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DGV über Platzreife, Mitgliedschaft & Hologramm: „Wir stellen alles in Frage“

09. Jan 2014
Der DGV im Interview mit Golf Post: "Wir stellen alles in Frage." (Foto: Getty)
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Platzreife, Hologramm, DGV-Ausweis: Der DGV möchte sich reformieren und hebt seine Mechanismen auf den Prüfstand. Golf Post hat nachgefragt.


Herr Klose,
Herr Schlockermann,
hinter uns liegt ein schwieriges Jahr. Welches Fazit zieht der DGV für 2013?

Jörg Schlockermann: Das vergangene Jahr war anstrengend. Das Wetter hat die Jahresbilanz nicht positiv beeinflusst, denn wenn sechs Wochen fehlen, kann man das nicht so einfach nachholen. Aber für diese doch wirklich schweren Bedingungen ist das Jahr gar nicht so schlecht gelaufen. Die Stimmung ist natürlich etwas angespannt bei den Clubs, aber wenn man mal nachfragt, glaube ich, hätte es noch schlimmer sein können.


Golf Post: Es gibt Leute – Golfanlagenbetreiber zum Beispiel, aber auch interessierte Spieler –, die sagen dem Golfsport eine sehr schwierige Zukunft voraus. Was tut der DGV, um dem zu begegnen?

Alexander Klose: Bestimmte, liebgewordene Dinge werden es schwer haben in den nächsten Jahren und Jahrzehnten. Golfanbieter werden Probleme haben, wenn sie sich nicht flexibilisieren oder ihr Management nicht professionalisieren. Der Verband wird als Dachverband Schwierigkeiten bekommen, wenn er nicht punktgenau dort Hilfe leistet, wo das Golfprodukt sie braucht – und das soll keine oktroyierte Hilfe werden, nach dem Motto ‚Wir haben hier mal eine Zaubernuss geknackt, die schicken wir jetzt mal allen zu und dann geht’s uns besser.‘

Golf Post: Das klingt, als hätten Sie Strukturprobleme im Golfmarkt identifiziert. Welche sind das?

Klose: Da gibt es drei Bereiche: Golfnachfrage, -angebot und –rahmenbedingungen. Zu den Rahmenbedingungen ist zu sagen, dass Golf mit recht vielen Freizeitaktivitäten konkurriert. Nur als Beispiel: Eine Studie der Techniker Krankenkasse offenbart 52 Prozent der Befragten als Sportmuffel. D.h. mehr als die Hälfte der Leute steht für Golfangebote gar nicht zur Verfügung. Zum Golfangebot ist zu sagen, dass der Anlagenboom aus den 80er und 90er Jahren vorbei ist, es wird keine neue Golfnachfrage erzeugt. Das Mitgliederwachstum wird 2013 noch geringer sein als in den Vorjahren.

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Alexander Klose – Vorstand Recht & Regularien

… ist beim DGV in der Abteilung Recht & Regularien zuständig für die Unterstützung der Golfclubs bei steuerlichen und rechtlichen Fragen sowie für Strategie- und Strukturfragen des Verbandes. Seine Abteilung betreut außerdem die Offiziellen Golfregeln, das DGV-Vorgabensystem, das Course-Rating und die Verbandsregularien. 

 

Jörg Schlockermann – Kommunikationsleiter beim DGV

… ist noch recht neu beim DGV: 2013 war sein erstes Jahr als Leiter der Kommunikation. Seine Abteilung hat zum Ziel, die Aufmerksamkeit für den Golfsport zu steigern, sowie den Clubs bei Marketing und Pressearbeit zur Seite zu stehen. Vorher war Schlockermann beim Axel-Springer-Verlag im Bereich Auto und Sport Digital tätig.

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Golf Post: Sie sprachen auch von Unterstützung, die der DGV den Clubs geben kann. Wie kann diese aussehen?

