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Tiger Woods war ziemlich „geflasht“: „Wir gingen raus und dachten nur ,Oh mein Gott‘!“, erzählte der 14-fache Majorsieger über seine Premiere auf dem Schauplatz der 115. US Open. Treffender lässt sich‘s kaum ausdrücken. Erstmals trägt der Golfverband USGA sein Major an der Pazifikküste im Nordwesten des Landes aus. Und Chambers Bay ist ein Parcours, wie es bislang in der 120-jährigen Geschichte der offenen amerikanischen Meisterschaft wohl keinen gab.
(Foto: Getty Images/Text: Michael F. Basche)
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Ein reinrassiger Linkskurs, entstanden aus einer Vision, gebaut für die US Open, angelegt über zahllose Höhenwechsel, modelliert in Hanglagen und selten mit ebenem Stand, konzipiert für strategisches Spiel, bepflanzt ausschließlich mit den typischen Festuca-Gräsern. Kurzum: Eine mutige Wahl der USGA, ein unbekannter Platz für nahezu alle Spieler und sowieso ungewohntes Terrain für die US-Professionals.
(Foto: Getty Images/Text: Michael F. Basche)
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„Die ,Old-School‘-US-Open“, verdeutlichte Woods, „das sind gemeinhin schmale Fairways und hohes Rough. Wenn du darin landest, hackt man den Ball raus und versucht, vom Fairway aus das Par zu retten.“ Chambers Bay aber habe „zahllose unterschiedliche Landezonen und aggressive oder passive Spiellinien“. Zwei Tage weilte er vor Ort, verbrachte jedes Mal dreieinhalb Stunden auf der Front-Nine ...
(Foto: Getty Images/Text: Michael F. Basche)
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... und betrieb nach dem Mittagessen den gleichen Aufwand für die zweite Schleife. „Normalerweise nehme ich mir bei Übungsrunden nicht so viel Zeit. Aber es gab eine Menge zu lernen.“ Phil Mickelson und FedEx-Champion Billy Horschel waren ebenfalls längst da, Masters-Sieger Jordan Spieth schickte seinen Caddie bereits zur Inspektion, als er selbst noch das Schaulaufen im „Green Jacket“ absolvierte.
(Foto: Getty Images/Text: Michael F. Basche)
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Chambers Bay ist ein Musterbeispiel für gelungene Renaturierung von Industriebrachen. Architekt Robert Trent Jones II setzte sein Layout in eine ehemalige Schotter- und Kiesgrube, die seit den 1890er-Jahren das Baumaterial für halb Seattle geliefert hatte, die 64 Kilometer entfernte Metropole des US-Bundesstaats Washington.
(Foto: Getty Images/Text: Michael F. Basche)
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Am Ende blieb leblose Ödnis übrig, eine riesige Schüssel mit offenem Rand nach Westen, zum Pazifik. Jetzt ist es ein Golf-Amphitheater von einer Million Quadratmetern. Der Höhenunterschied zwischen dem Zuschauer-Haupteingang auf der einstigen Abbruchkante und dem tiefsten Punkt des Platzes beträgt rund 61 Meter.
(Foto: Getty Images/Text: Michael F. Basche)
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Und war Martin Kaymers Triumphstätte Pinehurst 2014 schon eine Sandbüchse, so ist der diesjährige Austragungsort schlichtweg ein gigantischer Sandkasten. 1,1 Millionen Kubikmeter loses Material wurden bewegt, um das Designkonzept zu realisieren. Das Ergebnis ist ein ständiges Auf und Ab von gut 7.000 Metern Länge.
(Foto: Getty Images/Text: Michael F. Basche)
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1992 kaufte das Pierce County die gesamte Abraumhalde am Puget-Sund südwestlich von Tacoma für 33 Millionen Dollar und baute das insgesamt 3,8 Quadratkilometer große Gelände unter Federführung ihres visionären „Landrats“ John Ladenburg ab 2001 zu einem kommunalen Naherholungsgebiet namens University Place aus.
(Foto: Getty Images/Text: Michael F. Basche)
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Damit ist Chambers Bay ein, freilich einzigartiger, öffentlicher Golfplatz, bespielbar für jedermann. Im Juni 2007 war die Eröffnung, knapp acht Monate später folgte der Ritterschlag zur jüngsten US-Open-Bühne aller Zeiten. Dabei existiert nicht mal ein Clubhaus, bloß ein Starterhäuschen mit Imbiss und Toiletten.
(Foto: Getty Images/Text: Michael F. Basche)
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Aber das mag die USGA, so kann sie auf dem Areal frei schalten und walten, die gesamte Hospitality und selbst Umkleiden sind in Zeltform bzw. als mobile Einheiten auf einer der beiden Driving Ranges platziert. Dafür gibt es immerhin einen Baum: "The Lone Fir", die einsame Tanne auf der 15. Bahn, das Wahrzeichen von Chambers Bay.
(Foto: Getty Images/Text: Michael F. Basche)
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Der Rest ist Links pur. Die Grüns haben keinen Kragen, aber allerhand falsche Fronten, durch das einheitliche Gras lassen sich ihre Ausmaße aus einiger Entfernung kaum ausmachen, zumal die Fairways beim Mähen genau so tief geschnitten werden. Die Bunkerkanten sind schartig wie bei den uralten Vorbildern auf den britischen Inseln, und auch eine Bahnlinie verläuft entlang des Platzes.
(Foto: Getty Images/Text: Michael F. Basche)
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Gänzlich beispiellos hingegen ist das Layout von Chambers Bay, das für die US Open als Par-70 gespielt wird. Die Bahn eins ebenso wie die 18 mit ihren Beton-„Obelisken“ aus der Minen-Vergangenheit und dem brutalen, drei Meter tiefen Pottbunker in der Drive-Landezone lassen sich, je nach Set-up-Gutdünken der USGA und äußeren Bedingungen, als Par-4- oder Par-5-Löcher ausstecken.
(Foto: Getty Images/Text: Michael F. Basche)
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Oder das windanfällige Par-3 zum Ende der ersten Neun: Es fällt zwischen Tee und veritabel bebunkertem Grün auf einer Länge von 207 Metern um rund 30 Meter ab. Sofern die USGA nicht den Alternativ-Abschlag aktiviert, dann geht‘s über 202 Meter gute zwölf Meter bergauf. Heute so, morgen so: Die Spieler dürfen sich auf was gefasst machen.
(Foto: Getty Images/Text: Michael F. Basche)
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Nicht von ungefähr hat der verantwortliche USGA-Direktor Mike Davis davor gewarnt, den Platz auf die leichte Schulter zu nehmen: „Wer glaubt, er könne hierher kommen, zwei Proberunden spielen und sich ansonsten – ohne genau Platzkenntnisse – aufs Yardage Book verlassen, der wird diese US Open nicht gewinnen!“
(Foto: Getty Images/Text: Michael F. Basche)
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Prompt handelte er sich eine Menge Spott ein. „Welches Handicap hat noch mal Mike Davis?“, witzelte beispielsweise Rory McIlroy. Ian Poulter gar nannte Chambers Bay eine Farce. Nach Rücksprache mit ein paar Kollegen, ohne bislang selbst einen Fuß auf den Platz gesetzt zu haben. Aber wie war das noch? Wer zuletzt lacht …
(Foto: Getty Images/Text: Michael F. Basche)
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