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Als der Golfer, der nicht fliegt, Flügel bekam

Florian Fritsch blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Golf Post erzählt er, was sein Höhenflug mit Angst zu tun hat und warum er gerne am Boden bleibt.

Florian Fritsch blickt auf ein sehr erfolgreiches Jahr 2016 zurück.
Florian Fritsch blickt auf ein sehr erfolgreiches Jahr 2016 zurück. (Foto: Getty)

Von Prag nach Stockholm, von Schottland über London bis an die Algarve nach Portugal... und das alles mit Auto und Fähre. So sahen 2016 weite Teile der Saison von Florian Fritsch aus, dem Golfer der kein Flugzeug betritt, der in diesem Jahr aber trotzdem "Flügel bekam" und über sich hinauswuchs. Nur einzelne Turniere in Europa konnte der 31-Jährige bedingt durch seine "komplexen Anreisemodalitäten" und ohne volle Tourkarte spielen. Eben jene wenigen Möglichkeiten hat er jedoch perfekt genutzt.

Mit ominösem Momentum zur Höchstform

"Für mich war offensichtlich, dass dieses ominöse Momentum oder die Form, die man nur sehr bedingt beeinflussen kann, sehr entscheidend ist", erklärt ein bescheidener Florian Fritsch im Jahresrückblick mit Golf Post. Es zeige ihm, wie eng auf höchstem Level alles beisammen ist. Gutes Training hin oder her, man brauche für den Erfolg auch mal den richtigen Bounce an der richtigen Stelle und das nötige Quäntchen Glück.

Florian Fritsch war 2016 genau im richtigen Moment in Höchstform und wusste das selber beschriebene Momentum für sich zu nutzen. Schweiz, Bad Griesbach, Schottland - als es an die großen Preisgeldtöpfe und wichtigen Punkte im Kampf um eine Tourkarte ging war Fritsch mit drei Top-10-Platzierungen zur Stelle.

Floran Fritsch berichtet von Angst vorm Bogey

Offen berichtet der European-Tour-Spieler dabei auch von alten Fehlern, die überraschenderweise in direktem Zusammenhang mit seinem persönlichen Highlight 2016 stehen. "In der Vergangenheit hatte ich eher Angst davor Fehler zu machen, anstatt zu versuchen, den einen oder anderen machbaren Schlag rauszuholen", sagt der Profi.



Ganz anders am letzten Loch des Omega European Masters in der Schweiz. Florian Fritsch lag bei neun unter Par und wusste, mit einem abschließenden Birdie würde er auf den siebten Platz springen und sich das bis dato größte Preisgeld des Jahres sichern. "Bei diesem Putt über eine längere Strecke war die Lust auf ein Birdie größer, als die Angst vor einem Bogey und wie ein Depp dazustehen." Fritsch versenkte den Ball, zeigte eindrucksvoll wie gut er mittlerweile mit Druck umgehen kann und profitierte von dieser Erfahrung bei den folgenden Turnieren.

Erholung und Entspannung auf hoher See

Serienweise solche Topergebnisse abzuliefern ist allerdings nicht selbstverständlich - nicht bei einem Golfer, der bequem von einem Turnier zum nächsten jettet, erst recht nicht bei Florian Fritsch. Lange Autofahrten, Tage und Nächte auf irgendwelchen Fähren auf der Nordsee, der Ostsee oder dem Atlantik gehören zum Leben des Golfprofis, der sich seit Jahren mit Flugangst durch den Tourzirkus kämpft. Wann immer möglich, betont der gebürtige Münchner jedoch die Vorzüge des Reisens am Boden.

Er könne sich an Bord der Schiffe entspannen und erholen. Er lerne Land und Leute kennen und seine Familie sei schließlich auch häufig mit dabei. Natürlich muss sich Fritsch von den Kollegen auch mal einen Spruch anhören, wenn er wieder mal als letzter am Turnierort eintrifft. "Ich solle doch mein Nummernschild auf ein 'Boing-' oder 'Airbuskürzel' ändern, um dem Fliegen ein Stück näher zu kommen", verrät ein lachender Florian Fritsch.



Mit kleinen Veränderungen ins Jahr 2017

Als geschichtlich interessierter Reisender ist es in diesem Kontext wenig verwunderlich, dass Fritsch die Route vom Challenge-Tour-Event in Tschechien, quer durch die bislang von ihm "unterschätzten", ostdeutschen Bundesländer hinauf bis Rügen und weiter nach Stockholm als schönste Reise benennt. "Irgendwann will man auch mal ankommen", gesteht der erfolgreiche Golfer. "Die ganze Fahrt mit den zwei, drei Stopps und der Chance, mir das ganze mal anzuschauen, war aber faszinierend und persönlich bereichernd."

Spannend wird sicher auch das kommende Jahr für Florian Fritsch. Dank voller Tourkarte sind rund 20 Turniere inklusive einiger Highlights wie Irish Open oder BMW PGA Championship in Wentworth für ihn möglich. Im Zuge der Vorbereitungen hat er schon kleine Veränderngen vorgenommen, sich und sein Team in Teilen neu aufgestellt. "Ich habe gemerkt, dass ich meinen Verpflichtungen als Vater und Ehemann, gekoppelt mit meinem Beruf, nicht mehr voll und ganz nachkommen kann."

Zeit für neue Trainingsinhalte

Die lange Pause von mehreren Monaten freut dabei nicht nur seine Familie, sondern auch seinen Trainer. "Im Gegensatz zu anderen Spielern habe ich wirklich Zeit, mich von der Saison zu erholen", erklärt Fritsch. "Ich habe Zeit, mir neue Inhalte im Training zu erarbeiten, zu testen und gegebenenfalls nachzujustieren."





Kein Wunder also, dass er ausgesprochen zuversichtlich nach vorne blickt. Wenn man sich mal die letzten drei, vier Jahre anschaue, dann habe es immer eine Verbesserung gegeben. Und das sei schließlich das Entscheidende. Auf die Frage 'bin ich ein besserer Golfer geworden?' gibt es deshalb auch eine klare Antwort: "Nach den Statistiken die wir führen, ist dem so", sagt Fritsch. "Also scheint das System so zu funktionieren, wie wir es angehen."

Bei diesen Aussichten freut sich Golf Post natürlich gemeinsam mit Florian Fritsch auf die kommenden Aufgaben, drückt sämtliche Daumen und bedankt sich für ein mitreißendes Jahr 2016.

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