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European Tour profitiert von der Loyalität ihrer Stars

05. Mrz 2015
Die European Tour profitiert im Vergleich zur PGA Tour von der Loyalität ihrer "Zugpferde". (Foto: Getty)
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Engagements von McIlroy, Poulter und Co. als Turniergastgeber lassen die Tour ein wenig mehr aus dem Schatten des US-Rivalen treten.

Beifall für die European Tour: Mit ihrem ersten Imagespot „Drama on World Stage“ haben die Macher in Wentworth einen veritablen Treffer gelandet. Obwohl für die Werbepausen im britischen Sky Sports und beim US-Golf-Channel gedacht, sorgt das Filmchen auch hierzulande für Furore. Was nicht zuletzt am Hauptdarsteller liegt: „Es ist wichtig, Werbung für die European Tour zu machen“, sagt Martin Kaymer. „Weil sie so viel zu bieten hat!“ Genau deswegen ist der Streifen nicht bloß ein Werbemittel, vielmehr Ausdruck eines neuen Selbstverständnisses.

Mit Recht. Die European Tour ist dabei, sich ein wenig vom – bisweilen erdrückenden – Schatten der PGA Tour zu befreien. Seit ihrer Gründung 1972 gilt sie als der immerwährend kleine Bruder, der seine Stars an das schöne Wetter und die fetten Preisgeld-Weiden im US-Zirkus verliert. Dort, wo Golf eine breit akzeptierte Sportart ist, finden die ganz großen Turniere statt, drei der vier Majors, drei der vier World Golf Championships, Klassiker wie die „Players“ usw. In Summe ist das – nebenbei bemerkt – längst eine inoffizielle „Global Tour“. Selbst ein nachrangiger Wettbewerb wie die Valspar Championship kommende Woche wird mit 5,9 Millionen US-Dollar besser dotiert als das europäische Flaggschiff-Event BMW PGA Championship mit seinen fünf Millionen Euro (umgerechnet 5,53 Millionen US-Dollar).


Golf auf der großen „Welt-Bühne“

Geradezu konsequent war und ist vor diesem Hintergrund die Ausdehnung in andere Wirtschaftsräume, wenngleich die mit dem Etikett „European“ wenig bis gar nichts zu tun haben: Die Einbeziehung des Nahen Ostens, versinnbildlicht durch das „Race to Dubai“, der Gang nach Asien mit Malaysia, Thailand, Indien und vor allem China mit seinem ungeheuren Potential. „Die Tour folgt nicht mehr der Sonne, sondern dem Geld“, schreibt der irische Golfjournalist Brian Keogh.

Pure Überlebensstrategie. Zumal, als die Finanzkrise etliche Turniere im Kernland wegbrechen ließ. Kaufmännische Sorgfalt überdies, denn die European Tour ist ebenso eine Firma wie der Konkurrent PGA Tour, sie muss dahin, wo sich noch Geschäfte machen lassen. Die Märkte halt! Sie bestimmen das Geschehen. Auch im Golf. „World Stage“, die weltweite Bühne.

Fowler und Co. zu Gast bei Rory McIlroy

Der lange Atem zahlt sich aus. Mit 48 Turnieren und insgesamt 133 Millionen Euro Preisgeld in dieser Saison steht die European Tour gut da. Obwohl sie der nur vier Jahre älteren PGA Tour finanziell vermutlich nie das Wasser reichen kann: Die Loyalität ihrer Stars ist durch Geld kaum aufzuwiegen. Europas Aushängeschilder übernehmen Verantwortung. Sie engagieren sich für die Tour, die sie hervor gebracht und stark gemacht hat. Und bringen ihre „Golf-Buddies“ mit.

Ende Mai ist Rory McIlroy mit seiner Stiftung Gastgeber der Irish Open in Royal County Down. Prompt verkündete Rickie Fowler, er werde selbstverständlich bei seinem Kumpel aufteen. In einem Atemzug schrieb er den US-Kollegen ins Stammbuch, dass sie mal ihren Horizont erweitern und über den großen Teich reisen sollten: „Es ist doch toll, neue Orte und neue Kulturen kennen zu lernen.“ Mittlerweile hat neben Sergio Garcia, Lee Westwood und Ernie Els auch Keegan Bradley zugesagt. Sogar Dustin Johnson denkt über eine Teilnahme nach.

Die Namen sind es, die Turniere ins Rampenlicht rücken und für Sponsoren interessant machen, wo es sonst erst des Geldes bedarf, um namhafte Spieler überhaupt „einladen“ zu können.

Ian Poulter empfängt zum British Masters

Den nächsten Erfolg verbucht die European Tour beim reanimierten British Masters. Mit einer Art Gastgeber-Rota wurde das Traditionsturnier aus seinem siebenjährigen Dornröschenschlaf erweckt. Im Oktober empfängt Ian Poulter im englischen Woburn die Profi-Kollegen. „Poults“ ist der „Touring Professional“ des Clubs und veranstaltet dort seit neun Jahren sein „Ian Poulter Junior Invitational“. Anschließend übernehmen Luke Donald, Justin Rose und Lee Westwood jeweils die Gastgeberrolle an einem Schauplatz ihrer Wahl.

Nicht zu vergessen Paul Lawrie, Open-Champion von 1999, der im Juli/August zum Matchplay ins schottische Aberdeen einlädt, oder Thomas Björns Engagement bei der Made in Denmark. All das stärkt die European Tour auf ihrem ureigenen Grund und Boden.

Bei der European Open in Bad Griesbach hoffen sie übrigens noch auf eine Startzusage von Martin Kaymer …

Was denken Sie: Kann sich die European Tour mit solchen Entwicklungen vom Nimbus der Zweitklassigkeit befreien?

Michael F. Basche

Michael F. Basche - Freier Autor für Golf Post

Als Journalist, Golfbetriebsmanager und notorischer Zu-Kurz-Putter ist Michael F. Basche auf vielfache Weise dem Golf verfallen. Nach Jahren als Tageszeitungs-Sportredakteur und im PR- und Marketinggeschäft berät er heute u. a. Golfclubs in Fragen der Corporate Identity. Und widmet sich schreibend den vielfältigen Facetten des Großartigsten aller Spiele.
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1 LESER-KOMMENTAR

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  1. mike goettsch

    Die European T.hat interessantere Plätze.Wenn die Dollar Presse mal klemmt, ist die E.T.die
    Nr.1. Also dran bleiben.

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