Klose: Es gibt neben klassischem Clubgolf zahlreiche Formen der Golfausübung. Beispiel USA: 27 bis 28 Millionen Menschen spielen dort Golf, nur knapp vier Millionen haben ein Handicap. Das heißt, da gibt es neben dem klassischen Handicapgolf eine Gruppe von 23 Millionen Amerikanern, die einfach so Golf spielen. Bei uns ist Golf bisher immer mit DGV-Ausweis, Handicap, Platzreife usw. verbunden. Wir müssen in anderen Modellen denken. Das tun die Golfanlagen auch schon längst, denn es werden ja nicht nur die Vollmitgliedschaften verkauft. Aber der DGV muss dabei helfen, alle Golfanlagen schlauer zu machen. Zwar weiß der Verband nicht alles besser, aber die Branche weiß vieles. Leider gibt es häufig keinen Wissenstransfer guter Lösungen von einer Golfanlage zur nächsten. Das sollte jetzt Aufgabe des Verbandes sein.

Golf Post: Glauben Sie, dass dieser zweite Markt an Golfern, wie er in den USA existiert, auch hier schlummert?

Klose: Ich glaube, er entwickelt sich. Und natürlich würden wir alle gern zu Vielspielern machen. Vielspieler sind bessere Botschafter, sie geben mehr Geld im Golfsport aus und werben Freunde. Wenn wir es aber nicht schaffen, alle dahin zu entwickeln, dann muss es auch eine andere Form von Golfern geben.

Golf Post: Haben Sie eine Potenzialabschätzung, wie viele Golfer in Deutschland in einer Vorstufe zum Golfer sind?

Klose: Ungefähr soviele, wie wir organisierte Golfer haben. 600.000 plus ca. 618.000. Das sagt eine Studie der Firma Sport+Markt von 2011.

Golf Post: Wie könnte das Angebot für diese Golf-Interessenten aussehen?

Klose: Man könnte ihnen ein innovatives Instrument an die Hand geben. Ganz ins Unreine gesprochen: Vielleicht loggen sie sich in eine Community ein und haben dann auch gleich einen Versicherungsschutz, wenn sie spielen gehen. Clubgolfer mit DGV-Ausweis wollen ja gar nicht alle werden.

Golf Post: Muss der DGV dann nicht auch seine Bedingungen ändern? Zum Beispiel beim Thema Hologramm?

Klose: Ja.

Golf Post: Aha. Wann?

Klose (schmunzelt): Das ist ein bisschen die Zusammenfassung unseres Austausches mit den Golfanlagen im Herbst. Der DGV-Ausweis könnte modernisiert werden, ebenso wie die Ausweiskontingentierung. Das klingt noch sehr vage, aber…

Golf Post: …Sie stellen es infrage?

Klose: Wir stellen alles in Frage. Auch wenn das Hologramm vor sechs Jahren von den Clubs beschlossen worden ist und dessen Abschaffung seitdem in drei Versammlungen abgelehnt wurde. Aber es zeigen sich eben schräge Marktentwicklungen bei Fernmitgliedschaften. Das ist nicht gewollt. Der DGV-Ausweis als selbstständig handelbares Wirtschaftsgut ist absurd. Als Nachweis des Spielrechts ist er sehr wichtig, aber in der Form, wie er auf dem Markt gehandhabt wird, sicherlich modernisierungsbedürftig.

Golf Post: Mit den Fernmitgliedschaften verhält es sich ja so: Die Clubs erhalten vom DGV eine bestimmte Anzahl an DGV-Ausweisen, brauchen aber oft nur einen Teil davon für ihre Mitglieder. Der Rest liegt brach. Die Clubs versuchen deshalb dieses Wirtschaftsgut zu versilbern und veräußern Fernmitgliedschaften zu Niedrigstpreisen. Gibt es da beim DGV ein Umdenken?

Klose: Das wird einer der entscheidenden Punkte in der Diskussion dieses Jahres sein. Es muss vielleicht ein Ausweissystem an die Stelle des Einheitsausweises treten. Vielleicht gibt es dann eine ‚Willkommen-im-Golfsport-Karte‘. Oder vielleicht auch gar nichts.

Golf Post: Oder wird es der Golf-Pass?

