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Liegt’s am Namen? Auf einmal haben sich alle wieder lieb

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26. Feb 2015
Davis Love III ist viel mehr als ein Kapitän. Er soll die beschlossenen Reformen umsetzen und so die Weichen für Erfolge zukünftiger Ryder Cupper stellen. (Foto: Getty)
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Davis Love III soll die USA in Hazeltine zum Erfolg führen. Doch das ist nicht alles, er soll die Weichen stellen für die kommenden Jahre.

Der neue und alte Kapitän heißt nun also offiziell Davis Love III. Er war schon 2012 beim Wunder von Medinah Kapitän, als Europa an nur einem Nachmittag einen 4:10-Rückstand drehte und später den Cup gegen Love und sein Team gewann. Genau diese Erfahrung soll den Amerikaner nun qualifizieren. Love eine neue Chance zu geben „war eines der Dinge, derer wir uns einig waren“, sagt Rickie Fowler, der Mitglied des elfköpfigen Wahlgremiums war. „Ich habe dieselben Ziele [wie damals], aber ich bin ein anderer Kapitän“, ergänzte Love.

Davis Love III soll es richten, erklärte Derek Sprague, Präsident der PGA of America, am Dienstag in Florida. Die Wahl des 50-Jährigen traf die Ryder-Cup-Task-Force dem Vernehmen nach einstimmig. Love wird die amerikanische Auswahl 2016 anführen und bis dahin alle Entscheidungen verantworten. Und da kommt einiges auf ihn zu. Bei diversen Treffen und Tagungen seit der herben Niederlage in Gleneagles hatten die Amerikaner beschlossen, keinen Stein auf dem anderen zu lassen.


Vier wesentliche Änderungen für eine neue Ära

„Die Task Force wurde gegründet, um den gesamten Ryder-Cup-Prozess zu untersuchen. Die elfköpfige Gruppe hat sich alles angeschaut, was mit dem Ryder Cup zu tun hat: Von der Bestimmung des nächsten Kapitäns und der Diskussion über die Vize-Kapitäne, bis hin zum Auswahlprozess der Spieler und die Einrichtung eines PGA-of-America-Ryder-Cup-Kommitees, das uns führen und Kontinuität in der Zukunft verleihen soll“, so der PGA-Präsident am Dienstag. Tatsächlich fand die Task Force dann auch Antworten auf die aufgeworfenen Fragen.

Komitee ersetzt Task Force: Aus elf mach sechs

Die Task Force ist tot, es lebe das Komitee – oder das „PGA of America Ryder Cup Komitee“, wie es vollständig heißt. Dieses ersetzt mit sofortiger Wirkung das elfköpfige Wahlgremium. Es besteht aus PGA of America CEO Pete Bevacqua, PGA of America Präsident Derek Sprague, PGA of America Vizepräsident Paul Levy, Phil Mickelson, Tiger Woods und natürlich Kapitän Davis Love III. Die Gruppe bestimmt in Zukunft Kapitäne und Vizekapitäne und ist für alle Belange rund um den Ryder Cup zuständig.

Die Billy-Horschel-Regel – Vierter Pick für Kapitän

Statt wie zuletzt drei Spieler wird Davis Love III vier Spieler für sein Team in Hazeltine benennen dürfen. Auch der Zeitpunkt wird neu sein. Die acht automatisch Qualifizierten werden nach dem ersten FedExCup-Playoff-Turnier, The Barclays 2016, bekanntgegeben. Die ersten drei sogenannten „Captain’s Picks“ wählt Love nach dem dritten FedExCup-Turnier, der BMW Championship 2016. Den letzten Kandidaten wird Love nach dem Finalturnier, der Tour Championship 2016, benennen. Damit reagiert das Komitee auf die unglückliche Entwicklung im letzten Jahr: 2014 hatte US-Kapitän Tom Watson seine Wildcards nach dem zweiten Turnier, der Deutsche Bank Championship, vergeben und musste dann tatenlos zusehen, wie Billy Horschel die BMW Championship und das FedExCup-Finale gewann.

Vizepräsidenten sollen mit System benannt werden

Der nächste Punkt ist bemerkenswert: Die Vizekapitäne des US-Teams sollen nun nicht mehr wahllos benannt werden, sondern nach Erfahrungsschatz und Perspektivfähigkeit. „Die wichtigste Erfahrung“, die Love 2012 gemacht habe, sei, dass er aus seinen ehemaligen Kapitänen „keinen Nutzen gezogen“ habe. Deren Erfahrungen würden nicht weitergegeben. Das soll sich nun ändern. Zwei der vier Vizekapitänsposten sollen künftig für ehemalige Kapitäne reserviert sein, die anderen beiden für Spieler mit großer Ryder-Cup-Erfahrung und Potential zum zukünftigen Kapitän.

Qualifikationssystem wird geändert

Auch die automatische Qualifikationsrangliste für die Ryder-Cup-Teilnehmer 2016 wurde reformiert. 2015 sind lediglich neun Turniere, darunter die vier Majors, die vier WGC-Events und die Players Championship, relevant. Ab 1. Januar 2016 zählt dann jedes offizielle PGA-Tour-Turnier. Die Turniere im Herbst 2015, die bereits zur Saison 2016 zählen, werden bewusst aus der Wertung genommen, da die meisten namhaften Spieler die Zeit zur Erholung nutzen und weniger gute Profis so bevorteilt würden.

Sogar Lefty ist zufrieden

Wie weitreichend die Änderungen sind, kann man an der Reaktion Phil Mickelsons ablesen, der seit Gleneagles gegen alles stänkerte, was mit dem Ryder Cup zu tun hatte. „Die beiden größten Probleme, die ich hatte, waren erstens keinen Einfluss auf den Prozess zu haben und zweitens null Kontinuität von Jahr zu Jahr zu sehen. Und beide Dinge hat die Ryder-Cup-Task-Force gelöst“, so Mickelson, der der Arbeitsgruppe selbst angehört.

Über den neuen Kapitän hat „Lefty“ ebenfalls nur Gutes zu sagen: „Er (Davis Love III, Anm. d. Red.) ist ein Typ, den die Leute lieben und respektieren. Er hat schon einmal einen großartigen Job gemacht und uns die Gelegenheit gegeben, zu gewinnen.“ Denselben Ton schlägt Tiger Woods an, der die PGA of America in seinem Namen „großen Respekt vor ihm als Spieler und Kapitän“ aussprechen ließ. Einen eigenen Tweet sendete Woods freilich nicht.

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Tobias Hennig

Tobias Hennig - Redakteur

Tobias kam im Sommer 2014, während seines Studiums der Germanistik und Politik, als Werkstudent zu Golf Post. Zunächst machte er sich nur die Theorie des Golfsports zu eigen, nun versucht der vielseitig sportbegeisterte Wahl-Kölner, zum teaminternen Handicap-Durchschnitt aufzuschließen. Seit April 2016 erheitern der Redakteur und seine Hündin Mali die Kollegen täglich.
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