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Für mehr Akzeptanz: Der DGV stellt seine Zukunftsvision vor

20. Feb 2014
Mit einem Zukunftsprogramm durch Verbesserung von Ansehen und Attraktivität versucht der DGV mehr "Farbe und Form" in den deutschen Golfsport zu bekommen (Foto: Getty)
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Nach Imagestudie und Dialog mit den Golfclubs stellt der DGV seine Zukunftsvision vor und verspricht Veränderungen. 

Golf ist elitär. Spaß macht es nicht. Und Spannung? Ein passionierter Golfer sieht das natürlich ganz anders und entlarvt die Behauptungen als Vorurteil. Nichtsdestotrotz: Die Imagestudie 2013 des Deutschen Golf Verbandes (DGV) belegt die negativ behaftete Wahrnehmung des Sports seitens der Nichtgolfer. Ein wichtiger Grund also, sich Gedanken über die Zukunft des Golfsports in Deutschland zu machen sowie mögliche Veränderungen und Verbesserungen vorzunehmen.

Aus einer Vision entsteht eine Mission

Demnach lautet die Frage: Welche Ziele steuert der DGV an und mit welchen Mitteln können diese möglichst kurzfristig erreicht werden? Die Vision des Verbandes kommt an dieser Stelle ziemlich einfach und einleuchtend daher. Sie besagt: „Alle sportbegeisterten Menschen sollen die Faszination des Golfsports erleben.“ Um diese Vision zu verwirklichen, muss der DGV eine „Mission“ erfüllen. Bei seiner Jahrespressekonferenz wurde diese unter dem „Arbeitstitel ‚Zukunftsprogramm‘“ von Alexander Klose, DGV-Vorstand Recht & Regularien, vorgestellt.


DGV will Akzeptanz und Attraktivität erhöhen

Das Hauptaugenmerk wird dabei auf mehr Golf spielende Golfer gelegt. Jahr für Jahr die Zuwachsquote zu erhöhen reiche den Offiziellen nicht mehr, so Klose. Diese Quote sagt schließlich nichts über die tatsächliche Aktivität der Sportler aus. Wichtig sei laut Klose, dass die Menschen den Schläger wirklich in die Hand nähmen und auf den Platz gingen, anstatt sich einmal pro Jahr für die Statistik zählen zu lassen; die Anzahl der gespielten Golfrunden müsse also steigen. Ganz nebenbei: Darüber würde sich die gesamte Golfbranche freuen.

Was der deutsche Golfsport weiterhin brauche, sei neben einer starken Wirtschaftlichkeit der Golfanlagen eine erhöhte gesellschaftliche Akzeptanz der Sportart im Allgemeinen. Vorurteile sollen beseitigt werden. Golf müsse deshalb seine Attraktivität im Breitensport erhöhen, da es die „einfachen“ Spieler sind, die sich im Erfolgsfall mit den Persönlichkeiten aus dem Leistungssportbereich identifizieren. Voraussetzung sei natürlich auch in diesem Punkt eine Steigerung herausragender Ergebnisse im nationalen sowie internationalen Wettbewerb.

Deutscher Golf Verband zeigt sich selbstkritisch

Bleibt die Frage offen, welche Aspekte in diesem Zukunftsprogramm im Fokus stehen sollten? Hier führt es den DGV wieder zurück zum „Stein des Anstoßes“ – der Imagestudie. Die Wahrnehmung von Golf in der Gesellschaft müsse verbessert und im selben Zug der Einstieg für Nichtgolfer in diesen Sport grundlegend erleichtert werden. Mit Schnupperangeboten auf der Driving Range allein bekämen Neueinsteiger schließlich kein wirkliches Gespür für Golf. Dieses stelle sich erst in dem Moment ein, wenn der erste Abschlag auf dem Platz erfolgt, weshalb es einer „Ausprobiermaschinerie“ für Golf bedürfe. „An der Stelle sind jedoch die Clubs gefragt“, betont Klose und stellt in Aussicht, dass der DGV sich mit mehr Beratungsleistungen für die Golfclubs einsetzt.

In seiner Präsentation stellte Klose desweiteren aber auch die vorhandenen Verbandsregularien in Frage und kündigte eine eingehende Diskussion über mögliche Anpassungen an. Zukunftsweisend wäre in diesem Fall beispielsweise eine Entscheidung im Hinblick auf Sinn und Nutzen des DGV-Ausweises in seiner aktuellen Form. Auch beim Handicapsystem würden Neuregelungen geprüft.

Gute Theorie wartet auf Umsetzung

Doch die beste Theorie hilft nichts, wenn es anschließend an einer kompetenten praktischen Umsetzung scheitert. Das Zukunftsprogramm des DGV ist ohne Zweifel ein erster Schritt mit dem Potenzial, das Ansehen des Golfsports in Deutschland zu verbessern. Die nächsten Monate werden nun zeigen, ob es die viele Arbeit zur Erhebung von Daten und zur Erstellung von Studien Wert war, die sich der Verband und alle Beteiligten gemacht haben. In Sachen Popularität und Beliebtheit gleich auf ein Niveau mit Fußball zu kommen, wäre natürlich vermessen. Trotzdem trifft auch für den DGV und seine Zukunftsvision ein auf dem Bolzplatz entstandenes Zitat zu: „Grau is alle Theorie – entscheidend is‘ auf’m Platz“ (Alfred Preißler).

Alexander Klose (DGV) ist am kommenden Montag (24.02.14) zu Gast im Golf Post Talk.

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Lars Kretzschmar

Lars Kretzschmar - Leitender Redakteur bei Golf Post

Lars ist Diplom-Sportwissenschaftler und sein großes Faible ist der Turniersport. Er schlägt sich für seine Leser gerne mal die Nächte um die Ohren, um die neusten Infos der PGA-, European- und LPGA-Tour liefern zu können. Sie finden Lars Kretzschmar auch unter Google+.

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1 LESER-KOMMENTAR

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  1. Dr.Peter Laschka

    Das ist keine Vision,das ist auch kein Lichtblick,das ist ein ängstliches Verharren in alten Hologrammstrukturen und diese sind ein viel größeres Hindernis .Imagestudien,die im Wesentlichen bei den Golfclubs durchgeführt wurden , konnten zu keinem anderen Ergebnis führen.Warum? Weil eben die Mehrheit dieser Clubs das Hologramm seit Jahren zementieren.Wer so seine Zukunft verbaut ,der wird auf Dauer den Erfolg verspielen. Traurig und beschämend.

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