Klose: Da bin ich skeptisch, denn der Golf-Pass soll ja Golfer einfangen, die keine Vollmitgliedschaft wollen. Und damit stülpt man ein Mitgliedschaftsangebot über ganz Deutschland. Und jede Golfanlage, die sich irgendwie festgelegt hat, muss dann klären: Wie gehe ich mit diesem zentralen Instrument um? Eigentlich ist er freiwillig, aber es wird ein Mechanismus einsetzen, in dem sich jede Golfanlage gezwungen sieht, dieses zentral regulierte Instrument anzuwenden. Ich denke, der Weg sollte eher hin zur Individuallösung gehen.

Golf Post: Sehen Sie neben den Fernmitgliedschaften noch weitere ungünstige Marktentwicklungen?

Klose: Wir haben auch beim Thema der DGV-Platzreife eine spannende Entwicklung beobachtet. Wir hatten sie uns vorgestellt als eine Platzreifeprüfung für klassisch aufgestellte Golfclubs mit Vollmitgliedern und harmonischer Eingliederung neuer Mitglieder. Wir dachten, die DGV-Platzreife übernehmen vielleicht ein Drittel der Clubs, aber jetzt machen es alle. Da haben wir vom DGV vielleicht einen Fehler gemacht. Das hat sich in einer Breite entwickelt, die so nie intendiert war.

Golf Post: 2013 hat es mehrere Insolvenzen auf Golfanlagen gegeben, die vorher unter der Decke geblieben sind. Sieht der DGV aktuell zu, dass der Markt sich gesundschrumpft?

Schlockermann: Ich verstehe nicht, warum wir von schrumpfen reden. Noch ist nichts geschrumpft. Sowohl die Zahl der Golfanlagen, als auch die Zahl der Golfspieler sind bis heute in jedem Jahr gewachsen.

Golf Post: Bewegen sich Angebot und Nachfrage langsam aufeinander zu?

Klose: In den neunziger Jahren gab es einen intensiven Anlagenbau, das stimmt. Aber wenn man sich die Alterspyramide anschaut, sieht man, dass die größte Bevölkerungsgruppe in Deutschland, Menschen zwischen 40 und 50 Jahren, sich auf uns zubewegen. Die rutschen alle bald in die Altersgruppe ‚Ü50‘, wo wir am meisten wachsen – das sind Millionen! Aufgabe des DGV ist nun, diese Gruppe einzufangen und die entsprechenden Botschaften zu senden: „Golf ist Lebenselexier“, „Golf ist für alle Altersgruppen“, „Das kannst du auch noch spielen, wenn du 80 bist“.
Insofern stellt sich die Frage: Steht uns wirklich ein steiniger Weg bevor? Vielleicht nicht. Wir haben anders als alle anderen Sportarten eine Sonderentwicklung, die wir für uns nutzbar machen können.

Golf Post: Das heißt, Sie planen zukünftig vor allem mit den Senioren?

Schlockermann: Der DGV steht, was die Zuwachszahlen angeht, im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) als einer der besten da. Aber wir werden uns auch um die jungen Erwachsenen kümmern, damit sie uns auch in zehn Jahren noch gute Zahlen bescheren.

Golf Post: 1,7 Prozent mehr Golfspieler im Jahr 2012 – ist das für Sie ein reales Wachstum, mit dem man zukünftig zufrieden sein sollte?

Klose: Nein. Aber die Musik spielt auf der Golfanlage. Wir möchten soviel an Unterstützung anbieten, dass jeder das passende Angebot für sich findet, durch Vertriebs- oder Marketingunterstützung beispielsweise.

Golf Post: Der DGV hat im vergangenen Jahr eine Imagestudie in Auftrag gegeben. Was sind die Ergebnisse dieser Studie?

Schlockermann: Es ist so, dass Golf unter Nicht-Golfern ein recht schlechtes Image hat. Aber: Menschen, die mal Golf ausprobiert haben, stellen dem Sport fast ein ebenso gutes Zeugnis aus wie der Golfer selbst. Die Schlussfolgerung daraus ist, dass wir die Menschen auf die Golfanlagen bringen müssen. Auf den Golfanlagen müssen sie dann eine positive Erfahrung machen und in dem Moment wandelt sich das Image von schlecht auf gut.

Klose: Wir brauchen eine Probiermaschinerie.

