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Wieder Zählspiel – Golf verpasst bei Olympia erneut eine Chance

Der Modus für das Olympische Golfturnier 2020 bleibt gegenüber Rio unverändert, doch es gibt sicherlich attraktivere Alternativen.

Martin Kaymer bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio. Der deutsche Teilnehmer erreichte einen 15. Platz. (Foto: Getty)
Martin Kaymer bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio. Der deutsche Teilnehmer erreichte einen 15. Platz. (Foto: Getty)

Wie der amerikanische TV-Sender Golf Channel berichtet, wird auch bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio 2020 alles beim Alten bleiben. In einem Schreiben seien die PGA-Tour-Spieler darüber informiert wurden, dass die Qualifikation für die Endrunde im Kasumigaseki Country Club gleich bleibt und das dort ausgetragenene Turnier in einem 72-Loch-Zählspiel-Modus stattfindet.

Der Qualifikationsprozess für das olympische Golfturnier, das zum zweiten Mal nach 112 Jahren ausgetragen wird, startet für die Herren am 01. Juli 2018 und endet am 22. Juni 2020. Qualifizieren werden sich die Top 59 der Olympischen Golfrangliste - die sich an der offiziellen Golfweltrangliste orientiert. Diese werden durch einen japanischen Starter ergänzt, sodass 60 Spieler an dem Turnier teilnehmen. Der Qualifikationsprozess für die Damen beginnt und endet eine Woche später und läuft analog zu den Herren ab. Auch das Format des Turniers lehnt sich an die olympischen Spiele 2016 in Brasilien an. Es wird ein 72-Loch-Zählspiel über vier Tage geben - Herren und Damen getrennt. Vor zwei Jahren setzte sich bei den Männern der Engländer Justin Rose durch, bei den Proetten gewann Inbee Park aus Südkorea.

Das Olympische Golfturnier 2020 braucht ein spannenderes Format

Natürlich war die Freude in der Golfwelt riesengroß, dass Golf nach 1904 erstmals wieder olympisch wurde. Doch es gab auch reichlich Diskussionen, vor allem wenn es um die Frage nach dem optimalen Format für das Turnier ging. Ein 72-Loch-Zählspiel, ausgetragen über vier Tage (allerdings ohne Cut nach zwei Runden) kennen die meisten Zuschauer von den Profitouren Woche für Woche. Viele hätten sich für Tokio ein innovativeres, beziehungsweise etwas spannenderes Format gewünscht. Machtplay-Formate, Teamwettspiele, Pros und Proetten gemischt, Nationenwertungen - es gibt eine ganze Reihe von alternativen Spielformen, die den Reiz noch einmal deutlich steigern würden.

Doch ist das wirklich bei allen gewollt? Für das "klassische" Zählspiel spricht sicherlich, dass die Profis ihre gewohnten "vier Runden an vier Tagen" spielen und der oder die Beste dann die olympische Goldmedaille bekommen soll. Aber schauen wir doch einmal in Richtung Ryder Cup: Diese Mischung aus Fourballs, Foursomes und Einzelmatches - so etwas zieht die Zuschauer in ihren Bann. Golf sollte auch bei Olympia etwas ganz besonders werden und bleiben und mehr Publikum an die Fairways vor Ort und an die Bildschirme zu Hause holen. Durch spannende Formate kann eine höhere Reichweite erzielt werden und womöglich auch bis dato "Nichtgolfer" motivieren, der oftmals als langweilig und öde geltenden Sportart zu folgen. Außerdem würde die Bedeutung einer Olympiateilnahme in den Köpfen der Spieler eine größere Rolle einnehmen, wenn sie wüssten, dass sie für ihr Land spielen und gemeinsam etwas Großes erreichen können. Vielleicht würden dann viele Profis genauer über eine Absage nachdenken - und nicht einen Virus vorschieben, um die Nichtteilnahme einfach und bequem zu machen.



Ähnlich sieht es auch der australische Profigolfer Scott Hend, der für ein Scramble und ein Sieger-Team plädiert .

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