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Grande Finale mit Punkte-Reset: Wie fair ist eigentlich der FedExCup?

24. Aug 2016
Mit der Vergabe des FedExCup wird alljährlich nach dem letzten Playoff der Sieger der Saisonwertung entschieden. (Foto: Getty)
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Der FedExCup heizt sich mit den Playoffs zum Saisonfinale nochmal richtig auf. Es geht um viel Geld und Ruhm, die Regeln sind aber umstritten.

Im Jahr 2007 wurde ein neues Spielsystem auf der PGA Tour eingeführt. Der sogenannte FedExCup besteht aus zwei Komponenten: Den 46 regulären PGA-Tour-Turnieren und den vier zusätzlichen Playoff-Turnieren am Ende der Saison, deren Feld von Turnier zu Turnier schrumpft und die mit der Tour Championship und der Krönung des Saisonsiegers enden. Die einzelnen Events sowie der Gesamtsieg bringen den Champions eine Menge Geld ein – am Ende wartet gar ein Extra-Scheck in Höhe von zehn Millionen US-Dollar. Tiger Woods siegte als erster beim FedExCup im Jahr 2007 und ist bislang der einzige Professional, der die Serie zweimal gewann.

Punkte variieren je nach Qualität des Turniers

Voraussetzung für die Teilnahme am FedExCup ist eine volle Spielberechtigung für die PGA Tour. Die Spieler, die dieses Kriterium erfüllen, können ab Beginn der Saison bei der Frys.com Open in Kalifornien (ab 2017 bei der Safeway Open) Punkte sammeln, die, je nach Qualität des jeweiligen Turniers, zwischen 300 und 600 Punkten schwanken.


Alle Majors (Masters Tournament, U.S. Open, The British Open Championshipund PGA Championship), sowie die Players Championship bringen dem Sieger 600 FedExCup-Punkte. Nur knapp dahinter liegen die vier Turniere der World Golf Championship (WGC) mit 550 Punkten. Bis auf die Parallelturniere zu großen Events, die dem Sieger nur 300 FedExCup-Punkte einbringen, sind für alle anderen PGA-Tour-Wettspiele 500 FedExCup-Punkte ausgeschrieben.

In den finalen Playoff-Turnieren wird es dann noch einmal richtig spannend, denn die Punktevergabe ändert sich zum Saisonfinale drastisch. Für einen Sieg bei einem der vier Turniere erhält der Gewinner ganze 2.000 Punkte, also das vierfache eines normalen vorangegangen Turniers.

Punkte-Reset sorgt für zusätzliche Spannung beim FedExCup

Die ersten 125 Spieler nach Abschluss des 43. offiziellen PGA-Tour-Turniers behalten nicht nur ihre PGA-Tour-Karte, sondern qualifizieren sich außerdem für die vier Playoff-Turniere am Ende der Saison und dürfen in die Barclays Championship starten. Hier scheiden bereits 25 Spieler aus und nur noch die besten 100 Akteure sind bei der Deutsche Bank Championship startberechtigt. Bei beiden Turnieren wird nach 36 gespielten Löchern ein Cut bei 70 Spielern gemacht – wer es hier nicht ins Wochenende schafft, muss also die Saison über bereits fleißig Punkte gesammelt haben, um sich ins nächste Playoff zu retten.

Das nächste Turnier – und es wird immer spannender, denn nur noch die besten 70 sind dabei – ist die BMW Championship. Es gibt keinen Cut mehr, was bedeutet, dass alle Spieler die 72 Löcher zu Ende spielen. Hier müssen dementsprechend alle vier Tagesergebnisse ziemlich gut sein, denn nur noch die besten 30 Profis haben bei der folgenden und finalen Tour Championship by Coca-Cola die Chance auf den Gesamtsieg. Von besonderer Bedeutung ist bei diesem letzten Turnier der vorherige Punkte-Reset. Das bedeutet, dass alle vorher gesammelten Punkte gelöscht und, der aktuellen Platzierung im FedExCup-Ranking entsprechend, angeglichen werden.

Diese Maßnahme sorgt für zusätzliche Spannung, denn der Führende wird mit nur 2.000 Punkten ausgestattet und ist somit in der Theorie von jedem Spieler im Feld einholbar. Trotzdem haben die Professionals auf den oberen Plätzen fairerweise die besten Chancen auf den Gesamtsieg. Landet einer der Top Five auf dem ersten Platz bei der Tour Championship, geht der FedExCup auf jeden Fall auch an ihn. Bei allen anderen Siegern braucht es etwas mehr Rechnerei und Schützenhilfe von einem der Spieler am oberen Ende.

Ist die Reset-Regelung unfair?

Diese Regelung mit der Zurücksetzung der Punkte wurde 2008 eingeführt, nachdem Vijay Singh nach zwei gewonnenen Turnieren bereits als Sieger feststand. Damit hatten die folgenden beiden Playoffs keine Bedeutung mehr. Zu langweilig, fanden die Verantwortlichen und führten die Neuverteilung der Punkte vor dem Finalturnier ein. Mit dem Resultat, dass kaum noch einer die Regelungen durchschaut. Die Golfwelt ist nicht begeistert. Auch Tiger Woods kritisierte die Regel einst als unfair. Schließlich wird dadurch Konstanz über die ganze Saison nicht mehr belohnt. Gewinnt ein Spieler alle Turniere der Saison, bis auf das letzte Playoff, kassiert im Zweifelsfall ein anderer den Cup.

Preisgeld fließt in einen Pensionsfonds

Die beste Leistung im letzten Playoff lohnt sich jedoch doppelt. Bei jedem Playoff-Turnier winkt dem Sieger der Löwenanteil der jeweils 8,5 Millionen US-Dollar Gesamtpreisgeld. Der Gesamtsieg des FedExCup bringt dem Champion zusätzliche zehn Millionen US-Dollar aus einem insgesamt 35 Millionen Dollar schweren Bonustopf ein, dessen Großteil den Spielern direkt ausgezahlt wird. Ein kleinerer Teil fließt in einen „Renten-Fonds“, über den die Spieler nicht vor ihrem 45. Geburtstag verfügen können.

Pausenregelung ab 2015

2015 wurde im Regelwerk festgelegt, dass zwischen zwei der Playoffs, in diesem Jahr zwischen der BMW Championship und der finalen Tour Championship, eine Pause von einer Woche eingelegt wird. Bis dahin wurden alle vier Playoffs beim FedExCup direkt nacheinander gespielt, weshalb die Spieler vier Wochen durchgängig Turniere spielen mussten. Damit die Golfer auch beim letzten entscheidenden Turnier wieder fit sind, wurde die Pausenregelung eingeführt.

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Julian Didszun

Julian Didszun - Freier Autor für Golf Post

Julian ist im Golfsport groß geworden. Im Alter von sieben Jahren nahm er den Golfschläger zum ersten Mal in die Hand und ließ ihn seither nicht mehr los. Er durchlief als Kaderspieler alle Altersklassen des Golfverbands Niedersachsen/Bremen und wurde zweimal für den Jugendländerpokal nominiert. Aktuell liegt sein Hcp. bei -3 und sein Heimatverein ist der Osnabrücker GC.

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