Golf Post: Aber Golfanlagen sind doch wie ein gut gepflegtes Wohnzimmer, da lässt man doch nicht jeden rein. Braucht man für eine „Probiermaschinerie“ nicht speziell gebaute Golfanlagen, die robuster und dafür gemacht sind, dass dort jeder golfen kann?

Schlockermann: Glaube ich nicht.

Golf Post: Welche Konsequenzen haben Sie aus der Imagestudie außerdem noch abgeleitet?

Klose: Wir wollen gerne Imagekampagnen starten. Aber wir müssen Abstand nehmen von oberflächlichem Aktionismus – ich nenne mal eine Imagekampagne für zweieinhalb Millionen Euro, einige bunte Bilder, aber dahinter ist nichts. Das wäre fatal.

Golf Post: Wir reden von Werbespots?

Schlockermann: Es macht aus unserer Sicht keinen Sinn, Werbespots um kurz vor acht vor der Tagesschau zu senden.

Golf Post: Aber muss man ein neues Image nicht auch forcieren?

Schlockermann: Audi hat mit ‚Vorsprung durch Technik‘ 15 Jahre gebraucht, bis sich der Slogan durchgesetzt hat. Das sind Dimensionen, damit können wir nicht dienen. Wir haben nicht die Mittel, das Image in den Köpfen der Deutschen mit Fernsehspots zu verändern. Dabei hat Audi noch einen entscheidenden Vorteil: Audi kann garantieren, dass bundesweite Versprechen in Anzeigen und Spots bei den lokalen Händlern auch eingehalten werden.

Golf Post: Sie haben eine Menge Baustellen definiert, an denen Sie arbeiten wollen: DGV-Ausweis, DGV-Platzreife, die Kommunikation mit den Clubs, aber auch Hologramm und Mitgliedschaftsmodelle. Das ist eine ganze Menge. Stehen wir vor einer Reform?

Schlockermann: Wir sind mitten in einem Prozess, der sich beschleunigt und in dem es keine Tabus gibt. Wir wollen das ‚Wir‘ betonen, das heißt, wir möchten unsere Mitglieder mitnehmen und sie ermutigen, sich aktiv zu beteiligen. Erfolgreich können wir nur sein, wenn wir einen Großteil der Golfanlagen an Bord haben, denn die machen das Geschäft vor Ort.

Das Interview führten Dr. Lorenz Gräf, Michael F. Basche und Juliane Bender.

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12 LESER-KOMMENTARE

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  1. In meinen Augen drehen Sie sich doch im Kreise. Wir können doch nicht verleugnen, dass die meisten Golfclubs außerhalb von Städten und Gemeinden mit höherer Einwohnerzahl liegen. Das heißt, für Kinder und Jugendliche, die eigentlich das Kontingent stellen um Golf stärker zu penetrieren, sind diese Clubs nahezu unerreichbar. Außer, sie haben willige Eltern, die fahren wollen. Aber die normale Struktur sieht doch so aus, dass ein hoher Prozentsatz dieser Eltern berufstätig sind, ergo diese Möglichkeit erst gar nicht in Betracht kommt. Und Kinder sowie Jugendliche, die einen Sport ausüben wollen, sich auf das beschränken müssen, was der örtliche Sportverein anbietet – und das ist nunmal kein Golf.

    Denken Sie doch darüber mal nach: Warum kooperieren Golfclubs nicht mit den örtlichen Vereinen. Warum stellen Sie nicht begrenzt junge Golf-Pros ab, die zeitweise in Vereinen auf Bolzplätzen oder Rasenflächen unterrichten. Mit Matten als Abschlagplätzen, um Rasen nicht zu beschädigen. Dann könnten diese Sportvereine den Golfsport ebenfalls anbieten, wobei die Clubs dann durch Kinder und Jugendturniere auf ihren Golfplätzen wieder Geld zurück holen. Und wenn sich hieraus später neue Clubmitglieder generieren lassen, um so besser. So ergibt sich eine win-win-Situation, die beiden hilft: den Einen, um das Sportangebot erweitern zu können, den anderen, um auf längere Sicht mehr begeisterte Golfer als „normale“ Clubmitglieder zu generieren.
    Ich meine, jetzt gilt mehr denn je, einmal über den Brillenrand hinaus zu schauen, als immer alles „im eigenen Saft zu kochen“.

