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Golf-Legende „Lord Byron“ Nelson: Elf Turniersiege in Serie

14. Mai 2014
"Lord Byron"Nelson ist Namensgeber der Byron Nelson Championship im texanischen Irving und einer der erfolgreichsten Golfer der Geschichte. (Foto: Getty)
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Seine Erfolgsstrecke von 1945 gilt als unerreichbar. Der Texaner gewann 1944 die erste Auflage des seit 1968 nach ihm benannten Turniers.

Byron Nelson ist selten im ersten Atemzug dabei, wenn es um die ganz Großen geht, um diejenigen, die Golf geprägt haben: Nicklaus, Palmer, Player, Hogan, Snead. Und Jones natürlich. Dabei hat der Mann, in dessen Namen an diesem Wochenende auf der PGA Tour gespielt wird, bei seinen 52 Tour-Siegen und zwölf sonstigen Erfolgen nicht nur fünf Majors gewonnen, sondern auch eine Menge Spuren hinterlassen. Berühmt ist vor allem Nelsons Siegesserie von 1945, als er elf Mal in Folge gewann, darunter auch die PGA Championship.

Abzusehen war das so nicht. Der am 4. Februar 1912 in Waxahachie/Texas geborene John Byron Nelson Jr. erkrankte im Alter von elf Jahren an Typhus und verlor dabei fast die Hälfte seines Körpergewichts. Mit zwölf begann der Spross einer tiefgläubigen Familie, der sich auch als spätere Berühmtheit noch für Hilfsdienste in seiner Kirchengemeinde zur Verfügung stellte, einen Job als Caddie im benachbarten Glen Garden Country Club.


Ben Hogan als Caddie-Kollege

Kurz nach Nelson gesellte sich ein weiterer Neuzugang zu dem wilden Haufen, der sich nicht selten um die Jobs prügelte: Ben Hogan, ein halbes Jahr jünger und genauso schmächtig, aber von ebenso so großem golferischen Talent. 1927 siegte Nelson beim Caddie-Turnier des Glen Garden Country Clubs und schlug dabei auch Hogan.

Das war symptomatisch. Während Nelson 1935 mit der Central Pennsylvania Open sein erstes Turnier gewann, ließ sich Hogans Karriere eher schleppend an. Der ehrgeizige Hogan hatte trotz der engen Freundschaft ziemliche Probleme mit den Erfolgen des Kumpels. Als Hogan ’38 erstmals als Profi gewann, war Nelson schon seit einem Jahr Masters-Champion. „Lord Byron“, wie Journalist O. B. Keeler den Gentleman aus Texas in Anlehnung an den englischen Dichter taufte, ließ 1942 einen weiteren Sieg in Augusta folgen. Er gewann zudem 1939 die US Open und 1940 sowie 1945 die PGA Championship.

Amateur beendete „The Streak“

Dieser letzte Major-Erfolg in Nelsons Karriere war der Höhepunkt seiner grandiosen Siegesserie von elf Turnieren in Folge zwischen März und Anfang August 1945, die als „The Streak“ in den Golf-Annalen verzeichnet ist. Die Strecke endete, als der Amateur Freddie Haas Jr. das Memphis Invitational gewann und Nelson Vierter wurde. „Ich glaube nicht, dass irgendwer jemals erreichen wird, was Byron geschafft hat“, hat Arnold Palmer einmal über Nelsons elf Seriensiege und die insgesamt 18 Erfolge in 35 Saisonturnieren gesagt.

Von den Preisgeldern indes konnte auch Nelson nicht leben, wie alle anderen Professionals seiner Zeit war er hauptberuflich Club-Pro, die Sportmeriten förderten sein Renommee als Trainer. Nelson war einer der ersten, der in den 1920er- und 1930er-Jahren die Hickory-Schäfte beiseite legte und seinen Schwung den Möglichkeiten der von Bobby Jones bei Spalding propagierten Stahlschäften anpasste.

Byron Nelson als Coach von Tom Watson

Durch die damit einhergehende intensive Beinarbeit gilt Nelson als Vater des modernen Schwungs, den er als Trainer einer Menge Golfern nahe brachte. Allen voran dem achtfachen Major-Sieger Tom Watson, Kapitän der US-Equipe beim diesjährigen Ryder Cup in Gleneagles, der sich Mitte der 1970er-Jahre von Nelson coachen ließ.

Byron Nelson gewann 1944 im Übrigen auch die erste Ausgabe der Byron Nelson Championship, die damals als Dallas Open im Lakewood Country Club in Texas ausgetragen wurde. Seit 1968 trägt das Turnier seinen Namen, und noch bis zu seinem Tod ließ es sich Nelson nicht nehmen, den Gewinner am Ende der Finalrunde persönlich zu beglückwünschen. Seit 2007 jedoch sitzt er nicht mehr in seinem Sessel am 18. Grün: „Lord Byron“ verstarb am 26. September 2006 im Alter von 94 Jahren.

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Michael F. Basche

Michael F. Basche - Freier Autor für Golf Post

Als Journalist, Golfbetriebsmanager und notorischer Zu-Kurz-Putter ist Michael F. Basche auf vielfache Weise dem Golf verfallen. Nach Jahren als Tageszeitungs-Sportredakteur und im PR- und Marketinggeschäft berät er heute u. a. Golfclubs in Fragen der Corporate Identity. Und widmet sich schreibend den vielfältigen Facetten des Großartigsten aller Spiele.
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