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Darren Clarke: „Ich bin ungeheuer stolz auf meine Jungs!“

01. Okt 2016
Darren Clarke hat Europa zu einer erfolgreichen Aufholjagd am ersten Tag des Ryder Cup geführt. (Foto: Getty)
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Allerlei vom Ryder Cup: Kaymer und Willett hatten einen „harten Tag“, McIlroy lädt Fans „zur Show“ und Arnold Palmer ist überall.

Bis zum Mittagessen sah‘s nach einem „schwarzen Freitag“ aus, doch dann drehte Europa die 0:4-Abfuhr aus den Foursomes mit einem furiosen Vierball-Comeback in einen halbwegs verträglichen 3:5-Rückstand um. Und Darren Clarke, der Kapitän des blauen Teams, gestattete sich ein erleichtertes Aufatmen: „Ich bin ungeheuer stolz auf meine Jungs. Sie waren beim Mittagessen tief enttäuscht, aber haben heute Nachmittag eine ganz große Vorstellung abgeliefert und ein riesiges Maß an Willen bewiesen.“ Morgens, so der Nordire, „haben sie nicht gezeigt, was sie wirklich können“. Normalerweise seien die Foursomes eine europäische Domäne, „doch das wurde ins Gegenteil verkehrt“, sagte Clarke. „Es ist interessant zu beobachten, wie es hin und her wogt, wenn 24 der weltbesten Spieler sich miteinander messen. Das ist die Schönheit des Ryder Cup.“ So schön wie gestern Nachmittag kann es heute gern weitergehen …

Martin Kaymer heute Vormittag außen vor

Aufgebot: Europas Kapitän Darren Clarke hat für die heutigen Foursomes seine Paradepaarung getrennt und schickt Justin Rose sowie Henrik Stenson mit den gestern pausierenden Rookies Chris Wood bzw. Matthew Fitzpatrick ins Rennen. Ansonsten vertraut der Nordire auf die neuen Traumduos vom Freitag Nachmittag, Rory McIlroy und Thomas Pieters sowie Sergio Garcia und Rafa Cabrera-Bello. Damit muss Martin Kaymer pausieren, der in den beiden verlorenen Matches insgesamt nur zwei Löcher für „Team Blau“ holte („Es war ein harter Tag, meine Putts sind nicht wirklich gefallen“) und mit seiner Ryder-Cup-Bilanz von 4-5-3 ins Soll rutschte.


Davis Love III vertraut Erfolgsduos

Never change a winning team: US-Skipper Davis Love III schickt heute Vormittag drei der Erfolgspärchen vom gestrigen 4:0 sowie seine nachmittägliche Sieg-Combo ins Rennen und verzichtet so vor allem auf den Weltranglistenzweiten Dustin Johnson. Damit spielen ab 14.35 Uhr hiesiger Zeit Phil Mickelson und Rickie Fowler gegen McIlroy/Pieters, Brandt Snedeker und Brooks Koepka gegen Stenson/Fitzpatrick, Jimmy Walker und Zach Johnson gegen Rose/Wood sowie Patrick Reed und Jordan Spieth gegen Garcia/Cabrera-Bello.

USA nach erfolgreichem Start stets siegreich

Schlechtes Omen? Nach dem ersten Tag von Hazeltine sprechen die Vorzeichen nicht unbedingt für den Bestand der europäischen Ryder-Cup-Erfolgsserie und historisch einmalige vier Siege hintereinander. Bislang waren die USA auch am Ende immer vorn, wenn sie bei einem Heimspiel die erste Session gewonnen hatten. Überhaupt hat noch nie ein Team den Ryder Cup verloren, das nach der ersten Session mit drei oder mehr Punkten führte. Andererseits, so viel zu guten oder schlechten Vorzeichen, lagen die Amerikaner in Medinah 2012 nach dem ersten Tag auch mit 5:3 vorne …