    Antworten

    • Juliane Bender

      Das ist tatsächlich eine große Schwäche in der Infrastruktur des Golfsports. Golfplätze sind für Kinder, Jugendliche und jene, die kein Auto haben, oft schlecht zu erreichen. Eine Lösung dafür wäre sehr wahrscheinlich auch eine für die Nachwuchsrekrutierung und die Verjüngung der Golfergemeinschaft insgesamt.

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  2. Andreas Tomasini

    Ich finde das ganze Gehabe des DGV einfach nur lächerlich und scheinheillig. Soll man doch zugeben, dass Golf eine Sportart für besser betuchte Menschen ist. Daran wäre erst mal nichts Schlimmes…..Segeln, Tennis, Rennsport, Polo uvm. sind auch nicht für jedermann geeignet. Man versucht einen Spagat weil man auf der einen Seite gern mehr Anerkennung in der Bevölkerung hätte und mehr deutsche Tourspieler sehen würde und in Wirklichkeit aber lieber unter sich bleibt.

    Es bleiben schlichtweg nur 2 Möglichkeiten!

    Entweder man bekennt sich zur Exklusivität dieser Sportart in Deutschland oder man bricht endlich die verkrusteten Strukuren wirklich auf und will Golf lals Volkssport.
    Dann aber hiesse es hinweg mit unsinnigen Hologrammen, vorbei die Vormachtstellung der PGA -Trainer als fast einzige Lehrinstitution, hinfort mit Clubbeiträgen von 2000 Euro im Jahr und mehr, weg mit Aufnahmegebühren von 10 000 Euro und mehr, her mit öffentlichen Plätzen, her mit kostenlosen Trainerstunden für Nachwuchs und interessierte Anfängern. uvm.

    Wer glaubt, dass sich ein Angestellter mit mittlerem Verdienst heutzutage den Beitrag und die Kosten zum Golf leisten kann, der träumt. Alleine auf dem Parkplatz des Golfclubs sieht jeder Spaziergänger wer hier residiert und wer nicht gern gesehen ist. Das Image des wohlhabenden Arztes, Unternehmers, Rechtsanwalts usw., der gern im exclusiven Golfclub mal ein wenig mit dem Autochen über die Wiesen fährt und so tut als treibe er Sport wird wohl so lange bestehen bleiben wie es die bestehende Realität ist, die jedem Nichtgolfer alltäglich sichtbar vor Augen ist.

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  3. Eugen Pletsch

    Der DGV als großer Verhinderer des freien Golfspiels in Deutschland stellt neuerdings alles in Frage, nur sich selbst leider nicht. Schade.
    Anstatt dieser Klose-Sauce hätte ein einfacher Satz gereicht: „Sorry, tut uns leid, dass wir jahrelang Mist gebaut haben.“
    Aber nein. Stattdessen befindet man sich „in einem Prozess, der sich beschleunigt und in dem es keine Tabus gibt“.
    Unter dem Motto „Alles kann, nichts muss“ entwickelt sich der DGV zu einem Swinger-Club der Wendehälse. Bar eigener Ideen werden jetzt die konstruktiven Anregungen jener Kritiker auf DGV-Niveau weichgespült, die seit Jahren an der bornierten Ignoranz der Verbands-Obristen abgeprallt sind.
    Wie jeder Therapeut bestätigen wird, kann ein Problem nicht auf der Ebene gelöst werden, auf der es entstanden ist. Das heißt: Wenn wir Golfer ein Imageproblem haben, dann werden nicht jene das Image verbessern können, die es versaut haben. Deshalb lassen DGV-Imagestudien und weltferne Sockenschuss-Kampagnen wie die Ryder-Cup-Bekenneraktion vermuten, dass es sich um bei DGV mittlerweile um eine debile alte Dame handelt, der agile Verkäufer an der Haustür jeden Blödsinn andrehen können, solange das schwachsinnige, aber stinkreiche Mündel VcG die Rechnungen bezahlt.
    Wenn eine DGV-Image-Studie« beschreibt, dass „Golf mit Gesundheit, Bewegung, Natur und Sportlichkeit zu tun hat“, dann hätte das schon Loriot’sche Züge, wenn die Studie nicht so teuer gewesen wäre. Die größte Frechheit ist der Satz: „Wir wollen das ‘Wir’ betonen, das heißt, wir möchten unsere Mitglieder mitnehmen und sie ermutigen, sich aktiv zu beteiligen.“ Das erweckt den Eindruck, wir Golfer wären gemeint, die wir seit mehr als 20 Jahren versuchen Input zu geben und dabei nur auf selbstherrliche Besserwisserei gestoßen sind.
    Wir sind aber nicht gemeint, denn „wir“ sind nicht die Mitglieder. Mitglieder des DGV sind die in Landesverbänden zusammengeschlossen Golfclubs und die haben oft gänzlich andere Interessen, als wir Golfspieler.
    Vielleicht wäre es an der Zeit für eine Graswurzelrevolution. Einen „Verband freier Golfpiraten“ im Web zu installieren, der die Interessen von uns Golfern vertritt, dürfte zumindest technisch kein Problem sein.

