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Flunkern PGA-Profis bei ihren Verletzungen?

11. Mrz 2014
Bei der 93. PGA Championship verletzte sich Rory McIlroy am Handgelenk und spielte unter Schmerzen weiter. Doch wie ehrlich sind seine Kollegen auf der PGA Tour mit ihren Verletzungen?
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Der Undercover-Kolumnist von GolfDigest plaudert aus dem Nähkästchen. Was ist dran an den Gebrechen der Profis auf der PGA Tour?

Bloß ein Wehwehchen oder wirklich verletzt? Schwerwiegende Behauptungen, die die Kollegen von GolfDigest.com nun veröffentlicht haben. Der Undercover Tour Pro von GolfDigest hat in diesem Monat einen Artikel veröffentlicht, in dem es um das Vortäuschen nicht vorhandener Verletzungen geht und das von Profis der PGA Tour. Der anonyme Schreiber für GolfDigest, der angibt als Profi auf der PGA Tour aktiv zu sein, behauptet, dass von all den legitimen Verletzungen, die es in der Profi-Welt gibt, gleich noch einmal drei Verletzungen drauf kommen, die frei erfunden sind.

Medical Extensions bei Verletzungspech

Im Formtief läuft man seiner Leistung hinterher und lebt in der Gefahr seine Tourkarte zu verlieren. Das ist klar. Aber das man dafür vorgibt verletzt zu sein und behauptet man könnte nicht mehr spielen, birgt schon ein ziemlich großes Risiko in sich. Immerhin lebt der Profi-Golfer von Preisgeldern und Sponsoringeinnahmen. Der Undercover Tour Pro erklärt das wie folgt: „Angenommen du verpasst die ersten fünf Cuts des Jahres. Da kommt man leicht in Versuchung sich beim Doktor über seine Handgelenksprobleme zu beschweren und sich ein Attest ausstellen zu lassen. Dann erhältst du von der PGA Arbeitsunfähigkeitsgeld in einer Höhe von bis zu 10.000 $ pro Monat. Früher lag das Maximum bei 20.000$, dies wurde allerdings 2008 von der Tour geändert, damit dieses Versicherungsprogram weiterhin erhalten werden kann.“


Profis üben heimlich zuhause

Doch damit nicht genug: Der unbekannte Profi behauptet, dass die meisten Spieler in Wirklichkeit Zuhause sind und an ihrer Technik feilen! Das heißt also jeden Tag trainieren, am Abschlag und Putten rumdoktern und das völlig ohne Caddie- oder Reisekosten. Das Ganze dann durch die Medical Extension der PGA finanziell unterstützt lassen und die kostbare Tourkarte der PGA ist fürs Erste sicher auf Eis gelegt. Ist der Spieler dann wieder bereit für die Tour, geht es zurück auf die Runde: „Wenn sie dann zurückkommen, picken sie sich ihre Lieblingskurse heraus. Wenn also ein Spieler 20 Events hat und er es ausnutzen möchte, spielt er vielleicht seine fünf liebsten Turniere über vier Saisons. Es gibt nämlich kein Limit wie lange die Medical Extension andauern kann, solange du jede Saison darauf einen neuen Antrag stellst“, so der Undercover Tour Pro.

Großmeister Woods schafft es auch einbeinig

Der große Unbekannte beendet seinen Artikel mit einem Wink in Richtung Tiger Woods:

„Da ist dieser Typ der die US Open auf einem Bein gewonnen hat, weil er wusste, dass er es schaffen könnte. Aber wenn dir dein Spiel einfach nicht gelingt und du nichts hinkriegst, vielleicht fängt dein Handgelenk oder deine Schulter noch stärker an zu schmerzen…“ Zur Erinnerung: Im April 2008 unterzog sich Tiger Woods einer Operation am Knie und konnte somit zwei Monate nicht auf der Tour spielen. Als Comeback-Turnier suchte sich Tiger die US Open aus und stellte sein Knie auf die Probe. Am Ende gewann er das Major, in einem spannendem Finale über Rocco Mediate. Kenny Perry zum Sieg von Tiger Woods: „Er hat alle auf einem Bein besiegt.“

Sollte das Medical Extension Programm der PGA Tour tatsächlich so leicht hinters Licht zuführen zu sein, wäre dies ein schwerer Rückschlag für den sonst so ehrbaren Golfsport und am Ende leiden die wirklich verletzten Spieler unter denen, die ihre Wehwehchen nur vortäuschen.

Jannes Giessel

Jannes Giessel - Freier Autor für Golf Post

Beobachtete bisher beim Gassi gehen das Grün aus sicherer Entfernung. Seit Golf Post hat der Student der Sportwissenschaften mit dem Schwerpunkt Sportjournalismus das Grün lieben gelernt. Jetzt hat er Hundeleine gegen Golfschläger getauscht und begeistert sich nicht mehr fürs Bälle werfen, sondern Bälle schlagen - natürlich ohne Hund, der ihm den Ball holt.
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