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DGV geht mit Bad Saarow ins Rennen um Ryder Cup 2022

25. Mrz 2015
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Die Entscheidung ist gefallen: Deutschland geht mit dem A-Rosa-Resort Bad Saarow ins europäische Rennen um den Ryder Cup 2022.

Der Deutsche Golf Verband (DGV) und die RC Deutschland GmbH haben sich entschieden: Deutschland geht mit dem A-Rosa-Resort Bad Saarow ins Rennen gegen Spanien, Portugal, Italien und Österreich um den Ryder Cup 2022. Das gab der Verband am Mittwoch in Berlin bekannt.

Kaussler: „Bad Saarow bietet alle Voraussetzungen“

„Das A-Rosa-Resort Bad Saarow bietet alle Voraussetzungen“, so der Geschäftsführer der Ryder-Cup-Bewerbung, Marco Kaussler. „Für Groß Kienitz hat es letzlich aufgrund der äußerst knappen Zeitschiene nicht gereicht.“


Der DGV entscheidet sich damit gegen den Golfclub Groß Kienitz, der näher an Hauptstadt und Flughafen liegt, für den jedoch aktuell eine essentielle Baugnehmigung aussteht, die den Bau des Ryder-Cup-Platzes betrifft. Um das Risiko zu minimieren, dass die Genehmigung nicht oder nicht rechtzeitig von den Behörden ausgestellt wird, hat sich das Gremium nun für die bereits existierende Anlage in Bad Saarow entschieden.

Groß Kienitz „sehr enttäuscht“

„Die Entscheidung ist getroffen und wir sind natürlich sehr enttäuscht, dass unser außergewöhnliches Golfprojekt ‚Berlin International Golf Links‘ nicht mehr der Bewerbungskandidat Deutschlands für die Ausrichtung des Ryder Cups 2022 ist“, so Markus Fränkle, Präsident des Golfclubs Groß-Kienitz in einer schriftlichen Stellungnahme. „Wir gratulieren Bad Saarow […]“ und „hoffen, dass Deutschland mit der Bewerbung um den Ryder Cup Erfolg haben und der Golfsport wieder die Wachstumszahlen erfahren wird, den dieser wundervolle und gesunde Sport verdient.“

Bad Saarow: 2009 ausgeschieden, 2015 gut genug

Das 5-Sterne-Resort Bad Saarow bei Frankfurt/Oder verfügt über drei 18-Loch-Golfplätze, darunter ein von Nick Faldo designter Kurs, mit dem sich Bad Saarow bereits 2009 für die Austragung des Ryder Cup 2018 beworben hatte. Damals war die Brandenburger Anlage wegen seiner Infrastruktur aus dem Bewerbungsprozess zugunsten von Neuburg an der Donau ausgeschieden. Denn der 5000-Seeelen-Gemeinde am Scharmützelsee fehlte es damals wie heute (noch) an genügend Unterkunftsmöglichkeiten für zigtausend Zuschauer, an einer eigenen Autobahnabfahrt und einem Fernbahnhof. Von Berlin ist Bad Saarow etwa eine Autostunde entfernt.

A-Rosa-Chef Richard Vogel stellte klar: „Das Verkehrskonzept ist wichtig und steht ganz oben.“ Bewerbungsmanager Kaussler fügte an: „Wir planen intensiv mit einem ‚Park & Ride‘-System, bei dem wir im Umland des Resorts zahlreiche Parkmöglichkeiten anbieten werden, von denen aus ein Shuttle-System die Zuschauer zur Anlage bringt.“

Bezüglich der Bahnanbindung stellte der bei der Pressekonferenz anwesende Brandenburger Regierungssprecher Thomas Braune direkt klar, dass es „keinen Sinn mache, eine Bahnverbindung nach Bad Saarow zu bauen, weil Golfer in der Regel nicht mit der Bahn anreisen.“ Nach dieser etwas klischeehaften Golferporträtierung erwähnte er jedoch noch eine stillgelegte Bahnschiene, die an den Südzipfel des Scharmützelsees laufe und auf der man unter Umständen – das gelte es nun zu klären – einen Extratransportweg speziell für die Zuschauer dieses Events schaffen könne.

