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Die hohe Kunst der Konzentration: Störfaktoren ausblenden!

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07. Mai 2015
Konzentration ist das A und O auf dem Golfplatz. Mit den richtigen Techniken können Golfer diese verbessern. (Foto: Getty)
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Für Golfer, die Schwierigkeiten haben die Konzentration beim Golfen hoch zu halten, hat Mental-Coach Katrin Meiss konkrete Tipps.

Jeder Golfer kennt vermutlich Situationen, in denen er nicht konzentriert ist. Die Folge: Die maximale Leistung auf der Golfrunde kann nicht abgerufen werden.

Durch Selbstgespräche wie „Jetzt konzentriere Dich doch endlich!“, versuchen einige Sportler, gegen dieses „Loch“ und die Unkonzentriertheit vorzugehen. Diese unpräzise Selbstinstruktion ist meist wenig hilfreich, da der Sportler nicht weiß, wie er eine höhere Konzentration erreichen soll. Doch was heißt Konzentration eigentlich und wie kann man sie trainieren?


Golf als besondere Konzentrations-Herausforderung

Die Konzentration hängt eng mit der Aufmerksamkeit zusammen. Als Konzentrationsfähigkeit bezeichnen wir „die Fähigkeit, unsere Aufmerksamkeit bewusst auf einen spezifischen Ausschnitt unseres Wahrnehmungsfeldes zu lenken“, (Baumann, 2015, S. 215). Unter Aufmerksamkeit versteht Baumann wiederum einen hohen Grad an Wachheit, um die Dinge der Umwelt aufzunehmen. Eine Person ist folglich konzentriert, wenn sie ihre Wahrnehmung gezielt auf einen bestimmten Stimulus richtet, ohne von internen und externen Störfaktoren abgelenkt zu werden.

Auf dem Golfplatz sollte die Wahrnehmung gezielt auf den Golfball und das Loch gerichtet sein, während eigene abschweifende Gedanken oder körperliche Zustände wie Schmerzen oder Hunger (interne Störfaktoren) und Gespräche bzw. Blicke anderer Golfspieler oder das Wetter (externe Störfaktoren) diese Fokussierung nicht vermindern.

Golf ist im Bereich der Konzentration eine besondere Herausforderung. Anders als in anderen Sportarten muss die Konzentration im Golf über einige Stunden konstant aufrecht gehalten werden, um auch am letzten Loch noch eine gute Leistung erbringen zu können. Die Kunst auf einer Golfrunde besteht nun darin, eine hohe Konzentration genau in den Momenten zu schaffen, in denen der Golfer schlagen muss. Da es sehr anstrengend und kräftezehrend ist, über mehrere Stunden ein hohes Konzentrationslevel zu erhalten, kommt es darauf an, in den entscheidenden Situationen konzentriert zu sein, um seine optimale Leistung im richtigen Moment abrufen zu können. Dies sollte nach dem Motto geschehen: „Konzentriert sein, wenn es drauf ankommt!“ Die gute Nachricht ist, dass dies trainierbar ist.

Tipps zur Verbesserung der Golf Konzentration

Ein Beispiel: Stellen Sie sich vor, Sie stehen am ersten Abschlag. Von der Terrasse des Restaurants schauen Ihnen einige Leute zu. Zudem warten bereits nachfolgende Flights darauf, endlich ihre Runde beginnen zu können. Ihnen gehen eventuell Gedanken durch den Kopf wie „Jetzt darfst Du Dich nicht blamieren“, „Alle werden Dein Scheitern an diesem Loch beobachten“ oder „Wenn ich am ersten Loch schon scheitere, wird doch die ganze Runde ein Debakel“. Sie wissen, wie wichtig ein guter Start ist. Vor dem ersten Schlag ist Ihre Nervosität zudem immer etwas höher als an den anderen Löchern. Wie schaffen Sie es nun, diese schwierige Situation erfolgreich zu meistern?

