommt dabei raus?


Ein Schaft-Fitting bei: Mizuno

Grundlage für die Auswahl des Schaftes ist bei Mizuno die „Swing DNA“, die erfasst wird und in Kombination mit der Erfahrung und Kompetenz des Fitters zur Auswahl des richtigen Schaftes führen soll. Über das „Performance Fitting System“ und den „Shaft Optimizer“, sprich anhand der bei jedem Golfer individuellen Mizuno Swing DNA, wird eine Vorauswahl von drei Schäften ermittelt.

Bei der Ermittlung der „Swing DNA“ spielen verschiedene Faktoren eine Rolle: Schlägerkopfgeschwindigkeit, Rhythmus, Schaft-Biegung (Flex), Kickpoint und Release-Faktor. Dabei wird sich auf die erhobenen Daten verlassen, auf persönliche Präferenzen wie Gefühl oder Geräusch kann nicht eingegangen werden. Diese drei Schäfte probiert der Golfer aus und entscheidet sich dann im besten Fall für ein Modell. Sollte es in Ausnahmefällen dazu kommen, dass keiner der vorgeschlagenen Schäfte wirklich passt und zusagt, ist der Fitter gefordert, um weitere Vorschläge zu untrebreiten.

Ein Schaft-Fitting bei: Callaway

Bei Callaway werden fünf Faktoren in die Analyse einbezogen, um den richtigen Schaft zu finden: Länge, Gewicht, Flex, Torque und Kickpoint. Stefan Rogge, der Callaway-Spezialist auf diesem Gebiet, bringt dazu eine Metapher an: „Auf einer Apotheker-Waage werden auf der einen Seite die Gewichte aufgelegt, auf der anderen Seite die Medizin. Verändert man das eine oder andere, ist die Waage nicht mehr in Balance. So ist es beim Schaft-Fitting ebenfalls: Sobald man an einem Parameter dreht, zum Beispiel dem Gewicht, müssen auch die anderen Faktoren angepasst werden.“

Für ein Fitting im Freizeit-Bereich schlägt der Spieler acht bis zehn Bälle, aus denen der Durchschnitt berechnet wird. Dabei stehen vor allem die Schlägerkopfgeschwindigkeit, der Rhythmus, und die Qualität des Treffpunkts im Fokus. Letzteres wird über ein Facetape, einen Aufkleber auf der Schlagfläche, erfasst. „Der Schaft hat vor allem eine Aufgabe: Er muss die Schlagfläche, beim individuellen Schwung, ’square‘ an den Ball bringen.“, bringt es Stefan Rogge auf den Punkt. Beim Kauf eines Big-Bertha-Drivers beispielsweise stehen sechs verschiedene Schäfte zur Auswahl, aus denen der Fitter ohne Aufpreis den am besten passenden auswählt.

Ein Schaft-Fitting bei: Taylormade

Bei Taylormade wird speziell im Center of Excellence in Herzogenaurach auf eine große Anzahl von Schäften von verschiedenen Firmen zurückgegriffen. In einem Fitting soll mithilfe eines Launch-Monitors, der objektives Feedback über Weite, Höhe, Richtung, Spin und die relevanten Geschwindigkeiten möglichst objektiv herausgefunden werden, welcher Schaft zu welchem Spielertyp passt.

Im Zentrum der Analyse stehen auch hier die Werte: Schafthärte (Flex), Länge, Gewicht, Verdrehung (Torque) und Kickoint. Doch weist Taylormade zurecht darauf hin: Ein toller Schaft allein ist noch kein Garant für weite und gerade Schläge. Hierfür spielen auch Schlägerkopf, Schwunggewicht und Griff eine große Rolle. Folgende Schaft-Hersteller sind Basis für die Auswahl: Eisen – Fujikura, KBS, Matrix, Nippon, Project X, Reax, True Temper. Hölzer – Aldila, Fujikura, Graphite Design, Matrix, Mitsubishi, UST.

Ein Schaft-Fitting bei: Honma

Die japanische Schlägermanufaktur Honma hat es sich auf die Fahne geschrieben, besonders über individuelle Fitting-Prozesse zu einer hohen Qualität zu kommen. In Deutschland ist allen voran Dietmar Erhardt für das Honma-Fitting verantwortlich, eine Ikone im Fitting-Sektor, der als Eigentürmer von „Classic Club Repair“ auf eine Jahrzehnte währende Erfahrung zurück blickt. Profis wie Bernd Ritthammer kehren in regelmäßigen Abständen bei ihm ein, um sich und ihr Material durchchecken zu lassen. Für den Amateur-Golfer hat Honma mit den Beres-Schäften eine Serie auf dem Markt, die sich vor allem durch ihr extrem geringes Gewicht – unter 50 Gramm – auszeichnet. Für Spieler mit höheren Schlägerkopfgeschwindigkeiten kommt mit den Vizard-Schäften eine Tour-erprobte Variante daher. „Honma unterscheidet sich vor allem in der Qualität der Schäfte“, so Erhardt, „da wirklich nur die hochwertigsten Fasern zum Einsatz kommen.“

Wer sich bei Honma fitten lassen will, den erwartet folgendes: Zuerst werden die verschiedenen Parameter des Schwungs erfasst und auf die Schläger übertragen: Wie lang sollte der Schläger sein? Wie wäre das optimale Schaft-Gewicht? Wie steht es um Kickpoint und Flex? Anschließend wird ein Vergleich verschiedener Versionen und den ursprünglichen Schlägern gemacht, und mit modernsten technischen Messmethoden erfasst. Dazu kommt das Trackman-Radarsystem und, wenn es in die Details geht, eine Highspeed-Kamera zum Einsatz. Die Kosten für das Fitting (Eisen 149 Euro, Driver 119 Euro) werden, sollte man sich anschließend zum Kauf entscheiden, mit dem Material verrechnet und entfallen meistens.

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Oliver Felden

Oliver Felden - Freier Autor für Golf Post

Während seines Studiums der Sportwissenschaft und Germanistik kam er über das Crossgolfen auf die gemähten Wiesen der Republik. Seine Waffen sind die kurzen Eisen, doch der Putter bringt ihn noch viel zu oft auf den Boden der Tatsachen zurück. Seine Abschlussarbeit hatte den Titel: "Golf in der Schule - Bildungspotenziale und Grenzen".
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