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Das Grüne Jackett: Geschichten von Langer, Schwartzel und Co.

11. Apr 2014
Nahm das Grüne Jackett mit nach Anhausen: Bernhard Langer. (Foto: Getty)
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Das grüne Stück Stoff genießt im Golfsport eine ganz besondere Bedeutung. Wir haben bei Langer und Co. nachgefragt.

Kaum ein Kleidungsstück ist bei Sportlern so begehrt wie das Grüne Jackett, das Anfang April jedes Jahr im Augusta National Golf Club vergeben wird. Obwohl es – laut Insider – nicht einmal aus besonders gutem Stoff geschneidert ist, eröffnet es dem Besitzer die Tür zu einem exklusiven Klub – dem der Masters Gewinner.

Bernhard Langer: Es bedeutet schon viel

„Es bedeutet schon viel. Zum einen wird man dadurch als Gewinner eines Majors erkannt, zum anderen darfst Du den Rest Deines Lebens beim Masters mitspielen und jedes Jahr am Dienstag vor Turnierbeginn mit den anderen Champions am ‚Champions Dinner‘ teilnehmen,“ sagt Bernhard Langer, der sich bisher als einziger Deutscher mit dem Grünen Jackett schmücken darf.


Gleich zwei Mal gewann der Anhausener (1985 und 1993). Das heißt jedoch nicht, dass in seinem Kleiderschrank in Florida zwei der Jacken hängen. Nein, der Gewinner, der das Sakko traditionell von dem vorherigen Gewinner übergezogen bekommt, darf dieses zwar nach dem Sieg nach Hause nehmen, muss es aber im nächsten Jahr wieder mitbringen. Das Jackett wird dann im eigenen Schrank im Champions Lockerroom aufgehoben und darf bei Besuchen im Klub angezogen werden.

Das Jackett, das dem der Klubmitglieder ähnlich ist, wird vor der vierten Runde in mehreren Größen bereitgestellt, damit es bei der Siegeszeremonie gleich übergezogen werden kann.

Rebell Gary Player mit eigenem Kopf

Bei jedem weiteren Sieg darf man das Jackett wieder mitnehmen. Der einzige Spieler, der sich – so wird behauptet – nicht an diese Regel gehalten hat, ist Gary Player. Der dreimalige Gewinner aus Südafrika behauptete nach seinem ersten Sieg, dass er die Jacke vergessen hatte und auch bei weiteren Teilnahmen am Mastrers hatte er sie nie dabei. Gefragt ob die Geschichte so stimmt und ob er die Jacke jemals gesehen hat, lacht Trevor Immelman, der 2008 der zweite Südafrikaner war, der das Grüne Jackett bekam. „Das kann ich weder bestätigen, noch verneinen,“ meint er mit einem Augenzwinkern.


Kaymers Auftaktrunde beim Masters

Der Bürgermeister von Anhausen

Langer hat sein Jackett nach dem ersten Sieg mit nach Deutschland genommen. „Es war das erste Mal, dass das Grüne Jackett in Deutschland war. In Anhausen gab es eine kleine Rezeption, bei dem der Bürgermeister und ein paar andere Leute anwesend waren. Ich habe es noch bei ein paar anderen Feierlichkeiten angehabt. Aber nicht wirklich so oft, denn das ist nicht die Idee.“

Auch Immelman hat sich sehr zurückgehalten: „Um ehrlich zu sein, ich glaube, die Gewinner der letzten paar Jahre haben sehr viel mehr damit gemacht. Ich denke, das ist auch gut angekommen und wenn ich nochmals die Möglichkeit hätte, würde ich es wahrscheinlich anders machen. Ich wäre viel mehr abenteuerlich und würde das Jackett viel mehr Menschen zugänglich machen.“

Immelman: Ich war zu konservativ

„Allerdings habe ich auch einen großen Respekt für die Geschichte des Golfs, für die Champions, die vor uns waren und für den Augusta Klub. Daher wollte ich nichts machen, das als respektlos dem Klub, den Mitgliedern und der Tradition des Masters gegenüber hätte verstanden werden können. Aber ich war sicherlich etwas zu konservativ.“

Immelman sagte, dass er – wenn er nochmals die Möglichkeit hätte, das Jackett auf Reisen mitnehmen würde. „Es ist solch ein in Ehren gehaltenes Sportstück. Vergleichbar mit einer Olympischen Gold-Medaille, dem Stanley Cup oder dem Fußball WM Pokal. Nicht viele Leute haben die Möglichkeit, so etwas aus der Nähe zu sehen. Daher denke ich, es wäre toll, wenn man ihnen so etwas ermöglichen könnte.“

Schwartzel: Lieber Jackett als Anzug

Immelmans Landsmann Charl Schwartzel, der 2011 gewinnen konnte, ist einer der neuen Generation, die das Jackett auch gerne mal anzieht. „Wann immer ich die Gelegenheit hatte es anzuziehen, habe ich sie genutzt. Ich habe bei Festlichkeiten lieber das Jackett angezogen als einen Anzug. Das war etwas beeindruckender.“

Allerdings hat es Schwartzel fast Player gleichgetan. “Ich habe das Jackett einmal in einem Auto vergessen. Es fuhr dann weg. Ich hatte aber Glück, denn es war ein Auto, das den Sponsoren gehörte und so wurde mir das Jackett zurückgebracht. Es hätte aber auch schlimmer ausgehen können. Wenn es zum Beispiel ein Taxi gewesen wäre, wäre es wohl weg. Ja, natürlich war ich im Stress. Schließlich will man das Grüne Jackett im Schrank im Klub haben und nicht, dass es von irgendwelchen Fremden angezogen wird. Es ging aber gut aus!”

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Peter Auf der Heyde

Peter Auf der Heyde - Freier Autor für Golf Post

Peter kommt aus dem Land der Major-Sieger: Gary Player, Ernie Els, Retief Goosen usw. Der Journalist kam relativ spät zum Golf, aber als er 2013 am Tag nach dem Masters in Augusta auf dem 16. Loch (von den Pro Tees!) ein Birdie spielte, wähnte er sich im Golf Paradies. Seitdem geht es leider bergab, aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Über Handicap spricht man nicht, das hat man.

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