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„Der Opa, den ich nie hatte“ – Zum Tod Charlie Siffords

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04. Feb 2015
Charlie Sifford verstarb am 03. Februar im Alter von 92 Jahren in Cleveland. (Foto: Getty)
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Tiger Woods nannte ihn „seinen Opa“, Obama verlieh ihm die höchste Auszeichnung. Nun ist Charlie Sifford im Alter von 92 Jahren gestorben.

Charlie Sifford, erster afroamerikanischer Spieler der PGA Tour, ist im Alter von 92 Jahren am Dienstag in Cleveland gestorben. Sifford gilt als Wegbereiter für die Aufhebung der Rassentrennung im Golfsport.

Als Afroamerikaner war ihm das Golfspielen in den 1950er und 60er Jahren auf der PGA-Tour untersagt. Lediglich die „Schwarzen-Liga“, die United Golf Association, stand ihm als sportliche Bühne zur Verfügung. Doch mit Ausnahmegenehmigungen, der Hilfe prominenter Freunde wie Box-Star Joe Louis und Beharrlichkeit verschaffte er sich Gehör und die Teilnahme bei einigen PGA-Turnieren, bei welchen er gegen Beschimpfungen und Diskriminierungen ankommen musste.


3. Februar 1969 – Charlie Sifford Tag

Erst als die PGA of America im November 1961 die sogenannte Kaukasierregel strich, laut der es weißen Menschen vorbehalten war, Golf zu spielen, erhielt Sifford im Alter von 39 Jahren die volle Spielberechtigung auf der Tour. Als erstes afroamerikanisches Mitglied des Verbandes gewann er 1967 die Greater Hartford Open. Im Januar 1969 gelang ihm ein weiterer Erfolg bei der Los Angeles Open. Zwei Wochen später erklärte Sam Yorty, Bürgermeister von Los Angeles, den 3. Februar zum „Charlie Sifford Tag“ und ließ eine Parade für den Golfer abhalten – auf den Tag 46 Jahre später ist Sifford an den Folgen eines Schlaganfalls gestorben.

Höchste Ehre für erstes afroamerikanisches PGA-Mitglied

Die richtig großen Ehren wurden Sifford erst lange nach seiner sportlichen Karriere zuteil. 2004 wurde er als erster Afroamerikaner in die World Golf Hall of Fame aufgenommen, 2006 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität von St. Andrews.

Erst kürzlich, am 24. November 2014, verlieh ihm Amerikas „First Golfer“ Barack Obama die Freiheitsmedaille des Präsidenten. Sie ist die höchste zivile Auszeichnung in den USA. Zuvor hatten sie lediglich zwei andere Golfer erhalten, Jack Nicklaus und Arnold Palmer.

„Auf der Tour wurde Charlie manchmal aus dem Clubhaus geworfen. Leute bedrohten ihn, beschimpften ihn und traten seine Bälle ins Rough“, sagte Obama bei der Ordensverleihung.  „Ich habe nie gekniffen, sondern es einfach gemacht“, antwortete Sifford später. Für seine Verdienste dankte ihm einer immer wieder ganz besonders: Tiger Woods. „Du bist der Opa, den ich nie hatte. Für eine Menge von uns hat Charlie Sifford den Weg bereitet. Ohne ihn wären wir nicht dort, wo wir jetzt sind. Seine Opfer erlauben mir, dass ich heutzutage Golf spielen kann!“

Charlie Sifford über seine Karriere

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Tobias Hennig

Tobias Hennig - Redakteur

Tobias kam im Sommer 2014, während seines Studiums der Germanistik und Politik, als Werkstudent zu Golf Post. Zunächst machte er sich nur die Theorie des Golfsports zu eigen, nun versucht der vielseitig sportbegeisterte Wahl-Kölner, zum teaminternen Handicap-Durchschnitt aufzuschließen. Seit April 2016 erheitern der Redakteur und seine Hündin Mali die Kollegen täglich.
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