    Eugen Pletsch
    Golfbuchautor und Betreiber des Golfportals http://www.cybergolf.de

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    • Juliane Bender

      Hallo Herr Pletsch,

      es freut uns, dass Sie sich so intensiv mit dem Thema befassen. Sicher haben Sie Recht, dass in der Vergangenheit viele Golfer vom Verband enttäuscht wurden. Um jedoch keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Der DGV hat sich im Interview durchaus selbstkritisch über frühere Entscheidungen, Kommunikationsfehler und andere Fehlentwicklungen geäußert. Man scheint aktuell beim DGV nach Wegen aus dieser Entwicklung zu suchen – und darauf sind wir genauso gespannt wie Sie.
      Bis dahin wird der Verband viele Interessensgruppen unter einen Hut bringen müssen. Offenheit ist wichtig für die ganze Branche und an der Stelle scheint der DGV immerhin Fortschritte gemacht zu haben. Sind wir einfach mal gespannt, was folgt.
      Bis dahin!

      Antworten

      • Miss_Wethered

        „(…) dass der Verband viele Interessensgruppen unter einen Hut wird bringen müssen (…)“

        Money makes the world go round. In der Wirtschaft, in der Politik, im Sport.
        Funktionären geht es nicht um „uns“ Golfer und noch viel weniger um das Spiel als solches. Es geht immer nur darum, Nestwärme zu erhalten und Pfründe zu sichern, um nichts anderes geht es – wie immer! In der Wirtschaft, in der Politik und so auch im Sport…

        Miss Wethered

        Vielen Dank, Herr Pletsch! Vielen Dank für Ihre offenen und zugleich wertvollen Gedanken, gewidmet diesem wunderbaren Spiel!

      • Eugen Pletsch

        Liebe Frau Bender,
        ich weiß es sehr zu schätzen, wenn sich jemand um Ausgleich und Fairness bemüht, aber allein die Tatsache, dass niemand vom DGV zu meinem Leserbrief oder etlichen anderen Texten, die ich zu diesem Thema veröffentlich habe, jemals Rückmeldung gab, zeigt, dass der DGV auf hohem Ross reitet und nur mit sich und seinesgleichen kommuniziert.
        Wenn Sie und Ihre RedaktionskollegInnen mehr Golfjahre auf dem Buckel haben, werden Sie wissen, was ich meine.
        Da ich Ihre Leser nicht mit meinen Ausführungen langweilen möchte, erlaube ich mir zwei Blog-Adressen anzufügen, in denen ich den Monopolisten DGV aus meiner Perspektive zu beschreiben versucht habe:
        http://www.cybergolf.de/blog/2573-die-dgv-vorruhestandoffensive-2014-alles-fuer-die-katz
        und
        http://www.cybergolf.de/blog/2577-von-den-scheinschwangeren-wehen-des-dgv

        Eigentlich hatte ich mir mich vorgenommen, mich nicht mehr zum DGV zu äußern, aber diese scheinschwangeren Wehen, die in dem Golfpost-Interview geäußert wurden, waren einfach zu provokant und ließen mich rückfällig werden.