Lösungsvorschläge: Sie müssen sich ausschließlich auf den Ball und das Loch fokussieren. Bleiben Sie mit Ihren Gedanken in der Situation des Abschlages und schweifen Sie nicht an die folgenden Löcher oder das Endergebnis ab. Damit Sie Ihre Mitspieler im Flight und die Zuschauer sowie sämtliche externe Störfaktoren ausblenden können, können Sie sich beispielweise vorstellen, dass Sie ganz allein auf einer kleinen Insel mitten im Meer sind. Niemand kann Sie sehen. Zusätzlich können Sie bestimmte Entspannungstechniken anwenden, um Ihren Körper in einen entspannten Zustand zu versetzen. Versuchen Sie, Ihre Energie über Entspannungstechniken wieder aufzuladen und lassen Sie Ihren anstrengenden Tag hinter sich. Mögliche Entspannungstechniken können Formen der progressiven Muskelrelaxation nach Jacobson, Atemtechniken, etc. sein.

Hilfreich ist auch, wenn Sie Ihre individuellen, potenziellen Störfaktoren analysieren und diese dann gezielt im Training einbauen. Wenn Sie beispielsweise Schläge vor Publikum und Gespräche aus Ihrer Konzentration bringen, können Sie solche Situationen gezielt trainieren. Gehen Sie zu dem Zeitpunkt an das Loch vor der Terrasse, zu dem am meisten Zuschauer anwesend sind oder bitten Sie Bekannte, Sie zur Driving Range zu begleiten und störende Zuschauer zu simulieren.

Energietank zwischendurch auffüllen

Ebenfalls ist eine angemessene Pausengestaltung zwischen den Schlägen notwendig, damit Sie Ihre Energie nicht bereits nach der Hälfte der Runde verbraucht haben. Wenn Sie versuchen, Ihre Konzentration über sechs bis acht Stunden maximal aufrechtzuhalten, ist Ihr Energieverbrauch sehr hoch. Sie müssen dafür sorgen, dass sich Ihr Energietank zwischen den Schlägen wieder füllen kann. Auch hier können Entspannungstechniken helfen. Denken Sie zum Beispiel an positive Erinnerungen oder führen Sie ein unbefangenes Gespräch mit einem Mitspieler. Vor dem Schlag steigern Sie Ihre Konzentration dann wieder.

Um die Konzentration vor dem Schlag zu fokussieren, richten Sie Ihre Augen auf einen Punkt. Suchen Sie sich einen Punkt in der Natur oder an Ihrem Bag aus und versuchen Sie, diesen mit den Augen zu fixieren. Sie werden merken, dass Sie Ihre Außenwelt damit abschalten können.

Das Ziel jeden Golfers sollte es also sein, die maximale Konzentration in den entscheidenden Situationen herzustellen. Dies beinhaltet, sämtliche externe Umgebungsfaktoren wie Zuschauer, Mitspieler im Flight, das Wetter sowie interne ablenkende Faktoren in Form von körperlichen Zuständen, Gedanken und Emotionen ausblenden zu können. Durch ein gezieltes Training können Sie diese Fähigkeit verbessern, um Ablenkungen und Erschöpfungszuständen vorzubeugen und zu lernen, mit diesen Situationen umzugehen.

Wie überwinden Sie Konzentrationsstörungen auf dem Golfplatz?

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Katrin Meiss

Katrin Meiss - Mentalcoach und Trainingsexpertin bei Golf Post

Die studierte Sportwissenschaftlerin Katrin Meiß war selbst als Profitennisspielerin aktiv. Heute arbeitet sie als sportpsychologische Expertin (BISp), systemischer Coach und Veränderungsmanager sowohl mit Sportlern verschiedenster Disziplinen als auch mit Leistungsträgern aus der Wirtschaft. Im Golf fasziniert sie die Aufgabe, mit ihren Sportlern individuelle Strategien zu trainieren, um den bestmöglichen Schlag im entscheidenden Moment abzurufen zu können. Durch das Erlenen sportpsychologischer Techniken ist eine Leistungssteigerung möglich. Weitere Informationen finden Sie unter Balance Me.
Sie finden mich auch auf: Google+

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