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Das Masters als Jungbrunnen: Fred Couples jagt die Jugend

Allerlei aus Augusta: Pieters bleibt Rookie-Sensation, Watson macht schlechte Witze, „Golden Bell“ lässt Hochzeitsglocken läuten.

Fred Couples ist mit Abstand der beste Senior beim US Masters Tournament 2017. (Foto: Getty)
Fred Couples ist mit Abstand der beste Senior beim US Masters Tournament 2017. (Foto: Getty)


Das Masters macht offenbar alterslos: Vergangenes Jahr meldete Bernhard Langer mit 58 ernsthafte Ambitionen auf sein drittes „Green Jacket“ an, heute hält Fred Couples im scheinbaren Jungbrunnen Augusta National die Fahne der Generation Ü50 hoch. Der 57-Jährige, allzu oft vom Rücken behindert, spielt 25 Jahre nach seinem Triumph an der Magnolia Lane beschwerdefrei und prompt groß auf, schob sich mit einem 70er Freitag, seiner 120. Masters-Runde, auf Schlagdistanz zur Spitze (T6), notierte dabei sechs Birdies, aber auch zwei Bogeys und ein Doppelbogey auf Loch 6. „Ich bin halt ein Wettbewerbstyp und will mit den jungen Kerlen mithalten“, sagt „Boom Boom Freddie“: „Mein Ziel ist einfach, weiter gut zu spielen. Mal sehen, wohin das führt.“ Derzeit ist er der bestplatzierte Masters-Sieger im Feld. Und als Couples 1992 das begehrte grüne Sakko überzog, war sein heutiger Flightpartner Jon Rahm noch nicht mal geboren.

Garcia und Fowler, die „Unvollendeten"

Happy Weekend? Die „Unvollendeten“ peilen – mal wieder – das ganz große Ding an. Aber Sergio Garcia und Rickie Fowler sind bislang nicht nur ohne Major, auch ihre Augusta-Bilanz ist durchwachsen. Der Spanier bringt es in den letzten zwölf Auftritten beim Masters gerade mal auf eine Top-10-Platzierung, vor allem am Samstag ist seine Quote mit durchschnittlich 74,92 Schlägen eher bescheiden. Fowler, der 2016 am Cut scheiterte und als beste Platzierung 2014 einen geteilten fünften Rang aufweist, spielte gestern bei seiner 100. Major-Runde mit 67 auch die beste Masters-Runde „ever“ und ist erstmals Halbzeit-Spitzenreiter bei einem Major. Umgehend setzten die Buchmacher ihn als neuen 7:2-Top-Favoriten, vor Garcia (6:1).



Pieters, ein Mann der Debüts

Rookie-Sensation: Thomas Pieters ist der Mann für die Debüts. Schon beim Ryder Cup 2016 in Hazeltine legte der belgische Longhitter und immerhin Olympia-Vierte eine Premiere nach Maß hin, als er aus fünf Matches vier Punkte holte. Auch beim ersten Masters seiner Karriere sorgt der 25-Jährige für Furore. Nach fünf Birdies auf den ersten zehn Löchern lag er in Führung und brauchte dann 40 Schläge für die restliche acht Bahnen. Gestern ließ Pieters nur an der Eins ein Bogey zu und spielte ansonsten eine brillante Runde mit drei Birdies und dem Eagle an der 13, die ihn zum Mitführenden machte. Zumindest äußerlich ging er mit der Situation ganz locker um: „Es ist ein bisschen gewagt, zu behaupten, man sei hergekommen, um zu gewinnen. Wenn du nämlich dann nicht gewinnst, stehst du ziemlich blöd da.“


Danny Willett und sein „Schneemann“

Wer den Schaden hat: Das war ein rabenschwarzer Freitag für Danny Willett. Als einziger Titelverteidiger seit Mike Weir 2004 und erst fünfter in den vergangenen 25 Masters-Jahren schaffte es der Engländer nach zwei Umläufen von 73 bzw. 78 Schlägen nicht ins Wochenende. Zu allem Überdruss leistete er sich beim zweiten Schlag seiner „Ausschlussrunde“ auch noch einen veritablen Shank samt daraus resultierendem Doppelpar , dem berüchtigten „Schneemann“:



Fowler und McIlroy zünden Raketen

Granaten: Angeblich haben sich laut einer Erhebung ja die Schlaglängen auf der PGA Tour nicht signifikant vergrößert, das hindert die Professionals aber nicht daran, allwöchentlich wahre Raketen zu zünden. In Augusta legte Rickie Fowler an Loch 9 einen 404-Yard-Abschlag (369 Meter) hin, Rory McIlroy hielt an der Zwei mit einem Drive auf 393 Yard (359 Meter) dagegen.

Bubba Watson liebt die Journalisten (wieder)

Richtigstellung: Vom selbsternannten Mitfavoriten zum Cut-„Opfer“, da kann man schon mal schlechte Laune kriegen. Die ließ Bubba Watson am Freitag am Journalistenkollegen Gene Sapakoff aus Portland aus, der den zweifachen Masters-Champion auf sein Ausscheiden ansprach. „Golf ist schwierig, ich weiß ja nicht, ob Sie es schon mal gespielt haben?“, raunzte Watson: „Artikel zu schreiben ist sicher einfacher.“ Später rückte der Linkshänder die Aussage via Twitter zurecht: „Es war ein Witz, offenbar ein schlechter. Ich liebe alle Journalisten!“ Na also, geht doch!





Laut Begay bringt der Mai den Tiger zurück

Neues aus der Abteilung „Gut informierte Kreise“: Tiger Woods‘ „Ersatzpressesprecher“ Notah Begay III, Ex-Stanford-Kommilitone und TV-Golfanalyst, glaubt, dass der 14-fache Majorsieger nächsten Monat auf die Turnierbühne zurückkehren könnte. „Vielleicht nach der Players Championship und rechtzeitig vor der US Open“, sagte Begay in einer Talkshow. Nach dem Champions Dinner in Augusta hatte schon Tiger-Buddy Mark O‘Meara über das Befinden seines Freunds gesprochen. Die Schmerzen liegen demnach ausschließlich im operierten Bereich des Rückens.
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Heiratsantrag auf dem 12. Grün

Nomen est Omen: Wenn ein Golfloch „Golden Bell“ heißt, lässt es sich wohl nirgendwo besser über die Hochzeitsglocken sprechen. Das dachte sich auch Benji Thompson und machte seiner Liebsten Regan Askin auf Augusta Nationals berühmten Par-3 einen Heiratsantrag. Mit freundlicher Unterstützung von Kevin Kisner, der das Paar mit aufs Grün nahm, und dessen Caddie Duane „Dewey“ Bock, der den Verlobungsring bereit hielt. Thompson ist im Golf kein Unbekannter, bis 2016 war er Caddie bei Lexi Thompson (keine Verwandtschaft).

Player schnackt, Model quietscht

Zum Schluss: Während seine „Erben“ auf dem Platz um Ruhm, Ehre und Preisgeld wetteifern, widmet sich Gary Player nach getaner „Arbeit“ als Ehrenstarter seinem zweitliebsten Thema nach Golf, der Fitness. Für seinen "Schnack" suchte sich der dreifache Masters- und neunfache Majorsieger mit dem giggelnden und quietschenden Instagram-Sternchen Elise Lobb eine angemessen begeisterte Zuhörerin – „oh my God!“

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