Nick Faldo engagiert sich für den Ryder Cup in Bad Saarow

Den Um- und Ausbau des nun ausgewählten Golfplatzes für den wird, so denn der Zuschlag an Deutschland gehen sollte, Sir Nick Faldo persönlich leiten. Das Bewerbungsteam hatte ein Video des Profispielers und Platzdesigners vorbereitet, indem er seine Freude über die Wahl Bad Saarows ausdrückte: „Wenn ich über eine Vision des Ryder Cup in Bad Saarow nachdenke, dann sehe ich einen strategisch zu spielenden Platz, der den Akteuren Spaß macht und sportliche Dramatik im Matchplay-Format garantiert. Ich bin überzeugt, dass wir einen Platz schaffen werden, der die Fans begeistert und Geschichte schreiben kann. Wir werden viel Raum für die Zuschauer und die Atmosphäre einplanen.“

Faldo, der in den Siebzigern im Alter von 20 Jahren als damals jüngster Ryder-Cup-Spieler aller Zeiten zum ersten Mal an einem Ryder Cup teilnahm und noch elf weitere Ryder-Cup-Events als Spieler und Kapitän erlebte, gibt der Bewerbung prominente Unterstützung. „Mir bedeutet der Ryder Cup sehr viel, und deutsche Spieler haben in diesem Wettbewerb eine wichtige Rolle gespielt. Den Ryder Cup nach Deutschland zu bringen, ist eine Anerkennung für sie und die Chance, ein weiteres Kapitel deutscher und europäischer Golfgeschichte zu schreiben. Ich freue mich sehr darauf, die Bühne dafür zu entwickeln. Gemeinsam können wir es schaffen.“

Ryder Cup 2022 in Deutschland: „Die Zeit muss reif sein“

Die Bewerbung vor der englischen Ryder Cup Limited wird nun zur organisatorischen und argumentativen Herausforderung: Bad Saarow und der DGV müssen die Details zur Finanzierung – vermutlich mit BMW und Allianz – klären, aber auch die Logistik für ein solches Großevent rund um den Kurort in Brandenburg muss schlüssig sein, um eine realistische Chance auf den Zuschlag durch die englische Ryder Cup Limited zu erhalten.

„Die Zeit muss jetzt einfach reif sein“, so der Bewerbungsleiter Marco Kaussler. „Wir haben noch ein paar Hausaufgaben zu machen, aber alles in allem hat die deutsche Bewerbung vielversprechende Aussichten.“


A-ROSA Scharmützelsee Golfplätze

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Juliane Bender

Juliane Bender - Leitende Redakteurin bei Golf Post von Juli 2012 bis Februar 2016

Juliane ist Diplom-Sportwissenschaftlerin. Für sie ist das Faszinierende an Golf: Der Sport ist ein guter Lehrmeister, nicht nur, wenn man gerade den Schläger schwingt. Sie finden Juliane Bender auch unter Google+
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2 LESER-KOMMENTARE

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  1. Nix ist geklärt…

    „Bad Saarow muss nun die Finanzierung – vermutlich mit BMW und Allianz – klären“

    „die Infrastruktur rund um den Kurort in Brandenburg muss verbessert werden, um überhaupt eine realistische Chance auf den Zuschlag durch die englische Ryder Cup Limited zu erhalten.“

    Weder die Sponsoren für das eigentliche Event sind klar, noch die Unterstützung für Infrastrukturmaßnahmen durch Gemeinde/Land o.ä. Allianz und BMW werden wohl kaum den Bau einer Autobahnanschlussstelle bezahlen.

    Sind den wenigstens die Lizenkosten irgendwie finanziert?

    Antworten

  2. Ich vermute mal, das das der Dolchstoß für die Bewerbung gewesen war.
    Das Defizit an Infrastruktur wird sicher nicht aufgeholt werden können.

    Warten wir mal ab, was es dazu noch neues gibt.

    bis denne
    rebel

    Antworten

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