        Mit besten Wünschen

        Eugen Pletsch

      • Juliane Bender

        Hallo Herr Pletsch,

        es ist schade, wenn der DGV auf Ihre Beiträge noch keine Rückmeldung gegeben hat, da stimme ich Ihnen zu. Wir als Golf Post können deshalb – auch bevor wir mehr Golfjahre auf dem Buckel haben – eine unabhängige Plattform sein, die diese Gelegenheiten schafft und allen eine Stimme gibt. Wir freuen uns, wenn der Austausch so wie jetzt hier stattfindet – auf dass sich so jeder ein Bild machen kann.

        Grüße

      • Hallo Frau Bender und Herr Pletsch,

        ich glaube – das dem DGV für eine wirkliche Richtungsänderung, das Wasser noch nicht weit genug am Hals steht.
        Auch würde ich ihm eine Richtungsänderung um 180° nicht abnehmen – denn damit würde der Verband ja indirekt zugeben, bisher falsch gelegen zu haben.

        Das Herr Pletsch bisher keine Antwort bekommen hat, würde ich auch als System betrachten – so war er der einsame Rufer den man ignorieren konnte. Alle anderen kritischen Stimmen wurden auch so übergangen…

        Wirkliche Veränderungen traue ich dem DGV nicht zu – dazu müsste sicher der „Verband freier Golfpiraten“ gegründet werden um ein Gegengewicht zu schaffen.

        bis denne
        rebel

  4. Wir haben die Platzreife in einem Ferienclub in Tunesien gemacht der mit dem örtlichen Golfclub kooperierte. Wir haben zwei Wochen intensivst gespielt und die Platzreife bei einem Pro abgelegt. Zurück in Deutschland mussten wir dann feststellen, dass die VcG diese nicht akzeptiert obwohl ich laufend im Ausland mit Geschäftspartner und Kollegen auf hochoffiziellen Plätzen spiele.

    Meinem Schwager geht es ähnlich – er hat acht Jahre in UK gelebt und fünf Jahre dort Gold gespielt ohne jemals das HC zu erwerben. Zurück in Deutschland dürfte er nun nicht auf den Platz sondern müsste erst einmal die PE machen – lächerlich. Alternativ kann er nach Birmingham fliegen und dort den Verwaltungsakt des HC Erwerbs durchführen…

    Pay and Play – alles andere wird auf Dauer nicht funktionieren.

    Zahlreiche GCs haben ja offensichtlich GroupOn als Vertriebsweg entdeckt und verscherbeln die Greenfees zu Preisen, dass den Vollmitgliedern die Augen tränen.

    ciao,
    Die Zielgruppe

    Antworten

  5. Matthias Heimer

    Hallo.
    Ich kann mich der Meinung nur anschließen.

    Ohne dass die Clubs Greenfeespieler auf ihre Anlagen lassen, verdienen sie kein Geld und müssen über kurz oder lang zumachen.
    Der DGV sollte darauf einwirken, dass jeder der nachweisen kann, den Platz nicht zu zerstören gegen Bezahlung auf jeder Anlage zugelassen wird.
    Im Übrigen zerstören in den allermeisten Fällen die Clubmitglieder ihre eigenen Grüns indem sie keine Pitchmarken entfernen…

    Hoffe dass nicht nur die Leute zustimmen sondern es auch mal schreiben!
    Grüße
    (ein Fernmitglied) Matthias

    PS: es ist eh schade, dass das Hologramm Thema existiert. Mann muss nicht in die USA gucken, in ganz Europa lachen sie sich über uns Deutsche schlapp, die unterschiedliche Greenfees zahlen müssen.

    Antworten

  6. Das sind Worte, die ich schon vor über 10 Jahren gesagt habe. Aber bisher sind fast alle Taten des DGV in die andere Richtung gegangen.
    Mal abwarten, wie lange es braucht, bis Golf für Jedermann wirklich möglich ist ohne Mitgliedszwang usw.
    Bezüglich Versicherung und Zwangsmitgiedschaft kann ich nur auf das hier verweisen und meiner Meinung nach, wüsste ich nicht, das sich die Bedingungen geändert hätten. http://www.golfer-forum.de/viewtopic.php?f=2&t=2275

    bis denne
    rebel

    Antworten

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