Rory McIlroy: „Atmosphäre ist feindselig“

Was für ein Finish: Mit seinem Eagle-Putt auf der 16 setzte Rory McIlroy einen würdigen Schlusspunkt hinter das nachmittägliche Comeback der Europäer. Anschließend verbeugte sich „Rors“ zwei Mal vor dem Publikum, bevor er die Siegerfaust zeigte, selten sieht man den Nordiren so emotional. „Die Atmosphäre da draußen ist sehr feindselig. Man gönnt dir keinen guten Schlag, umso befriedigender ist es, wenn man dann einen macht“, erklärte McIlroy hernach seinen Ausbruch: „Deswegen habe ich mich auch verbeugt: ,Willkommen zur Show!‘. Ich wollte jedem klarmachen, dass wir nicht kampflos untergehen werden.“ Vor lauter Aufregung vergass er sogar den abschließenden Handschlag mit Austin Johnson an der Tasche von Bruder Dustin, entschuldigte sich aber später für den Fauxpas.

Große Erleichterung bei Phil Mickelson

Entlastet! Aus US-Sicht war es wohl das mit der meisten Spannung erwartete Foursome-Duo: Phil Mickelson und Rickie Fowler galten beim Auftakt in Hazeltine als die „unsicheren Kantonisten“ des roten Teams, zu inkonstant war bei beiden die Saison. Dazu kam „Leftys“ exponierte Rolle in der amerikanischen Task Force, als Kritiker der bisherigen Ryder-Cup-Zustände und Wortführer allfälliger Erneuerungen. „Der Druck war diesmal fraglos stärker, als ich ihn jemals zuvor gespürt habe“, bekannte Mickelson, der immerhin seinen elften Ryder Cup spielt. Umso größer die Erleichterung nach dem knappen Sieg über McIlroy und Andy Sullivan. „Dieser Typ hier“, zeigte Mickelson auf Fowler, der in seinen beiden Kontinentalduellen zuvor noch nie ein Match gewonnen hatte, „hat mich locker gemacht und ein bisschen was von meinem besten Golf aus mir rausgelockt.“

Spießrutenlauf für Danny Willett

Im Visier der Fans: Es war der erwartet schwierige Tag für Danny Willett. Nach den Abfälligkeiten seines Bruders Pete über die US-Fans in einem Artikel zum Ryder Cup wurde der Masters-Champion während seiner Nachmittagsrunde mit Martin Kaymer vom ersten Abschlag bis zum letzten Putt von unflätigen Bemerkungen der Zuschauer begleitet. Wenigstens dieser Zuruf war witzig: „Alles gut, Danny, ich habe auch einen Bruder, den ich nicht leiden kann!“ Willett selbst trug den Spießrutenlauf mit Fassung, versuchte die Schmähungen zu ignorieren, und bemühte sich um gute Laune mit Martin Kaymer, angesichts des Matchverlaufs eh schon keine einfache Sache.

Arnold Palmer sogar beim Ergebnis gegenwärtig

Im Zeichen des „King“: Der verstorbene Arnold Palmer ist bei diesem 41. Ryder Cup allgegenwärtig. Am ersten Abschlag war das Ryder-Cup-Golfbag des siebenfachen Majorsiegers von 1975 aufgestellt. Und nach dem Vormittags-4:0 der Amerikaner verlautbarten die Statistiker, dass es eine derart klare Führung ausgerechnet 1975 letztmals gegeben habe, eben mit Arnold Palmer als US-Kapitän! Zuvor übrigens auch nur einmal: 1947 in Portland/Oregon, beim ersten Ryder Cup nach dem Zweiten Weltkrieg.

„Lefty“ mit rechts

Zum Schluss: Was wird da noch kommen, wenn „Phil the Thrill“ schon am Freitag Morgen Zauberschläge zeigt. Nach einem eigenen Abschlag ins Aus und einem zweiten Drive von Rickie Fowler an den Zaun drehte „Lefty“ Mickelson auf Loch 6 kurzerhand sein Eisen um und spielt den Schlag rechtshändig:

Michael F. Basche

Michael F. Basche - Freier Autor für Golf Post

Als Journalist, Golfbetriebsmanager und notorischer Zu-Kurz-Putter ist Michael F. Basche auf vielfache Weise dem Golf verfallen. Nach Jahren als Tageszeitungs-Sportredakteur und im PR- und Marketinggeschäft berät er heute u. a. Golfclubs in Fragen der Corporate Identity. Und widmet sich schreibend den vielfältigen Facetten des Großartigsten aller Spiele.
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