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Faszientraining: Nur ein Trend oder ein heißer Tipp für Golfer?

07. Jul 2016
Faszien können mit verschiedenen Hilfen angesprochen werden: auch ein Tennisball tut's manchmal, wie hier bei Chris Wood. (Foto: Getty)
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Faszientraining ist in aller Munde. Welche Rolle es im Training spielen kann und was Physiotherapeut Axel Richter davon hält.

Das neue Jahr und die guten Vorsätze: Gerade bei Golfern lassen sich Zielsetzungen wie “endlich unter Handicap 18” oder “die erste Par-Runde” sehr konkret formulieren, weil am Jahresende ein einziger Blick auf das Zeugnis (in Form von Handicapliste oder Scorekarte) reicht, um zu kontrollieren, ob das ausgegebene Ziel erreicht wurde oder nicht.

Mit einem Problem haben Golfer in hiesigen Gefilden allerdings zu kämpfen: Die klassische Neujahrsmotivation ist kurzfristig nicht wirklich auf das Handicap übertragbar. Denn bis zum ersten Turnier des Jahres müssen noch ein paar Monate durch das Land ziehen.


Fit durch den Winter mit Körpertraining

Dementsprechend gilt es, die guten Golf-Vorsätze anders zu kanalisieren. Zum Beispiel in den eigenen Körper. Der Winter ist prädestiniert dafür, um den Körper auf die anstehenden Belastungen der Golfsaison vorzubereiten. Das Angebot ist vielfältig: vom klassischen Fitnessstudio, über Yoga und Pilates bis hin zum hochmodernen EMS-Training. Schnell wird die Wahl zur Qual.

Neben den bekannten Formen ist seit einiger Zeit das so genannte “Faszientraining” in aller Munde. Ein hochinflationär benutzter Begriff, mit dem gleich eine 30 Zentimeter breite Schaumstoffrolle assoziiert wird. Der Marktführer, die “Black Roll”, ist ein verbreitetes Trainingsgerät, allerdings lässt sich das Faszientraining nicht alleine auf diese Rolle reduzieren.

Golf und Faszientraining – wie passt das?

Faszien “vernetzen” unseren ganzen Körper; alle Muskeln, Organe und Bänder. “Man muss sich das wie ein riesiges Spinnennetz vorstellen”, sagt Axel-André Richter. Der Physiotherapeut hat sich vor einigen Jahren auf den Golfsport spezialisiert und hält große Stücke auf das Faszientraining. „Ohne die Faszien könnte der Muskel weit weniger Kraft erzeugen.“

So haben Wissenschaftler Ende der 90er Jahre herausgefunden, dass Kängurus deutlich weiter springen können, als man durch ihre reine Muskelkraft in den Beinen erklären könnte. Hinter diesem Phänomen wurde ein “Katapult-Mechanismus” entdeckt, eine Grundlage der aktuellen Studien zum Thema Muskelfaszien.

Wer rastet, der rostet – sagt der Volksmund. “Bei zu wenig Bewegung verkleben die Faszien”, sagt Richter. Die Beweglichkeit wird geringer, die Anfälligkeit für Verletzungen steigt. “Faszientraining ist unter präventiven Gesichtspunkten ideal auf den Golfer zugeschnitten.”

Faszientraining in den eigenen vier Wänden

Um die Muskelfaszien zu trainieren, benötigt man keine umfangreichen Gerätschaften. Zwei freigeräumte Quadratmeter im Wohnzimmer reichen aus, um einen Großteil der Übungen durchzuführen. “Eine Mischung aus Yoga und asiatischer Kampfkunst”, beschreibt Richter den Charakter der Übungen. Weil Beweglichkeit und Spiraldynamik enorm wichtige Bausteine des Golfschwungs sind, bietet das Faszientraining eine Palette an hilfreichen Übungen, um die Beweglichkeit zu erhalten bzw. zu verbessern.

Ach ja, die Faszienrolle – das eingangs erwähnte Fitnessgerät dient dazu, die Faszien anzuregen, damit es nicht zu den Verklebungen im Gewebe kommt. “Durch die Rolle werden einzelne Bereiche punktuell bearbeitet”, sagt Richter, “während die Übungen eher eine ganzheitliche Wirkung haben.”

Golfspezifisches Faszientraining (einige hilfreiche Übungen findet man in Axel-André Richters Youtube-Kanal) führt schnell zu einer wahrnehmbaren Veränderung. Wer dauerhaft am Ball bleibt, wird merken, dass der Golfschwung ein bisschen leichter von der Hand geht. Vielleicht schon beim ersten Turnier des Jahres.

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Andreas Cueppers

Andreas Cueppers - Freier Autor für Golf Post

Andreas glaubt an die Liebe auf den ersten Chip und Golf ist für ihn kein Sport, sondern eine Sucht. Inzwischen hat der Diplom-Sportwissenschaftler das einstellige Handicap geknackt. Weil im Wohnzimmer ein Übungsgrün liegt, lässt ihn der Putter nur selten im Stich.
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