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EurAsia Cup: Nagelprobe für das Ryder-Cup-Duell mit den USA

14. Jan 2016
Das europäische Team mit seinen Caddies beim EurAsia Cup 2016, der Feuertaufe für den Ryder Cup im Herbst. (Foto: Getty)
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Wiesberger, Fitzpatrick und Kollegen stehen vor ihrer Profi-Feuertaufe als „Teamplayer“. Kapitän Clarke denkt angeblich nicht an Hazeltine.

Na, ob Darren Clarke dem Auditorium da nicht ein X für ein U vormachen wollte? „Ganz ehrlich, ich habe keinen Ryder-Cup-Kram im Hinterkopf“, versicherte Europas Kapitän bei seiner Pressekonferenz vor dem EurAsia Cup, der morgen beginnenden zweiten Ausgabe des Team-Duells mit Asiens besten Golf-Professionals. Wer‘s glaubt …

Ganz sicher geht‘s im Glenmarie Golf & Country Club zu Shah Alam nahe Malaysias Kapitale Kuala Lumpur nicht bloß darum, das 10:10 der Premiere vor zwei Jahren diesmal etwas eindeutiger zu gestalten. Hazeltine lässt grüssen. Im September soll die blau-goldene Equipe in der Höhle des US-Löwen den vierten Sieg in Serie, den siebten in diesem Jahrtausend und den elften seit 1985 einfahren. Da kommt der Kontinentalvergleich mit Jeev Milkha Singhs Auswahl gerade recht. Besonders, weil Clarke etliche Ryder-Cup-Aspiranten im Team hat, die als Rookies nach Minnesota fahren würden. Nicht von ungefähr hat er seine Truppe mit nur fünf Spielern in den Top 20 der Welt schon als Außenseiter deklariert.


„Unschätzbare Team-Erfahrung sammeln“

Danny Willett, Matthew Fitzpatrick, Andy Sullivan, Chris Wood und Kristoffer Broberg wären nach jetzigem Stand der Punktelisten mit von der Partie, für sie ist dieser EurAsia Cup trotz der Erfahrungen aus diversen Amateur-Teamwettbewerben eine erste Feuertaufe, die Generalprobe für den Schlagabtausch mit Amerikas „rachsüchtiger“ Riege sozusagen. So, wie 2014 für Victor Dubuisson. Und ein Bernd Wiesberger beispielsweise wird alles daran setzen, mit einem erfolgreichen EurAsia Cup im Rücken als erster Österreicher „ever“ einen Ryder Cup zu bestreiten.

Das Ansinnen teilt der 30-jährige Wiener mit all denen, die noch an der direkten Qualifikation kratzen. „Ich war deswegen so erpicht auf den EurAsia Cup, um in einem Ryder-Cup-Jahr unschätzbare Teamerfahrung zu sammeln“, bestätigt Shane Lowry. „Wir haben hier die große Chance, Darren unsere Tauglichkeit zu beweisen und ihn zu beeindrucken.“

„Schlachtrösser“ als „Leitwölfe“

Vielsagend sind zudem die „Captain‘s Picks“. Clarke nominierte Ian Poulter und Lee Westwood, seinen Stallgefährten bei Manager Chubby Chandler,  gewiss nicht allein wegen ihrer Matchplay-Qualitäten. Vor allem sind die beiden Engländer Ryder-Cup-Schlachtrösser von herausragendem Spirit, allzeit zur Nachahmung empfohlen. „Darren hat ,Westy‘ und ,Poults‘ garantiert geholt“, meint Danny Willett, „damit sie uns junger Mannschaft all das vermitteln und erzählen, was sie im Team-Golf erlebt und erreicht haben.“

Westwood und das „Ryder-Cup-Biest“ Poulter sind derzeit meilenweit vom spielerischen Sprung ins Hazeltine-Aufgebot entfernt. So gesehen hat Clarke den beiden Engländern mit seinem Votum als „Leitwölfe“ für Glenmarie überdies ein deutliches Signal des Zuspruchs und der Aufmunterung vermittelt. Er braucht im September Spieler dieses Wettkampf-Kalibers, „Rampen-Sau“ heißt das im Showbiz.

„Hauptsache, jederzeit aufregend“

Letztlich ist der EurAsia Cup auch die erste Nagelprobe für Darren Clarke selbst. Gleneagles-Skipper Paul McGinley hat die Latte mächtig hoch gelegt, Clarke wiederum einen bemerkenswerten persönlichen Wandel vollzogen. Der mittlerweile 47-jährige Nordire legte die gelegentlichen Lebemann-Anwandlungen ebenso ab wie überflüssige Pfunde, avancierte zum „grauen Wolf“, charismatisch, smart, augenzwinkernd, dabei stets ein bisschen „Elder Statesman“.

Der Ryder-Cup-Held von 2006 und Champion Golfer of the Year bei der Open 2011 sei tief in die Kapitänsrolle eingetaucht, berichtet sein Umfeld, die lässige Attitüde kaschiere ohnehin einen ausgeprägten Perfektionismus. Es wird interessant sein, wie er in Malaysia das Team führt, mit welcher Handschrift, Philosophie und Verfahrensweise er die Route nach Hazeltine vorgibt. „Ich weiß nicht, wie es am Ende der Woche um unsere Nerven bestellt ist“, sagte Clarke in Malaysia. „Hauptsache aber, es ist in jeder Sekunde aufregend. Und wenn ich aus dieser Woche noch was für September mitnehmen kann, umso besser!“


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Michael F. Basche

Michael F. Basche - Freier Autor für Golf Post

Als Journalist, Golfbetriebsmanager und notorischer Zu-Kurz-Putter ist Michael F. Basche auf vielfache Weise dem Golf verfallen. Nach Jahren als Tageszeitungs-Sportredakteur und im PR- und Marketinggeschäft berät er heute u. a. Golfclubs in Fragen der Corporate Identity. Und widmet sich schreibend den vielfältigen Facetten des Großartigsten aller Spiele.
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