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USGA und R&A: Handicap-System soll weltweit einheitlich werden

Das Handicap soll Golfer vergleichbar machen - national funktioniert das auch. Doch auf der Welt existieren zu viele Handicap-Systeme, finden USGA und R&A.

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20. Apr 2017
Das dürfte Golfer auf der ganzen Welt freuen: Das Handicap-System soll reformiert und weltweit vereinheitlicht werden. (Foto: Getty)
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Das Handicap-System im Golfsport soll weltweit vereinheitlicht werden. Dies kündigten die Regelhüter, die United States Golf Association (USGA) und die The Royal and Acient (R&A), am Mittwoch an. Demnach sollen alle bisherigen sechs Handicap-Systeme zusammengeführt werden, da "viele Golfer die Handicap-Systeme zu kompliziert" fänden, so Martin Slumbers, Geschäftsführer der R&A.

"Das Ziel des vorgeschlagenen Handicap-Systems", heißt es in einer Mitteilung des Golfverbandes mit Sitz in St. Andrews, "ist es, universelle Prinzipien und Verfahren anzuwenden, die auf der ganzen Welt gelten." Damit würden die bisher sechs verschiedenen Handicap-Systeme, die zurzeit in den diversen Verbänden gültig sind, abgelöst. Welche Änderungen genau vorgenommen werden sollen oder welches Handicap-System als Vorbild dienen wird, dazu äußerten sich USGA und R&A nicht. Das Komitee, dem auch Vertreter jedes Handicap-Systems sowie des Japanischen und des Kanadischen Golfverbandes angehören, will im Laufe des Jahres nähere Angaben machen.


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Einheitliches Handicap-System soll "Grenzen abbauen"

Mike Davis, Geschäftsführer und Vorstandvorsitzender der USGA, erklärte den Reformvorschlag in einer Mitteilung des amerikanischen Golfverbandes, der unter anderem die US Open ausrichtet: "Ein wunderbarer Aspekt des Golfsports, der ihn von anderen Sportarten unterscheidet, ist, dass Spieler unterschiedlicher Spielstärken dank des Handicap-Systems auf Augenhöhe gegeneinander antreten können. Mit einem globalen System werden Golfplatz-Ratings und Handicaps auf der ganzen Welt vergleichbar. Grenzen und Barrieren abzubauen, um einen einfachen Zugang zum Spiel zu schaffen, ist gut für den Golfsport und die Golfer überall."

Auch der Deutsche Golf Verband (DGV) begrüßt die Reformvorschläge „Wir begrüßen grundsätzlich die Einführung eines weltweit einheitlichen Systems und sind der Überzeugung, dass dadurch aktiven Spielern der Umgang mit dem Handicap vereinfacht und Neu-Golfern der Zugang zu unserem Sport erleichtert werden kann", teilte Alexander Klose, Vorstand Recht und Services des DGV in einem Statement mit. "Das trägt dann auch zu unserem nationalen Ziel, ‘mehr golfspielende Golfer’, bei. Wichtig wird allerdings sein, was am Ende konkret auf dem Papier steht."

Das deutsche Handicap-System orientiert sich momentan an den Vorgaben der European Golf Association (EGA). Diese überprüft alle vier Jahre seine Regularien und passt sie an. Zuletzt geschah dies in größerem Umfang 2016. Seitdem können sich unter anderem Spieler der Handicap-Klasse 5 nicht mehr verschlechtern. Zwar ist eine deutsche Spielvorgabe halbwegs vergleichbar mit einem Handicap der USGA, doch in der Berechnung gibt es wesentliche Unterschiede.

2019 stehen gravierende Regeländerungen an

Erst kürzlich hatten die für die Regeln des Golfsports verantwortlichen Organisationen USGA und R&A gravierende Regeländerungen für 2019 angekündigt. So soll das Suchen nach Bällen auf drei Minuten begrenzt werden, das Putten soll auch mit Fahne im Loch erlaubt werden und "Spikemarks" sollen auf dem Grün ausgebessert werden dürfen.

Golf Post Talk zu den geplanten Regeländerungen

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Tobias Hennig

Tobias Hennig - Redakteur

Tobias kam im Sommer 2014, während seines Studiums der Germanistik und Politik, als Werkstudent zu Golf Post. Zunächst machte er sich nur die Theorie des Golfsports zu eigen, nun versucht der vielseitig sportbegeisterte Wahl-Kölner, zum teaminternen Handicap-Durchschnitt aufzuschließen. Seit April 2016 erheitern der Redakteur und seine Hündin Mali die Kollegen täglich.
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